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Test: DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core

DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core: Piksauberer Sound

Und genau so klang das dann auch. Im ersten Durchgang probierte ich ein Stereo-Setup mit den JBL-Aktivmonitoren, auto-korrigiert bis 500 Hertz. Musik vom Oppo Blu-ray-Player via Toslink per PCM klang wunderbar ausgewogen und musikalisch.

Sicher gibt es reine D/A-Wandler, die noch einen Hauch feingliedriger klingen, aber eben nicht so sauber wie diese nun entzerrte Kette. Da machte es auch nichts, dass das Anti-Mode-Kistchen nur bis 48 kHz Samplingrate verarbeitet. Die gelieferte Dynamik und Homogenität in der Raumabbildung klangen vorbildlich.

Und auch praktisch funktionierte der Finne als digitaler Vorverstärker prima, etwa die angenehm und feinstufig laufende Lautstärkeregelung. Wer Lust auf Frickeln hat, könnte nun mit den weiteren Tuning-Möglichkeiten den Klangcharakter nach Belieben und dabei sehr feinfühlig anpassen.

DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Das Einmess-Prozedere gibt Standard-Konfigurationen vor. Der Resultat ist ein perfekt entzerrter Frequenzgang (Animation: R. Vogt)

Dann kam die Königsdisziplin: Subwoofer entzerren. Dazu schloss ich den Marantz AV8802 symmetrisch und die Teufel Oncle Doc Subwoofer per Cinch an das Anti-Mode an. Auch hier lief das gut zehnminütige Gleitsinus-Geheule, bevor sich der Algorithmus mit dem selbst gefundenen Ergebnis zufrieden gab. Dann galt es, den Subwoofer-Pegel und das Delay im Bassmanagement des Marantz nachzutrimmen.

Und das konnte sich hören lassen, denn selten gab es im Hörraum – mit gegebenen Mitteln – einen so homogenen und breitbandigen, zugleich satten und präzisen Bass zu hören, der sich dann auch so nahtlos an die Lautsprecher angliederte.

Das Gehörte bestätigte eine Kontrollmessung mit dem XTZ Room Analyzer II Pro Meßsystem, das den vergleichsweise glatten Frequenzgang und das homogenere Abklingen des Raumes zeigte. Und trotz Vermeidung unnützer Anhebungen reichte nun auch der Frequenzgang bis deutlich unter 20Hz. Daraus resultierte eine angenehm druckvolle und körperhafte Abbildung, die sehr natürlich und realistisch wirkte. Gleichzeitig gab es aber knurrige Bassgitarren und knackige Bassdrums in der Musik. Eine wunderbare Balance.

Auch hier gibt es Tuningmöglichkeiten, um das Geschehen anzupassen: Entweder durch Beschneidung der unteren Grenzfrequenz die Maximalaussteuerung zu erhöhen, auch Lücken im Frequenzgang aufzufüllen (Bass-Kompensation) oder Zielkurven zu modifizieren, um es wärmer oder kerniger klingen zu lassen. All das ist kein Problem mit dem Filtern des DSPeaker.

Noch ein Effekt war einmal wieder deutlich wahrnehmbar: Die Mitten klangen mit dem entzerrten Subwoofer besser. Es ist ein bekannter psychoakustischer Effekt, dass unser Gehör sich in der Empfindlichkeit nach der Signalen hoher Energie richtet und nach starken Impulsen gar für ein paar Millisekunden fast taub ist.

Ein sauberer, dröhnfreier Bass erlaubt eine deutlich differenziertere Wahrnehmung im Mitteltonbereich. In diesem Falle gewannen Klavieranschläge an Attacke und Differenzierung, man konnte tiefer in den Raum hinein hören, Stimmen wirkten konturierter und waren von feinerer Textur.

Fazit: sensationelle Raumeinmessung, hochpräziser Bass

Der DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core ist das Top-Werkzeug, wenn es darum geht, ein elektronisches Feintuning zur Kompensation von Raummoden in einer Stereo- oder Surround-Anlage nachzurüsten. Selbst als digitaler Stereo-Vorverstärker taugt er.

Seine Stärke liegt aber in der exakten Raumanpassung von bis zu zwei Subwoofern. Die Einmess-Automatik funktioniert schlicht sensationell präzise. Die weiteren Filtermöglichkeiten sind mehr als vielfältig. Und die Handhabung ist dank des kleinen, klaren Displays exzellent gelöst. Eine uneingeschränkte Empfehlung.

Im Beitrag erwähnt:
AV-Vorverstärker Marantz AV8802 im Test
Vor-/Endstufen-Kombi Nubert nuControl / nuPower D im Test

Weitere Raumkorrektur-Konzepte:
Ratgeber: Raumkorrektur-System Linn Space Optimisation
Lautsprecher- und Raumkorrektur Trinnov Optimizer im Test

DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
2016/02
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND

Bewertungen:

Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Präzise automatische Einmessung
Sauberer, musikalischer Klang
Bedienkonzept mit grafischem Display
Bedienung ausschließlich per Fernbedienung

Vertrieb:
AK SoundServices
Im Kreuzbruch 29
64859 Eppertshausen
www.ak-soundservices.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core: 849 Euro

Galerie DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core

Messungen

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DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Subwoofer-Frequenzgang am Hörplatz mit Anti-Mode-Entzerrung. Das Spektrogramm zeigt ein homogenes Zerfallsspektrum (Messung: LowBeats)
DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Subwoofer-Frequenzgang am Hörplatz ohne Anti-Mode-Entzerrung. Das Spektrogramm zeigt den inhomogenen Nachhall mit deutlicher Resonanz (Messung: LowBeats)
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Die Hardware

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DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Das Gehäuse des DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core ist kompakt, der Bildschirm klein, aber kristallklar. Die robuste Verarbeitung schafft Vertrauen (Foto: R. Vogt)
DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Die flache Fernbedienung im Scheckkarten-Format (Foto: R. Vogt)
DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Man darf hier digital oder analog symmetrisch oder unsymmetrisch hinein und hinaus, sogar gemischt. Der (Mini-) USB-Anschluss dient Updates und als Audio-Eingang (Foto: R. Vogt)
DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Die robuste Verarbeitung mit den integrierten Kühlrippen ist tadellos (Foto: R. Vogt)
DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Das Einmess-Mikrofon von DSPeaker hat kein Gehäuse und ist per Seriennummer auf das Anti-Mode gematched (Foto: R. Vogt)
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Die Menüs

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DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Der Hauptbildschirm zeigt groß alle wichtigen Funktionen, etwa den roten Hintergrund während Bypass und den dezenten „Nachtmodus“ (Animation: R. Vogt)
DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Das Einmess-Prozedere gibt Standard-Konfigurationen vor. Der Resultat ist ein perfekt entzerrter Frequenzgang (Animation: R. Vogt)
DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core
Es steht eine Vielzahl an Filtern zur Verfügung (Animation: R. Vogt)
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