Home / Test / Digital Audio / All-In-One / Lindemann Musicbook:15 DSD –  geniale DAC-Vorstufe mit CD
Das Lindemann Musicbook:15 von oben
Das Lindemann Musicbook:15 ist eine DAC-Vorstufe mit eingebautem CD-Player und hervorragendem Klang. Es kostet 3.780 Euro (Foto: Lindemann)

Lindemann Musicbook:15 DSD –  geniale DAC-Vorstufe mit CD

Lindemann Audio hatte viele Jahre den Nimbus des klassischen Highenders: Die Komponenten genügten höchsten Anforderungen und hatten alle das 19 Zoll Gardemaß (oder größer). Doch vor drei Jahren machte Mastermind Norbert Lindemann einen radikalen Schnitt und fertigt seitdem Komponenten, die viel mehr auf die Jetzt-Zeit ausgerichtet sind: kleiner, feiner, smarter. „Musicbook“ heißt diese Komponentenreihe, zu denen auch das hier vorgestellte Lindemann Musicbook:15 DSD gehört.

Man könnte sagen, Lindemann baut Lifestyle-Geräte. Das klingt in den Ohren eines Audiophilen vielleicht etwas abschätzig, ist es aber nicht. Denn Lifestyle nach Lindemann-Art erfüllt immer noch allerhöchste Ansprüche, sieht nur einfach sehr viel besser aus.

Vier Geräte umfasst die Lindemann´sche Musicbook-Reihe (die Modelle 10, 15, 20 und 25), allesamt DAC- oder Streamer-Vorstufen in verschiedenen Ausbaustufen, die mit ihren zierlichen Abmessungen von 280 x 65 x 220 mm (B x H x T), ihrer umfassenden und hoch modernen Ausstattung sowie ihrem perfekt verarbeiteten Aluminium-Gehäuse augenblicklich ein unwiderstehliches „Das-will-ich-haben-Gefühl“ verströmen. Es sind audiophile Kleinode, die man einfach gern im Wohnzimmer stehen hat.

Vorwärts Zurück
Lindemann Musicbook:15 und FB
Das Musicbook:15 in seiner ganzen Pracht. Mit seinen dezenten Abmessungen von gerade einmal 28 x 6,5 x 22 cm (B x H x T) passt es wunderbar in jede Wohnsituation (Foto: Lindemann)
Der On/Off-Schalter des Lindemann Musicbook:15
Der On/Off-Schalter des Musicbook:15 ist dezent im Deckel eingelassen (Foto: H. Biermann)

 

Die Fernbedienung des Lindemann Musicbook:15
Die Fernbedienung des Musicbook:15 ersetzt die App. Sie ist zwar vergleichsweise groß, aber – was will man machen – es sind halt auch viele Funktionen drauf. Und nach einem kurzem Studium der Bedienungsanleitung erweist sie sich als wirklich klug durchdacht (Foto: H. Biermann)

 

Vorwärts Zurück

Lindemann bewies den richtigen Riecher. Während die Stückzahlen des klassischen 19 Zoll High End immer mehr rückläufig sind, erarbeiteten sich seine Musicbook-Komponenten schon in kurzer Zeit einen exzellenten Ruf. Und der wird womöglich noch besser. Mitte 2016 kam die neueste Generation Musicbook mit dem Zusatz DSD auf den Markt.

Mit dieser Generation erneuerte Lindemann die Serie umfassend: mit neuem Bluetooth-Interface, neuem USB- und D/A-Wandler, überarbeiteter Vorstufe und neuem Class-A-Kopfhörerverstärker. Norbert Lindemann war einige Stunden bei LowBeats und schwärmte ausführlich von der Generation DSD: „Es ist erstaunlich, was damit mehr geht.“

Das hier vorgestellte Lindemann Musicbook:15 ist eine Vorstufe mit USB-DAC und integriertem CD-Laufwerk und hat im Gegensatz zu seinen beiden größeren Geschwistern Musicbook:20 und 25 keinen Streamer eingebaut. Mit zwei analogen (Cinch) und fünf digitalen (2 x SPDIF, 2 x optisch, 1 x USB) Eingängen plus Bluetooth-Fähigkeit ist das Musicbook:15 dennoch für die Moderne mehr als gut gerüstet.

