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Die besten CDs zum Schluss – Merry Christmas!

Bon Iver: 22, A Million

Die besten CDs zum Schluss Bon Ivor "22,A Million"
Bon Iver: 22, A Million (Cover: Amazon)

 

Die erste aus der Serie Die besten CDs zum Schluss ist eine der merkwürdigsten Discs des Jahres und zugleich eine der schönsten. Justin Vernon ist nicht nur der momentan vielleicht größte Querdenker der amerikanischen Musikszene, sondern auch eine Art Synästhet. Wer sein drittes Album hört, lauscht einem Musiker, der nicht in Noten zu denken scheint, sondern in Ziffern, Buchstaben und Zeichen – und daraus eine ganz eigene Parallelwelt voll bizarrer Klangfarben und psychedelischer Atmosphären erschafft. Die Kompositionen auf 22, A Million heißen hier etwa „10 dETHhbREasT“, „666ʇ“ oder auch „715 – CRKS“. In Musik übersetzt, entsteht so ein Album fern jeder popmusikalischen Konvention: halb frei improvisierte Stimmungsskizze, halb autistisch wirkende, strengen Gesetzmäßigkeiten gehorchende mathematische Matrix. Via Vocoder und Filtern verwandelte der 35-jährige aus Wisconsin seine schon für sich genommen eigenartige Falsettstimme mit chirurgischer Präzision in eine einzige vokale Merkwürdigkeit, addierte digitale Morsesignale hinzu und schuf so Soundscapes zwischen Kunst und Chaos, nutzte Klang als Mittel zur Katharsis – das erregende Gegenteil von schnödem Pop.

Das Beste zum Schluss: Bon Ivor
LowBeats Bewertung Bon Iver: 22, A Million. Erschienen bei Jagjaguwar/Cargo