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PhonoPhono – die Analog-Spezialisten

Dabei geht es in unserem Gespräch gar nicht nur um HiFi per se; so erfahre ich unter anderem, dass der Klassik-Fan Lützelberger als regelmäßiger Konzertbesucher viel lieber das kürzlich fertig gestellte Multi-Millionengrab Elbphilharmonie als das Milliardengrab BER-Flughafen in Berlin hätte… Wer jetzt glaubt, wir tauschen uns vielleicht auf ironische, zynische, bisweilen bissige und auch witzige Weise über weitere Themen abseits der Musikwiedergabe aus, der liegt nicht gerade völlig daneben – aber deshalb bin ich ja gar nicht hier! Jedenfalls nicht nur.

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Atsmosphäre bei PhonoPhono
Auch die Lichtstimmung bei PhonoPhono ist sehr schön. Es ist die Atmosphäre des Altbaus mit hohen Decken, Stuck und Parkett… (Foto: C. Bussler)
Angebot PhonoPhono
Die Auswahl an HiFi-Komponenten ist nicht sehr groß, aber sehr gediegen. So finden sich beispielsweise die überragenden Audiomat Röhren-Komponenten darunter (Foto: C. Bussler)
Laifwerke bei PhonoPhono
Die analoge Kompetenz schlägt sich nicht nur in der Vielzahl der Tonabnehmer-Angebote nieder. Auch Laufwerks-mäßig gibt es bei PhonoPhono einiges zu bestaunen. Zum Beispiel Laufwerke von Brinkmann und Nottingham (Foto: C. Bussler)
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Nein, ich habe ja einige konkrete persönliche Anliegen im Gepäck. So schlage ich mich von je her zum Beispiel mit dem Thema von zu viel Gain in meiner Gesamtkette mit Endstufen hoher Eingangsempfindlichkeit herum. Eine typische Eigenart gegenkopplungsfreier, dreistufiger Eintakttriodendesigns im Kleinleistungsbereich. Ein daraus folgendes, verwandtes Thema ist die Suche nach einem vollwertigen Röhrenvorverstärker inklusive Röhrenphonostufe mit lediglich einem Eingang ohne weitere Hochpegeleingänge; eine regelbare Phonostufe also mit geringem bis „Null“ Hochpegel-Gain, welche in der Lage ist, direkt die Endstufen zu treiben. Kurzum: Ich habe also relativ spezielle technische Problemstellungen mitgebracht, dessen Lösungen ich hier und heute nicht zwingend erwarte. Die ich aber bekomme…

Dem Ingenieur der Hochspannungstechnik Lützelberger huscht ob meiner Freude über die genannten Lösungsansätze ein verschmitztes Lächeln über das Gesicht als er sagt: „Wir können was!“ Recht hat er, und so wie er das sagt kommt das einfach richtig gut und sympathisch rüber: Ohne den leisesten Anflug von Arroganz trifft er den Nagel voll auf den Kopf. Ohne Übertreibung oder Pathos kann ich jedenfalls behaupten, noch niemals zuvor von einem HiFi-Händler so eine fundierte Beratung erfahren zu haben.

Natürlich reden wir auch über Plattenspieler. Und darüber, weshalb REGA bei PhonoPhono höchstes Ansehen genießt und deren Dreher so häufig empfohlen werden. Klar, weil sie so verdammt gut klingen, aber das tun sie laut Lützelberger unter anderem nämlich deshalb, weil sie bis ins letzte technische Detail ausgeklügelt sind und einfach keine Fehler machen. Sie stehen nicht bei allen Klangmerkmalen an der absoluten Spitze – aber in ihrer Gesamtheit schon, da hier das Ergebnis mehr ist als die Summe der Einzeldisziplinen. Diese Auffassung teile ich übrigens voll und ganz, der ich doch mittlerweile zum großen REGA-Fan mutiert bin. Und zwar nicht zuletzt deshalb, weil ich mich über den geringen Aufwand beim Justieren freue, welcher nötig ist, um die Spieler von der Insel zum Klingen zu bringen. Wer mit der Frickelei von Lautsprechern und Röhrenverstärkern zwei (hobbymäßige) Dauerbaustellen sein Eigen nennt, der freut sich über Ruhe an anderer Stelle!

Ungeachtet dessen verfügt PhonoPhono über ein sehr breit gefächertes Hersteller- und Geräte-Portfolio und verkauft wird ohnehin nur, was guten Gewissens empfohlen werden kann. Mir ist beim Besuch der PhonoPhono-Webseite bzw. des Online-Shops übrigens aufgefallen, dass – zumindest in meiner ganz persönlichen subjektiven Wahrnehmung – das Thema „Phono“ einen sehr prominenten Raum einzunehmen scheint. Das deckt sich jedoch nicht mit dem Angebot hier vor Ort in den Berliner Räumlichkeiten, wo alle Gerätegattungen ein völlig gleichberechtigtes Dasein fristen. Darauf angesprochen pflichtet Lützelberger bei und erwähnt, dass die Webdesign-Profis den Online-Auftritt bereits überarbeiten, um in der Kundenwahrnehmung fortan nicht mehr nur auf den „Plattenspieler-Spezi“ reduziert zu werden.

Nach diesem Besuch steht für mich jedenfalls fest, dass ich meine persönlichen Belange hinsichtlich Plattenspieler, Tonabnehmer und Phonostufe – der Komponenten also, bei denen ich „Ruhe“ brauche, unter anderem nämlich, weil ich viel zu hektisch und ungeduldig für regelmäßige fummelige Tonarm- und Pick-up-Justagen bin – ausschließlich in die Hände von PhonoPhono legen werde. Klar, es gibt zwar auch einen Online-Shop, aber ich werde es mir nicht nehmen lassen, mir mein „Zeug“ direkt hier vor Ort abzuholen, auch wenn für mich damit notwendigerweise eine relativ weite Reise in unsere Bundeshauptstadt einhergeht. Denn wie bereits eingangs erwähnt ist Berlin ja immer eine Reise wert – und PhonoPhono sowieso!

 

PhonoPhono Berlin

2016/12
Test-Ergebnis: 4,6

ÜBERRAGEND

Angebotsbreite
Service
Website

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Sehr guter Service
Extrem hohe Analog-Kompetenz
Vorbildliche Website