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Die Nadeleinschübe der Audio-Technica VM-Serie
Die vier Nadeleinschübe machen eine vielköpfige Tonabnehmerfamilie: Die neue Audio-Technica VM-Serie im LowBeats Familientest (Foto: P.Schüller)

Tonabnehmer-Familientest Audio-Technica VM-Serie

Auf der diesjährigen Consumer Electronic Show hat Audio-Technica, der weltweit größte Hersteller für Kopfhörer und Tonabnehmer, wieder einmal gezeigt, wo der Tonabnehmer-Hammer hängt und mit seiner Audio-Technica VM-Serie ein gutes Dutzend neuer Moving Magnet (MM-) Abtaster  im Preisbereich zwischen 150 und 700 Euro auf den Markt gebracht. Die Japaner positionieren sich damit etwa in der gleichen Preisklasse wie Branchenprimus Ortofon mit seiner 2M-Serie – allerdings mit sehr viel mehr Modellen. Die hohe Anzahl der VM-Tonabnehmer ergibt sich daraus, dass Audio-Technica hier drei verschiedene Tonabnehmer-Bodys und sieben verschiedene Nadel-Typen kombiniert. Hinzu kommen zwei Spezial-Abtaster für Mono-Aufnahmen (VM670SP). Doch die heben wir uns für einen späteren Spezialbeitrag auf. Für den vorliegenden Familientest haben wir uns die Kern-Modelle der neuen Audio-Technica VM-Serie vorgenommen. Also:

Die folgende Slideshow zeigt die Testkandidaten:

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Dual Moving Magnet Stereo-Tonabnehmer AT VM740ML
AT VM740ML: Dual Moving Magnet Stereo-Tonabnehmer mit MicroLine™ Nadel (Foto: Audio-Technica)
Dual Moving Magnet Stereo-Tonabnehmer AT VM540ML
AT VM540ML: Dual Moving Magnet Stereo-Tonabnehmer mit MicroLine™ Nadel (Foto: Audio-Technica)
Dual Moving Magnet Stereo-Tonabnehmer AT VM530EN
AT VM530EN: Dual Moving Magnet Stereo-Tonabnehmer mit Elliptical Nude Nadel (Foto: Audio-Technica)
Die Audio Technica VM-SerieAudio-Technica VM520EB
AT VM520EB: Dual Moving Magnet Stereo-Tonabnehmer mit Elliptical Bonded Nadel (Foto: Audio-Technica)
Die Audio Technica VM-SerieAudio-Technica VM520EB/H
AT VM520EB/H: Dual Moving Magnet Stereo-Tonabnehmer mit Elliptical Bonded Nadel. Baugleich mit VM520EB, aber eingebaut im Headshell für Tonarme mit Bajonett-Anschluss (Foto: Audio-Technica)
Die Audio Technica VM-SerieAudio-Technica VM510EB
AT VM510CB: Tonabnehmer mit Conical Bonded Nadel (Foto: Audio Technica)
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Wie bei vielen MM-Tonabnehmern ist auch bei der Audio-Technica VM-Serie der Nadelersatz oder auch das Aufrüsten auf einen besseren Abtaster kinderleicht: Der Nadeleinschub des Systemkörpers wird einfach ausgetauscht. Allein durch Wechsel des Nadelträgers bietet Audio-Technica hiermit eine sehr elegante Möglichkeit des Upgrades. Und keine Bange: Das klappt in der Praxis perfekt – wie wir hier im Test beweisen konnten.

Die Audio Technica VM-Serie: der Nadeleinschub
Im Nadeleinschub sitzt die gesamte Abtasteinheit. Man kann also einfach ein 510er kaufen und später hochrüsten. Hier der Einschub des Audio-Technica VMN20 (Foto: P. Schüller)

Deshalb haben wir bei Audio-Technica nur zweimal das komplette VM520 (einmal klassisch in der EB-Variante, einmal als im Headshell eingebaute H-Version) und das VM740ML sowie zwei Nadeleinschübe mit zwei Nadeln VMN10CB und VMN30EN bestellt und konnten trotzdem sechs Tests durchführen. Das VM510CB, das VM520EB, das VM530EN und das VM540ML (Einschub aus dem VM740ML) wurden durch Umstecken der Nadel am 520er Systemkörper gemessen und aufgenommen, die VNM40-Nadel sowohl im 500er als auch im 700er Systemkörper (der nur Nadeleinschübe an VNM40 und höher akzeptiert) gemessen und gehört. Und Surprise, Surprise: Da waren doch vergleichsweise große Unterschiede festzustellen…