Wer unbedingt streamen möchte, greift zum nächstgrößeren Modell oder streamt über seinen angeschlossenen Rechner. Vor allem aber bietet das Lindemann  Musicbook:15, was bei vielen anderen High End Firmen (Beispiel Linn) schon lange nicht mehr im Fokus steht: einen CD-Player.

Das Lindemann Musicbook:15 von hinten
Das Musicbook:15 DSD von hinten. Insgesamt acht Eingänge (inklusive Bluetooth, siehe Antenne) und zwei Ausgänge – einer davon als XLR – sind ein veritables Angebot (Foto: H. Biermann)

Das eingebaute CD-Laufwerk ist von Teac und stammt ursprünglich aus dem Car-HiFi-Bereich. Was erst einmal nicht sonderlich audiophil klingt, hat dennoch eindeutige Vorteile.

Zum einen gibt es ja kaum noch CD-Laufwerke, zum anderen sind gerade die Auslese-Vorgänge bei einem Car-HiFi-Modell wegen der Robustheit der Konstruktion und des großen Zwischenspeichers für highendige Wiedergabe besonders gut geeignet. Doch wer  hier wegen des Zusatzes DSD ein SACD-Laufwerk vermutet, wird enttäuscht: mehr als CDs beziehungsweise CD-Rs kann das Musicbook:15 DSD nicht auslesen.

Das CD-Laufwerk des Lindemann Musicbook:15
Das CD-Laufwerk des Musicbook:15 sitzt direkt unter dem Deckel des schönen Tausendsassa. Der Vergleich mit der Batterie (AA) zeigt die geringe Größe (Foto: H. Biermann)

Das macht aber nichts. Denn jedes hereinkommende Digitalsignal – von welchem Eingang auch immer, also auch CD – wird erst einmal intern auf DSD 256 hochgerechnet. Nach diesem Schritt gelangen die Signale zum Wandler, dem AKM AK4490. Von dem 32-Bit/768-kHz-DAC verwendet Norbert Lindemann gleich zwei – nämlich je einen pro Kanal.

Einer der Vorzüge des DSD Streams ist ja, dass der Wandler eigentlich nicht viel zu tun bekommt: Er muss das Signal lediglich filtern. Jede weitere Signalbearbeitung erfolgt analog, wie auch die Vor-Verstärkung der Signale sowie die Lautstärkeregelung.

Der Innnenaufbau des Lindemann Musicbook:15 DSD
Der Innenaufbau des Musicbook:15 DSD ist geprägt von SMD-Technik und kürzestem Platinen-Layout. Links das gekapselte Netzteil (Foto: Lindemann)

Wem das interne Hochrechnungsverfahren Verfahren nicht geheuer ist, kann da gegensteuern. Das Menü des Lindemann Musicbook:15 DSD bietet hier unter dem Menü-Punkt DAC-Settings drei mögliche Handlungsstränge:

1.) der >native< Modus. Damit bleibt alles, wie es hereinkommt: DSD bleibt DSD, CD (PCM 16/44,1) bleibt CD.
2.) die Quasi-Werkseinstellung (>DSDx2x4<). Damit wird alles intern auf DSD128 oder DSD256 hochrechnet
3.) die DXD HighestRES-Variante (>PCMx2x4x8<). Damit wird intern alles – abhängig vom Eingangssignal – auf 352,8 kHz oder 384 kHz hochgerechnet.

Ich habe mir die verschiedenen Modi mit CD und USB lange angehört und komme zum gleichen Schluss wie Norbert Lindemann: Die Werkseinstellung ist die klanglich beste. Sie bietet mehr Auflösung als die native und etwas mehr Druck als die DXD-Einstellung. Also beließ ich es bei >DSDx2x4<.

Seite 1    Lindemann Musicbook:15 DSD: Konzept, Ausstattung
Seite 2    Synchrones USB, Klang, Fazit, Bewertung