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Musikserver Innuos Zen Mini Mk II und Zen Mk II im LowBeats Hörraum
Die beiden Musikserver Innuos Zen Mini Mk II (oben) und Zen Mk II kurz vor dem Hörtest. Die Verarbeitung ist solide, der Klang überragend. In der jeweils kleinsten Version kostet der Zen Mini Mk II 850 und der Zen Mk II 1.800 Euro (Foto: B. Weber)

Test: Musikserver Innuos Zen Mini Mk II und Zen Mk II

Die Norddeutschen HiFi-Tage in Hamburg sind eine ausgesprochen nette Veranstaltung, aber sie sind nicht die Art Messe, bei der besonders viele HiFi-Neuheiten vorgestellt werden. Dennoch fanden wir beim Herumstöbern auf den Norddeutschen HiFi Tagen 2017 eine zumindest für uns gänzlich neue Marke: Innuos. Die Portugiesen fertigen Musikserver vom Feinsten und zu äußerst fairen Preisen – so jedenfalls unser erster Eindruck auf der Messe. Also bestellten wir die beiden kleineren Modelle Innuos Zen Mini Mk II und Zen Mk II zum Test. LowBeats Autor Bernd Weber nahm sich viel Zeit und die beiden intensiv unter die Lupe. Hier ist sein Bericht:

Ehrlich gesagt, war mir diese Marke bis dato unbekannt, und ich schaute mir diese Geräte demzufolge erst mal leicht skeptisch an, schließlich kann ja fast jeder heutzutage mit etwas Geschick einen Computer zusammenbasteln… Doch die Neugier überwog und das schicke Design mit der unregelmäßig gestalteten und dadurch aufgelockerten Front aus stabilem, wertigem Aluminium sagte mir auf Anhieb zu. Auch von der Verarbeitung her sind Innuos Zen Mini Mk II und Zen Mk II ohne Makel. Der Aufbau ist sehr sauber und stabil mit nur den nötigsten Bedienelementen: Bei beiden Modellen gibt es auf der Front lediglich den Schlitz des TEAC Slot-In-Laufwerks und einen Netzschalter mit seitlich angeordneter Leuchtdiode. Die Diode des Mini leuchtet in blau, die des Zen lässt sich in 8 Farben passend zu den heimischen Komponenten anpassen, sehr schick! Die Unterschiede manifestieren sich aber auch in Gewicht und Abmessungen: Der Zen Mini im halben HiFi-Format wiegt etwa 4 Kilo, der Zen in der vollen HiFi-Breite (42 Zentimeter) ziemlich genau das Doppelte: 8 Kilo.

Die Ausstattung der beiden ist praxisgemäß. Beide unterstützen MP3, AAC, AIFF, WAV, FLAC, DSD, DXD, MQA. Abtastraten: PCM bis 384 kHz 32 Bit, DSD bis 256. Das sollte für fast jede Gelegenheit ausreichen. Der „kleine“ Innuos Zen Mini Mk II besitzt auf der Rückseite die Anschlüsse für das externe Netzteil (kein billiges Steckernetzteil!), 2 x USB 2.0, LAN, Service, 2 x USB 3.0 sowie zwei weitere Serviceanschlüsse, fertig. Beim größeren Zen Mk II gibt es stattdessen 2 x USB 2.0, LAN, einen galvanisch getrennten LAN-Ausgang zur Verbindung zum Streamer und eine Servicebuchse. Dazu hat der Zen Mk II ein klassisch aufgebautes Netzteil eingebaut.

Innuos Zen Mini Mk II von hinten
Innuos  Zen Mini Mk II (oben) und Zen Mk II von hinten. Man sieht die sehr ordentliche Anschlussvielfalt der beiden. Besonders ist der galvanisch getrennte Streamer-Zugang des Zen Mk II. Das „XL“ kennzeichnet ihn als eine Version mit großer, also mit 4 TB Festplatte (Foto: B. Weber)

Aber was ist mit Bluetooth, S/PDIF oder WLAN? Fehlanzeige. „Diese Techniken und ihre Bauteile stören die Klangqualität des Innuos“, erzählte mir der Entwickler Emanuel Ey. Er unterstrich auch, dass der Anschluss an einen externen DAC oder Streamer über USB 2.0 klanglich besser sei als über USB 3.0. Hier steht jemand zu seiner Philosophie, Respekt!