Neben der Konstruktion ist der Abtastdiamant und sein Schliff von zentraler Bedeutung für den Klang: Die Eigenschaften des ganzen Tonabnehmers werden vom Nadeleinschub – und natürlich auch von der Nadelform – maßgeblich beeinflusst. Und hier bietet die Audio-Technica VM-Serie eine große Vielfalt: Es gibt Conical Bonded (konisch, verklebt), Elliptical Bonded (elliptisch, verklebt), Elliptical Nude (elliptisch, aus einem Stück) und MicroLine™.

Die Audio Technica VM-Serie: verschiedene Nadelschliffe
Die Zeichnungen geben eine Übersicht über die verschiedenen Nadelschliffe. Hier wird deutlich, warum die einfachen konischen Schliffe nicht alle Information aus der Rille holen können – sie sind zu rundlich (Zeichnung: Audio-Technica)

Was man schon in der vereinfachten Zeichnung kaum unterschieden kann, ist mit bloßem Auge natürlich doppelt schwer. Wir haben deshalb versucht, mit einer Spezialkamera die Unterschiede ausfindig zu machen.

Familientest Audio-Technica VM-Serie: die Spezialkamera
Auf die Spitze getrieben: Mit einer Uhrmacherlupe konnte jeder Abtast-Diamant präzise abgebildet werden (Foto: P. Schüller)

Dafür haben wir eine Spezialkonstruktion gebaut, um eine Uhrmacherlupe so vor die Kamera zu arretieren, dass die Abbildungen der einzelnen Nadel möglich werden. Die Unterschiede sind trotz der beeindruckenden Bilder nur sehr vage zu erkennen – siehe Slideshow.

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Audio-Technica VM-Serie: VMN40 MicroLIne
Der MicroLine-Schliff des VMN40 Nadeleinschubs (Foto: P. Schüller)
Audio-Technica VM-Serie: VMN30 elliptisch Nude
Der elliptische Schliff des „reinen“ Abtastdiamanten des VMN30 (Foto: P. Schüller)
Audio-Technica VM-Serie: VMN30 elliptisch aufgeklebt
Der elliptische Schliff der aufgeklebten Diamantspitze des VMN20 (Foto: P. Schüller)
Audio-Technica VM-Serie: VMN10 konisch aufgeklebt
Der konische Schliff der aufgeklebten Diamantnadel-Spitze des VMN10 (Foto: P. Schüller)
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Audio-Technica hat die verschiedenen Varianten gut im Griff: man hört die Unterschiede recht deutlich. Nach oben hin wird es immer feiner, offener, detailreicher.

Audio-Technica VM-Serie: die besseren MM-Abtaster?

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, arbeiten alle Tonabnehmer zur Schallplattenwiedergabe nach dem elektro-dynamischen Prinzip. Dabei wird die in den Rillen der Schallplatte in mechanischer Form vorliegende Toninformation durch Induktion in elektrische Spannung gewandelt, die anschließend – nach gehöriger Verstärkung  durch die Phonostufe – vom Lautsprecher in Schalldruckschwankungen verwandelt und somit hörbar gemacht wird.

Beim Dynamo-Prinzip ist es gleichgültig, ob die induzierte Spannung durch bewegte Leiterspulen im ruhenden Magnetfeld erzeugt wird (man spricht dann von Moving Coil, kurz MC-Systemen), oder ob dies ein in feststehenden Spulen von der Abtastnadel bewegter Magnet übernimmt (Moving Magnet, kurz MM-System). Daneben gibt es mit Moving Iron (MI) noch die Mischform, bei der ein von der Nadel bewegtes magnetisches Eisenjoch den Magnetfluss des feststehenden Magneten moduliert und dabei in der ebenfalls feststehenden Spule eine Wechselspannung induziert.

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