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iFi micro iPhono Phonovorstufe von oben
Die Phonovorstufe iFi micro iPhono ist in einem lecker aussehenden Alu-Strang verpackt und trotz Miniaturisierung absolutes Hightech. Der iFi iPhono kostet 479 Euro (Foto: H. Biermann)

Test iFi micro iPhono: beste 500-€-Phonostufe?

Auf der Suche nach den besten Phonovorstufen unter 500 Euro geriet der LowBeats Autor Carsten Bussler auch an den iFi micro iPhono (Preis ca. 479 Euro). Nicht ganz zufällig. Das kleine Kästchen hatte schon in den Anfangszeiten von LowBeats einen längeren Aufenthalt in der Redaktion und dort – wie auch der mobile DAC iPurifier2 – einen guten Eindruck hinterlassen. Zudem schwärmen doch ziemlich viele Analogies in den verschiedenen Foren von dem kleinen „Wunderding“ des Thorsten Lösch. Man muss an dieser Stelle vielleicht vorwegschieben, dass der Entwickler schon mit AMR (Abbingdon Music Research) klanglich fantastische Komponenten auf den Markt brachte, die aber nicht immer ganz günstig und optisch nicht alle mehrheitsfähig waren und es so am Markt ziemlich schwer hatten.

Mit iFi hat Lösch dagegen eine Komponentenreihe aufgelegt, die im besten Sinne „smart“ ist: Die Modelle klingen gut, sehen bezaubernd aus und sind wirklich günstig. So jedenfalls der Tenor im Netz. Aber stimmt das auch? Carsten Bussler hatte den iPhono über einige Wochen im Test. Sein Resümee lesen Sie hier:

Mit dem für das Gerät aufgerufenen „Ablösebetrag“ von fast 500 Euro im Hinterkopf schien mir dieses kleine, leichte Gerät doch etwas mickrig daherzukommen und ambitioniert bepreist zu sein. Nix da mit hochwertiger Haptik, und was sollte in diesem Minigehäuse schon drin stecken …? Doch mein erster Blick täuschte! Der iFi micro iPhono schießt den (Ausstattungs-)Vogel ab. Das kleine Leichtgewicht erlaubt über drei Mäuseklaviere auf der Geräteunterseite derart viele Einstellungen, dass die Erläuterung aller Details bzw. die Nennung aller Werte hier den Rahmen sprengen würde. Besonders erwähnenswert sind allerdings die möglichen Entzerrungskurven: Neben RIAA sind z.B. auch Decca oder Columbia verfügbar – ein sehr schönes Gimmick für ältere Vinylschätze. Ein kleines Manko an dieser Stelle: Das Einstellen per Mäuseklavier auf der Unterseite der IFi micro iPhono erschein mir etwas mühsam. Aber dank der aufgedruckten Tabellen (siehe Bild) kann man nichts verkehrt machen. Und letztendlich ist ja ohnehin nur wichtig, was hinten rauskommt, sprich: wie es klingt.

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Anschlüsse des iFi iPhono
Die Eingänge des iFi micro iPhono lassen sich MM- oder MC-Tonabnehmer anschließen. In der Mitte der Anschluss für die Erde (Foto: H. Biermann)
Die Rückseite des iFi iPHono
Der Ausgang des iFi micro iPhono mit dem Kontakt für das Netzteil und die Umschaltung für die Schallplatten-Entzerrung (Foto: H. Biermann)
Die Unterseite des iFi iPhono
Auf der Unterseite des iFi micro iPhono befinden sich zwei Mäuseklaviere zur optimalen Anpassung von MM- oder MC-Tonabnehmer (Foto: H. Biermann)
Das Zubehör des iFi micro iPhono
Das Zubehör des iFi micro iPhono: mit Cinch-Kabel und Netzteil (Foto: H. Biermann)
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Wichtig: Einspielen vor dem Hörtest

Cover Of Monsters And Men
Moderner, griffiger, treibender Pop aus Island (Cover: jpc)

Zum Abhören verwendete ich den Preisklassen-mäßig noch so gerade passenden Rega RP1 mit Ortofon 2M Blue, eine Kombination, die ich für überragend gut halte. Doch frisch ausgepackt und angeschlossen gefiel er mir nicht. Nach drei Tagen am Netz und einer Einspielzeit von knapp 24 Stunden sah die Sache schon ganz anders aus. Und nach weiteren 24 Stunden des zeitweisen Hörens stand für mich fest: Das hier ist ein ganz heißer Kandidat für einen Most-Bang-for-the-Buck-Award! Fast glaubte ich, eine röhrenbestückte Phonostufe im vierstelligen Preissegment spielen zu hören. Eine derartige Klangfarbenpracht, ein so großzügiger, weiter Raum, Spielfreude, Druck, Kraft, Substanz, fantastisches Auflösungsvermögen. Die Stimme von Nanna Bryndís Hilmarsdóttir (Of Monsters and Men / Beneath The Skin) kam wunderbar frei, offen und mit genau dem richtigen Ton. So etwas habe ich auf diesem Niveau in der 500-Euro-Klasse noch nie gehört – ganz zu schweigen von den beiden günstigeren Vorstufen Musical Fidelity V90-LPS (hier geht’s zum LowBeats Test) oder Pro-Ject Phono-Box DS (Test ist ab morgen online), die ich zum Vergleich zu den unteren Preisklassen heranzog. Dazu zeigte der iFi micro iPhono eine extreme Rauscharmut (wozu eine Röhre so nie fähig wäre), einen knurrenden, tiefen und dennoch konturierten Bassbereich, kristallklare Höhen ohne analytische Härte… Hier stimmt einfach alles. Fehler? Fehlanzeige! Höchstens eine Charaktereigenschaft sei erwähnt (kein Kritikpunkt), nämlich, dass der iFi micro iPhono sich in seiner Darstellung bezogen auf die Grenze zwischen „warm“ und „kalt“ eher ein bis zwei Grad auf die kühlere Seite legt, gleichwohl weit entfernt von harter Analytik. Ich habe das Hören mit dem iPhono trotzdem sehr genossen – und werde das wohl noch sehr viel länger tun …

Fazit: Bester Phono-Amp unter 500 Euro

Von den Einstellmöglichkeiten her gibt es kaum Besseres und klanglich liegt mir als Röhren-Freund der iPhono besonders nah, weil er zwar alle Vorzüge des Transistors mitbringt, aber letztendlich wie eine richtig gute Röhre klingt: zart, fein, natütlich und an den richtigen Stellen vollmundig. Was bleibt da zu sagen? Bester Phono-Amp unter 500 Euro, dicke LowBeats Empfehlung.

iFi micro iPhono

2016/03
Test-Ergebnis: 4,7

ÜBERRAGEND

Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Ausgewogen röhrenähnlicher Klang
Äußerst kompakte Bauweise
3 Entzerrungskurven: RIAA, Decca, Columbia
Absolut preiswert

Vertrieb:
WOD Audio
Westendstr. 1a
61130 Nidderau
www.wodaudio.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
iFi micro iPhono: 479 Euro