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Klangstein Experte Klaus Feßmann
Klaus Feßmann ist Musiker und Komponist und beherrscht die Kunst, Klangsteine zu spielen (Foto: H. Biermann)

Klaus Feßmann: Meister der Klangsteine

Besuchstermin bei Klaus Feßmann in Iffeldorf/Oberbayern. Feßmann ist Professor für Komposition am Mozarteum in Salzburg. Er ist Musiker, Künstler, Architekt – ein sympathischer Tausendsassa, dem die 24 Stunden eines Tages normaler Weise nicht reichen, um  umzusetzen, was er alles gern gemacht hätte. Und Feßmann ist einer der wenigen Menschen, die Steine zum Singen bringen.

Wie bitte? Ja genau. Wir reden über Klangsteine. Als ich das erste Mal davon hörte, dachte ich eher an Klangschalen aus Stein. Aber weit gefehlt. Klangsteine sind richtige Blöcke und Klaus Feßmann hat ein ganzes Arsenal davon.

Der Sound der Klangsteine ist ein ganz besonderer: Klangsteine machen polyphone, das heißt sich überlagernde Töne.

Das ist erst einmal ungewohnt und auch nicht immer schön – aber sehr energetisch, tief berührend und irgendwie auch sehr archaisch. Aber es ist komplett sinnlos, zu versuchen, das Erlebnis Klangsteine zu beschreiben.

Wir waren vorsichtshalber mit Kamera und Mikrofon bei Klaus Feßmann, um ihn A.) zu interviewen, B.) natürlich auch seine Klangsteine spielen zu hören. Der LowBeats Film gibt einen ganz guten Eindruck, wie es klingt, wenn die Steinen singen.

Nicht alle Steine sind geeignet, aber doch sehr viele. Feßman bevorzugt jene, die nur noch wenig Wasser in sich tragen.

Die kommen meist aus der Wüste oder anderen sehr heißen Orten. Die Steine aus den Alpen brauchen ewig, um den Trocknungsgrad zu bekommen, den Feßmann bevorzugt.

Damit Steine in dieser Weise überhaupt klingen können, müssen sie auf spezielle Weise bearbeitet sein. Heißt: Alle haben eine sehr glatte Oberfläche und alle haben tiefe, parallele Einschnitte. Im Grunde sieht so ein Klangstein wie ein breiter Kamm aus.

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Bearbeitung von Klangsteinen
Klangsteine sind aufwändig bearbeitet: geschliffen, poliert und sauber eingefräst (Foto: H. Biermann)
Klangsteine
Es gibt viele unterschiedliche Formen und Größen; jeder Stein klingt unterschiedlich (Foto H. Biermann)
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Wer ein Faible für besondere Töne hat, muss die gespielten Klangsteine mal gehört haben. Feßmann ist öfter on tour: Zusammen mit dem Harfenisten Georg Baum und seiner Frau Andrea Letzing-Feßmann hat er das Ensemble Laetare gegründet, das auch schon einige CDs herausgebracht hat.

Aber diese Musik aus der üblichen Konserve ist eigentlich widersinnig, sagt Feßmann: „Meine Klangsteine haben ein Frequenzspektrum von 8 – 22.000 Hertz  – das ist viel zu groß für die limitierte CD.“

Vor allem aber hat der Professor schon längst eine therapeutische Wirkung der von ihm gespielten Steine festgestellt:

„Ich hatte etliche Patienten mit Tinnitus; einige wenige Sitzungen mit den Klangsteinen und der Tinnitus war weg. Bei mir waren aber auch Schmerzpatienten, die nahmen jeden Tag Mengen von Schmerzmitteln. Es gab nicht wenige, die waren nach der Arbeit mit den Klangsteinen quasi schmerzfrei.“

Feßmann hat für diese therapeutische Arbeit eine Steinplatte entwickelt, auf die sich der Patient legt; die Kopplung Stein/Körper ist so sehr hoch.

Dann stellt Feßmann seinen Klangstein auf dieselbe Unterlage und spielt so lange, bis Stein und Patient im Einklang sind.

Das funktioniert natürlich nur „live“. Aber es funktioniert überraschend gut.

LowBeats Interview: Klaus Feßmann demonstriert seine Klangsteine

Weitere Informationen unter: www.klangsteine.com

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Im Garten der Familei Feßmann
Hier lässt es sich arbeiten: Der Schwabe Feßmann ist ins Oberbayerische gezogen, auch, weil die Umgebung hier so inspirativ ist (Foto: H. Biermann)
Klangsteine auf Terasse
Auch die Terrasse ist bestens bestückt mit Klangsteinen (Foto: H. Biermann)
Das Atelier von Klaus Feßmann
Das Atelier von Klaus Feßmann. Auch hier mangelt es selbstverständlich nicht an Klangsteinen … (Foto: H. Biermann)
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