Innuos Zen Mini Mk II von innen
Der Innuos Zen Mini Mk II ist vollgestopft mit Bauteilen. Für das Netzteil reichte der Platz nicht; das ist ausgelagert (Foto: Innuos)

Neben dem Slot-In Laufwerk von TEAC sitzt eine Intel CPU mit Quad Core. Beim Innuos Zen Mini Mk II hat sie 2 GB RAM, beim Zen Mk II 4 GB RAM. Jeweils die eine Hälfte der Speicher ist für das Betriebssystem und die andere zum Zwischenlagern der angeforderten Musikdateien. Das verspricht eine zügige Bedienung und Datenverarbeitung. Bezüglich der Festplatten-Speichergröße gibt es beim Innuos Zen Mini Mk II die Auswahl zwischen 1 TB oder 2 TB, beim Zen Mk II kann man zwischen 2 TB und 4 TB wählen. Eingebaut sind keine Festspeicher, sondern klassische HDD-Festplatten. Doch die rotierenden Speicher machen sich so gut wie nicht bemerkbar – sie sind, wie auch das Slot-In Laufwerk von TEAC – schwimmend entkoppelt. Man muss mit dem Ohr direkt an das Gerät gehen, um mitzubekommen, dass es überhaupt läuft. Ich hatte beide Musikserver während der Hörtests dicht neben der Anlage stehen – kein Problem.

Innuos Zen Mk II von innen
Das Bild zeigt den blitzsauberen Aufbau des Innuos Zen Mk II: Links vorn das Slot-In-Laufwerk von TEAC,  rechts das vergleichsweise kräftige Netzteil (Foto: Innuos)

Das CD-Rippen mit Innuos Zen Mini Mk II und Zen Mk II

Das Einlesen geschieht vollautomatisch, es kann aber ebenfalls mit dem Assistenten begleitet werden. Auch der Import von Musik auf externen USB-Laufwerken oder einer NAS im heimischen Netzwerk geht sehr leise vonstatten. Mit einem USB-Kabel kann man den Innuos Zen Mini Mk II an einen externen DAC anschließen; so verbunden wird die Musik über eine App (iPeng, Orange Squeeze etc.) abgespielt. Ebenso lässt sie sich über die Apps als gestreamte Musik aus dem heimische Netzwerk abrufen – dann über eine USB- oder LAN-Verbindung. Das gleiche gilt für den Zen Mk II, der aber zusätzlich über die galvanisch getrennte LAN-Schnittstelle mit einem Streamer verbunden werden kann oder sollte. Innuos verspricht dadurch einen noch besseren Klang.

Das Betriebssystem innuOS basiert auf Linux und ist eine hauseigene Entwicklung. Möglich sind das Einlesen der Musikdateien von USB-Medien, NAS und CD. Streaming geht unter anderem per Tidal und Qobuz, der Empfang von Internetradio ist ebenfalls gegeben. Dazu ist die Verbindung zu Sonos möglich und auch Roon ist im Angebot. Die innuOS-Software enthält einen UPnP-Server. Naim, Linn, Moon, Auralic, Denon, HEOS und weitere werden unterstützt.

Die Artist-Liste des Innuos Zen Mini Mk II
Die Bedienoberfläche für die Innuos Zen Server ist übersichtlich gestaltet (Foto: B Weber)

An das Netzwerk daheim angeschlossen, bedient man die Musikserver per Browser auf dem Tablett. Man muss lediglich my.innuos.com in den Browser eingeben und ruck-zuck startet die übersichtliche Bedieneroberfläche. PC-Kenntnisse sind bei diesen Musikservern absolut nicht nötig, das Betriebssystem innuOS erledigt alles selbständig! Einstellen lassen sich dann zum Beispiel das Rippen von CDs als .flac oder .wav und das Einlesetempo. Ebenso kann hinterlegt werden, wie und wo die Daten gesichert werden sollen, ob das Ganze vollautomatisch oder manuell laufen soll. Eine Wiedergabe über die browserbasierte Software ist noch nicht möglich, daran wird allerdings derzeit gearbeitet.

Metadaten wie Cover, Titel oder Interpreten lädt die Software innuOS von diversen Datenbanken. Sollte gerade kein LAN zur Verfügung stehen, ist dies nicht weiter tragisch, die Metadaten werden dann bei einem späteren Anschluss ans Netzwerk nachgeladen. Stellen die Datenbanken keine Informationen zur Verfügung, kann man diese selber problemlos editieren und eigene Cover importieren. Auch kann man diese Bearbeitungen am heimischen PC beispielsweise mit MP3-Tags ausführen.

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