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Die besten CDs zum Schluss – Merry Christmas!

Michael Kiwanuka: Love & Hate

Die besten CDs zum Schluss VMichael Kawanuke: "Love & Hate"
Michael Kiwanuka: Love & Hate (Cover: Amazon)

Dass Michael Kiwanuka sich auf klassischen Sixties-Soul in der Tradition von Altvorderen wie Bill Withers oder Otis Redding versteht, steht seit seinem 2012er-Debüt „Home Again“ außer Frage. Aber „nur“ als Soul Man sah sich der Brite mit ugandischen Wurzeln schon damals nicht. Auf Love & Hate ignoriert Kiwanuka jedwede Black-Music-Klischees noch stärker als auf seinem folk-getönten Debüt. Lediglich in „One More Night“ geben knorrige Bläser den Ton an; ansonsten dominieren psychedelische Gitarren und fein dosierte Streicher- und Pianosounds die Songs, die gleich mehrmals die sieben-Minutengrenze streifen bzw. überschreiten. Und „Cold Little Heart“ driftet über zehn so komplexe wie kurzweilige Minuten hinweg in fast Pink-Floyd-artige Art-Rock-Gefilde. Während manche Kollegen das Genre Retro-Soul clever zu einem geschmeidigen, gut verkäuflichen musikalisches Möbelstück degradieren, setzt Kiwanuka für Love & Hate weit mehr auf feine Zwischentönen unerwartete Arrangement-Kombinationen und ausgefeiltes Songwriting als auf schicke Vintage-Patina – passend für die besten CDs zum Schluss.

Das Beste zum Schluss: Michael Kawanuka
LowMichael Kiwanuka: Love & Hate. Erschienen bei Polydor/Universal