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Quadral Sean R9 im LowBeats Hörraum
Die Quadral Sedan R9 im LowBeats Hörraum – einmal von vorn, einmal von hinten. Die exzellent verarbeitete Kompaktbox kostet 2.500 Euro pro Paar und ist damit ausgesprochen günstig (Foto: H. Biermann)

Test Quadral Sedan 9: Kompaktbox mit Bändchen

Mit der Quadral Sedan 9 fällt der Apfel nicht weit vom Stamm: Sie ist zwar sehr viel kleiner, ähnelt aber trotzdem in erstaunlich vielen Belangen dem großen Aurum-Flaggschiff Quadral Titan 9, das wir im Sommer 2016 im Test hatten. Ein Bestandteil fiel damals besonders auf: der völlig unaufgeregt und doch so detailreich aufspielende Hochtöner.

Quadral setzt bei seiner Top-Linie erstmals in der Firmengeschichte auf waschechte Bändchen; die Hochtöner der legendären Urahnen waren Magnetostaten und somit prinzipbedingt weniger aufwändig aufgebaut. Und weil ihm die Qualität der Bändchenhochtöner am Weltmarkt nicht hoch genug war (oder zu sehr schwankte), befand Entwicklungsleiter Sascha Reckert, dass diese Hochtöner nun im Stammwerk in Hannover gefertigt werden.

Der quSense Hochtöner der Quadral Sedan 9
Der ausgebaute quSense Bändchenhochtöner der Quadral Sedan 9. Das Bild macht einerseits deutlich, wie tief dieser Treiber ausfällt, aber auch wie sauber er gefertigt ist  (Foto: H. Biermann)

Heutzutage wird ja der mit Abstand größte Anteil aller verwendeten Hoch-, Mittel- und Tieftöner in Asien hergestellt und so ist es sicherlich eine gute Idee, das Knowhow um solch spezielle Treiber wie Bändchenhochtöner wieder zurückzuholen. Quadral baut nun zwei solcher „quSense“-Bändchenhochtöner in Hannover und bestückt damit die komplette Aurum R9-Linie.

Die hier getestete Quadral Sedan 9 hat das größere der beiden eingebaut (das auch in der großen Titan seinen Dienst verrichtet); die Komplexität des Hochtöners, der bei Quadral in Handarbeit entsteht, wird im Schaubild deutlich:

Der quSense Hochtöner der neuen Quadral Aurum Titan R9 in der Exposionszeichnung
Der quSense Hochtöner der neuen Quadral Aurum Sedan 9 ist ein „echtes“ Bändchen mit extrem leichter und hauchdünner Folie. Weil der Widerstand der Folie die einzige Impedanz (Widerstand) darstellt und daher sehr niederohmig ist, brauchen echte Bändchen immer einen Übertrager, der die Impedanz auf Verstärker-freundliches 6-Ohm-Niveau anhebt. Der Übertrager ist hinten angeflanscht – deshalb ist der Hochtöner auch so tief (Animation: Quadral)

Aber nicht nur der aufwändige Hochtöner ist der gleiche wie im Flaggschiff: Die Sedan 9 ist tatsächlich eine Titan im handlichen Format mit den Abmessungen 39 x 23 x 35 cm (H x B x T). Das trapezförmige Gehäuse ist ähnlich konsequent robust aufgebaut und dementsprechend mit 14,5 Kilo ganz schön schwer.

Das Finish ist – wie überhaupt bei Quadral Aurum – von sehr hoher Qualität. Die Lackversionen (Weiß und Schwarz) sind von Klavierlack kaum zu unterschieden. Die Nussbaum-Version (welche wir im Test hatten) wirkt zwar etwas bieder, aber es ist spür- und sichtbar, dass das Furnier eine propere Stärke hat. Alles verströmt hier den Eindruck großer Solidität.

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Sedan-Emblem auf dem Deckel der Quadral Sedan 9
Der Metallstreifen mit Namen auf der Oberseite der Quadral Sedan 9 ist perfekt eingelassen (Foto: H. Biermann)
Die Füße der Quadral Sedan 9
Die Quadral Sedan 9 steht auf speziell gedämpften Füßen, die über beigelegte Bodenschoner zusätzlich vom Untergrund entkoppelt werden. Aber auch auf der Unterseite erkennt man die hohe Qualität des Furniers (Foto: H. Biermann)
Der Bassreflex-Port der Quadral Sedan 9
Der Ausgang des Bassreflexrohrs sitzt auf der Rückseite und ist in die Rückwand eingefräst. Die elliptische Ausfräsung macht akustisch Sinn, sieht aber, weil sie naturgemäß nicht furniert sein kann, etwas eigenwillig aus (Foto: H. Biermann)
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Schnittzeichnung der Quadral Sedan R9
Die Schnittzeichnung zeigt die Solidität der Konstruktion: 25 Millimeter starke Schallwand, 22 Millimeter starke Seitenwände plus Versteifungsring und Bassreflexport nach hinten. Zusammen mit den Treibern kommt die Quadral Sedan R9 auf das stattliche Gewicht von 14,5 Kilo (Zeichnung: Quadral)

Der Eindruck ändert sich auch nicht, wenn man die Quadral Sedan 9 aufschraubt. Dazu ein kleiner Hinweis: Was LowBeats als Qualitäts-Check ja so gut wie immer macht, sollte der geneigte Besitzer nicht nachahmen; beim Öffnen des Geräts erlischt nämlich die Garantie! Aber für die Innenansichten gibt es ja uns – siehe Slideshow:

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Tiefton-Öffnung der Quadral Sedan 9
Die 25 Millimeter starke Schallwand ist für den sehr großen Magneten des Tiefmitteltöners eigentlich zu dick. Für einen unbehinderten Luftstrom müssen zusätzliche Teile der Öffnung weggefräst werden (Foto: H. Biermann)
Die Frequenzweiche der Quadral Sedan 9
Die Frequenzweiche trennt Tiefmittelton- und Hochtonbereich bei knapp unter 3.000 Hertz. Sie ist zudem mit mehreren Korrekturgliedern bestückt, um die Resonanzen der ALTIMA-Tiefmitteltonmembran in den Griff zu bekommen – daher die vielen Bauteile (Foto: H. Biermann)
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Auffällig ist die dicke Schallwand mit speziellen Ausfräsungen. Hintergrund: Der Magnet des Tiefmitteltöners ist so groß, dass für einen unkomprimierten Luftstrom Platz geschaffen werden musste. An solch kleinen Details erkennt man die Durchdachtheit einer Konstruktion. Apropos Tiefmitteltöner: Auch den entlieh Reckert dem Flaggschiff Titan 9. Seine Besonderheit ist – neben dem extrem kräftigen Magneten – die erstaunlich große Schwingspule von 50 Millimeter Durchmesser. Damit treibt man normalerweise Tieftöner im 20- oder 25-Zentimeter Format an. Aber einen 18er?

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