Home / Test / Digital Audio / Marantz HD AMP1 / CD1: HiFi modern im Retro-Look
Das Bullauge des Marantz HD AMP1
Das Bullauge ist das stilbildende Designelement bei der ausgesprochen adretten Marantz HD-Linie. Es gehört zum Vollverstärker AMP1 wie der CD-Player CD1. Die Preise: HD AMP1 = 1099 Euro, HD CD1 = 599 Euro (Foto: Marantz)

Marantz HD AMP1 / CD1: HiFi modern im Retro-Look

Marantz HD AMP1 + CD1 im IKEA Expedit
Passt perfekt in ein Fach des IKEA Klassikers Expedit: die Kombination aus Marantz Vollverstärker HD AMP 1 und der dazugehörige CD-Player CD 1. Beide kosten knapp 1.100 Euro (Foto: H. Biermann)

Marantz genießt bei HiFi-Kennern einen legendären Ruf. Schon die geburtenstarken Jahrgänge lernten die Produkte des 1951 in Queens, New York gegründeten Unternehmens schätzen als hervorragend klingend, aber gar nicht so teuer. Ab den 1970er-Jahren gelang es Gründer Saul Bernard Marantz, seine anspruchsvollen Komponenten noch ein bisschen günstiger als die der etablierten, englischen Konkurrenz in Europa anzubieten. Das blieb hängen. Noch heute sind die legendären Receiver dieser Zeit – wie der Model 4800 oder der Marantz Model 238B absoluter Kult. 1980 wurde Marantz an Philips verkauft und bedingt durch die hohe Ähnlichkeit, die die Produkte irgendwann hatten, drohte der einstige Glanz des amerikanischen Vorzeige-Unternehmens allmählich zu verblassen. Doch seit 2002 ist Marantz eine Marke der „D+M Group“ mit Sitz in New Jersey. Dazu gehören, wie der Name schon andeutet, Denon und Marantz, aber auch der Lautsprecherhersteller Boston Acoustics. Marantz hat unter „D+M“ wieder zu alter Stärke gefunden und Design-Anleihen an frühere Produktlinien lassen auch die Herzen älterer Fans höher schlagen. Das gilt auch oder gerade für die neuen Midsize-Komponenten Marantz HD AMP1 und CD1.

Bei dieser Kombination aus Vollverstärker und CD-Player ist es den Designern gelungen, den Charme und die anmutige Optik der highendigen Marantz-Geräte in einer Basisbreite von 30,4 Zentimeter unterzubringen und das Ganze mit einer modernen Ausstattung zu kreuzen: Das sieht bezaubernd aus.

Und auch für die Maße muss man die Japaner lieben. Die hübsche Kombi passt nämlich haargenau in ein Fach des millionenfach verkauften Expedit von IKEA. D

ie Schweden haben ja einen Großteil der deutschen Wohnzimmer in 33,5 x 33,5 Zentimeter große Quadrate eingeteilt; warum die HiFi-Industrie diesen Umstand so wenig berücksichtigt, habe ich nie verstanden. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vorwärts Zurück
Marantz HD AMP 1 Seite
Das Design fast wie früher – mit Seitenwangen, die wie Mahagoniholz aussehen. Nur alles im Midsize-Format (Foto: Marantz)
Die abgenommenen Seitenwangen des Marantz HD AMP 1
Die Seitenwangen sind aber nicht aus Holz, sondern aus Hochglanz-lackiertem Kunststoff und Teil des vibrationsarmen Konzepts. Damit das Ganze nicht zu sehr nach Plastik klingt, wurden die Seitenwangen durch ein kräftiges Metallblech verstärkt (Foto: H. Biermann)
CD-Lade des Marantz HD CD1
Beim Marantz HD CD1 nahmen die Designer die Idee der Holz-Applikation auch für die CD-Lade noch einmal auf (Foto: H. Biermann)
Vorwärts Zurück

Marantz HD AMP1: Vollverstärker mit viel Digitaltechnik

Der HD AMP 1 kann sich sehen lassen. Eine aufgeräumte und massive Alufront wird mittig durch ein rundes Display gekrönt, das in dezentem Blau die Eingangswahl oder eingestellte Parameter anzeigt. Marantz selbst nennt das Instrument „Bullauge“, dabei erinnert es doch unverkennbar an die Oszilloskopen-Röhre der Marantz-Tuner aus den 1960er und 1970er Jahren, die zur exakten Senderabstimmung verbaut waren (z.B. Model 150). Schöne Sache.

Etwas schade: Die „Retro“-Wangen an den Gehäuseseiten sind nicht aus Holz, sondern aus Plastik und auch nur bedingt abnehmbar. Übrigens: Wer eine Familienähnlichkeit zum USB-D/A-Wandler Marantz HD DAC1 erkennt, hat recht, der HD AMP1 ist mit dem Kopfhörerverstärker eng verwandt.

Anschluss findet der Verstärker trotz kompakter Ausmaße (30,4 x 10,7 x 35,2 cm) genügend: Zwei Stereo-Cinch-Eingänge für analoge Zuspieler stehen zur Verfügung und jede Menge digitale Kontakte: USB-A, USB-B, S/PDIF-Koaxial und zweimal S/PDIF-optisch.

Ein Phono-Eingang fehlt, dafür lädt der USB-A-Eingang an der Vorderfront zum Anschluss an iPhone & Co ein. Diese können direkt dort angeschlossen und auch geladen werden, sogar im Standby-Modus des Amps – praktisch.

Im Inneren des Marantz HD AMP1 werkelt ein High-Current D/A-Wandler von SABRE, der 384 kHz/32 Bit verarbeiten kann. An dieser Stelle ist das Kürzel HD also durchaus gerechtfertigt. Verstanden werden die Formate WAV, WMA, MP3, FLAC, ALAC, AAC, AIFF und sogar DSD – also alles, was in der Praxis allgemein gefordert wird.

Per Remote-Anschluss sind auch andere Marantz-Geräte mit der Verstärkerfernbedienung nutzbar. Erstaunlich allerdings, dass ein Verstärker mit diesem Anspruch keinen Kontakt zu Bluetooth oder WLAN findet.

Dafür kann der Verstärker mit PCs oder Macs kommunizieren, eine Treiber-CD liegt bei. Ganz im Gegensatz zu einer Bedienungsanleitung. Die gibt’s nur im „So stöpseln Sie richtig“-Format, das allerdings sehr gut und selbsterklärend. Vollumfängliche Infos gibt es als PDF zum Download im Netz.

Seite 1    Marantz Vollverstärker HD AMP1: Ausstattung, Details
Seite 2    Marantz HD AMP1: Praxis- und Hörtest, Einzelbewertung 
Seite 3    Marantz Player HD CD1: Hörtest, Einzelbewertung, Fazit und Gesamtbewertung HD AMP1 + CD1

Der DAC-Vollverstärker Marantz HD AMP 1 von innen
Bei begrenztem Platz ist alles etwas gedrängt. Und das vergleichsweise kleine Netzteil (Mitte rechts) macht deutlich, dass die Leistung im zweistelligen Wattbereich bleibt. 70 Watt pro Kanal gibt Marantz an; ein Wert, der bei niedrigen Lautsprecher-Impedanzen wohl nicht gehalten werden kann. Für eine gehobene Lautstärke im LowBeats Hörraum reichte es dennoch an allen Lautsprechern … (Foto: H. Biermann)