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Pro-Ject The Classic: ein LP 12 für 1.000 Euro?

Doch bevor ich jetzt den Film noch detaillierter nacherzähle, erliege ich nun dem Reiz des Einfachen und lege eine Platte auf.

So tönt der Pro-Ject The Classic

Der gut aufgelegte J.J. Cale steht mit Boilin‘ Pot (Album: 5) sehr livehaftig im Hörraum. Gitarre, Gesang, Beat und Drive – alles da und voller Energie und Spielfreude.

Ich erwische mich, wie ich vor Freude auf die Standfläche des Pro-Ject The Classic eintrommele… und höre: nix. Klasse, die Dämpfung der Füße und des Subchassis funktioniert sehr überzeugend und die Aufstellung des Geräts wird damit um einiges unkritischer als bei nahezu allen anderen Drehern dieser Preisklasse.

Sehr schön haben Pro-Ject The Classic mit Ortonfon 2M Silver und die Phonovorstufe Cambridge CP2 zusammengespielt. Jimmy Smiths Hammond B-3 (Album: Any Number Can Win) geht damit ordentlich groovy, die Raumstaffelung ist exakt, den Bass habe ich bei dieser Aufnahme aber schon präziser und tiefer gehört.

Hier ließe sich noch einiges tun, etwa das mitgelieferte Tonabnehmersystem gegen ein wesentlich hochwertigeres einzutauschen.

Einen Eindruck der klanglichen Auswirkung liefert hier das LowBeats Klangorakel mit dem Test der Ortofon 2M Systeme. Die mitgelieferten, hochwertigen Kabel lassen aber auch Moving Coil Tonabnehmer zu, der Tonarm hat ausreichend Reserven, selbst hoch anspruchsvolle Abtaster zu führen.

Und, ja natürlich, auch mit dem Phonovorverstärker ist zu experimentieren – die Möglichkeiten sind unendlich. Hier ist die richtige Kombination der einzelnen Teile wichtig, einfach mal testen und den eigenen Ohren vertrauen.

Ich habe es da einfacher, weil an der LowBeats Referenz-Vorstufe SPL Phonos klang es genau so, wie ich es mir vorstellte: The Classic lässt mich entspannt Musik hören, ohne über das nächste Update nachzudenken.

„Take This Hammer“ von Eric Bibb (Album: Blues, Ballads & Work Songs) treibt mit coolem Sound meine Stimmung, alles was mir da entgegenschallt, ist authentisch und nichts Gravierendes stört oder fehlt in der Reproduktion dieser großartigen Schallplatte.

Der ebenfalls von LowBeats getestete Rega Planar 3-2016 tönt im Vergleich etwas direkter, schneller. Damit ist er von den beiden eher der sehnige Sportwagen, während sich der Pro-Ject The Classic die seidig laufende 12-Zylinder Limousine zum Vorbild nimmt und dem Ohr mehr schmeichelt.

Es ist durch das Spazieren in der Plattensammlung spät geworden, so ist das eben mit nicht auf vordergründiges Bling-Bling abzielenden Classic-Produkten.

Als Sundowner lege ich Angus & Julia Stone (Album: Angus & Julia Stone) auf, genieße das kongeniale Geschwisterpaar und höre die beiden zwischen den Zeilen mit mir sprechen: Julia sagt, der Pro-Ject The Classic bleibt. Angus behauptet, ich hätte schon genug Spielzeuge. Beide haben recht …

Mehr zum Thema:
LowBeats TV-Beitrag zum The Classic
Erster Test Rega Planar 3-2016
Ortofon 2M-Familientest
Erster Test Phono-Vorstufe SPL Phonos

Pro-Ject The Classic

2016/12
Test-Ergebnis: 4,0

SEHR GUT

Bewertungen

Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Klingt ab Werk sehr dynamisch und löst gut auf
Subchassis mit guter Entkopplung
Sehr gute Preis/Leistungs-Relation
Verarbeitung nichts für Perfektionisten

Vertrieb:
ATR Audiotrade
Schenkendorfstraße 29
45472 Mülheim an der Ruhr
www.audiotra.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Pro-Ject The Classic: 1.000 Euro