Gut Ding will Weile haben. Schon vor rund einem Jahr präsentierte der US-Kabelspezialist WireWorld mit der „Serie 10“ seine neuste Kabelgeneration. Wie bei WireWorld üblich wurde hierbei nicht an Symptomen einzelner Kabel gedoktert, sondern einige Basistechnologien weiterentwickelt, was sich nun auf beinahe alle Kabelserien des Herstellers auswirkt. Anders gesagt, es wurde mit einem Schlag ein großer Teil des Sortiments runderneuert. Gegenüber der vorherigen „Serie 8“ konnten durch Feintuning der patentierten DNA-Helix und neuem Isolationsmaterial laut WireWorld Mastermind David Salz unter anderem die elektromagnetischen (Wirbelstrom-) Verluste reduziert und so die Auflösung, Fokus und der dynamische Kontrast deutlich verbessert werden. Äußerlich gibt es bei der WireWorld Series 10 nur leichte kosmetische Änderungen zu vermerken.
WireWorld Series 10: Testparcours mit Staffelübergabe
Ich gestehe: Kabel-Vergleichstests sind nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung. Es ist ein relativ undankbarer Job, weil sehr zeitaufwändig im Hörtest, und bei der Beschreibung der Testobjekte kann man sich wenig auf praktische Aspekte beziehen. Kabel werden angesteckt und fertig. Und was die Technologien angeht, ist man in aller Regel den Aussagen und Behauptungen der Hersteller ausgeliefert. Natürlich trennt sich irgendwann die Spreu vom Weizen und es lässt sich zumindest einschätzen, wie viel der Hersteller-Philosophien den Realitäts-Check bestehen. Aber bis bis zu einem klaren Urteil ist es meist ein recht mühsamer Weg.
Wenn wir schon so einen Aufwand betreiben und gleich mehrere Vertreter einer Kabelserie genauer untersuchen, gehen wir bei LowBeats der Sache genauer auf den Grund. Auch messtechnisch. Für diesen Testfuhren wir zweigleisig. Der deutsche WireWorld-Vertrieb Phonar Akustik in Flensburg schickte zunächst die vier bestellten Kabel zu meinen Händen. Und zwar folgende Modelle:
- Oasis 10: 660 €
- Equinox 10: 1.480 €
- Eclipse 10: 3.100 €
- Silver Eclipse 10: 6.800 €
Alle Preise beziehen sich auf die von uns getestete Konfiguration in 3 Metern Länge, Single-Wire-Ausführung mit versilberten Banana-Steckern auf beiden Seiten konfektioniert. Ich habe jedes Kabel erst mal mehrere Tage lang eingespielt, bevor es mit meinen Hörvergleichen ernst werden konnte. Als Orientierungspunkt diente mir mein seit fast fünf Jahren eingesetztes Ansuz Speakz X Kabel (um 1.500 Euro), das in dieser Ausführung heute nicht mehr hergestellt wird.
Anschließend übernahmen die Kollegen in der LowBeats-Zentrale in München. LowBeats Messchef Jürgen Schröder hatte vor ziemlich genau fünf Jahren einen umfangreichen Test zur Serie 8 gemacht und hat diese aus verschiedenen Gründen noch gut im Ohr. Außerdem ist seit diesem Test das Eclipse 8 eine der (noch bezahlbaren) LS-Kabel-Referenzen im großen Hörraum. Das Kabel wird also viel genutzt und ist somit ein guter Maßstab dafür, ob und was sich im direkten Vergleich mit den Vorgängern getan hat. Und natürlich wurden die neuen Kabel gewohnt akribisch untersucht, um festzustellen, ob sich eventuelle Änderungen auch in den Messungen niederschlagen.

Doch meine persönlichen Schlussfolgerungen in Bezug auf den Klang standen schon vor den Messungen fest und konnten auf diese Weise nicht durch etwaige Auffälligkeiten der technischen Untersuchung beeinflusst werden. Ob sich Messtechnik und Gehörtes letztendlich decken würden, war daher für mich ein Überraschungspaket.
Die getesteten Kabel sind zwar teilweise für ihre Art ganz schön schwer, aber es ist bei weitem kein solches Geschleppe, wie mit mancher Elektronik oder gar Lautsprechern. Nur der ständige Wechsel der sehr strammen Banana-Hülsen in den Buchsen der Komponenten hinter dem Rack und in den Lautsprechern erforderte in meinem recht kleinen Hörraum eine gewisse Akrobatik. HiFi-Yoga, sozusagen.
WireWorld Series 10: Das ist neu und anders
Die wohl größte Besonderheit der meisten Kabel aus der Schmiede von David Salz ist die von ihm entwickelte und patentierte „DNA Helix“. Die meisten Hersteller nutzen für ihre Kabel irgendeine Form der Verdrillung. Je nach Anzahl und Art der Leiter werden diese also mehr oder weniger eng umeinander gezwirbelt, oder wie im Fall von Kimber und ähnlichen Konzepten miteinander verflochten. Das macht dickere, aufwändigere Kabel in der Praxis flexibler als ein Strang paralleler Leiter. Der Nachteil dieser Lösungen liegt laut Salz darin, dass das elektromagnetische Feld um die Kabel, welches für die Signalübertragung mitverantwortlich und von fundamentaler Bedeutung ist, gestört wird. Es entstehen Wirbelströme. Ähnlich wie in einem fließenden Gewässer flusshemmende Strömungswirbel in Uferbereichen oder durch unregelmäßigen Untergrund auftreten.

Bei der WireWorld DNA-Helix kommen multiple parallel verlaufende Leiter zum Einsatz. Die werden – je nach Kabelmodell – in unterschiedlich vielen Paketen und Anordnungen gestapelt und dann gemeinsam in eine Helix-Form gedreht, statt verdrillt oder verflochten zu werden. David Salz: „Damit reduzieren wir das Problem der Wirbelströme nahezu komplett.“

An diesem Konzept hat sich in der Serie 10 rein gar nichts geändert. Stattdessen wurde die effektive Anzahl der Leiter verändert. Wobei sich „effektiv“ hier nicht auf die Gesamtzahl der Leiter bezieht (die blieb unverändert), sondern auf die Art der räumlichen Aufteilung zueinander. Ein Vergleichsbild sagt mehr als tausend Worte:

Oberflächlich betrachtet eine winzige Veränderung, die sich aber laut Salz in zahllosen Versuchen und Messreihen als klar überlegen herausgestellt hat.
Darüber hinaus kommt jetzt eine neue Generation der Isolationstechnologie von WireWorld zum Einsatz. Das neue Composilex 5 (vorher Composilex 3) soll das triboelektrische Rauschen minimieren. Der triboelektrische Effekt lässt kurz gesagt statische Aufladung entstehen, wenn zwei unterschiedliche Materialien in Kontakt gebracht und dann voneinander getrennt oder in gegensätzliche Bewegung gebracht (aneinander gerieben) werden. Theoretisch sollte das also nur dann ein Problem sein, wenn ein Kabel bewegt oder gebogen wird, weil die sich berührenden Materialien wie Leiter und Isolation dann aneinander reiben. Da aber ein Lautsprecherkabel in aller Regel vollkommen in Ruhe liegt, kann ich diese Erklärung nicht ganz nachvollziehen. Nichtsdestotrotz ist David Salz der Überzeugung, dass ein besseres Isolationsmaterial, das glatter und reibungsärmer mit dem Leitermaterial in Kontakt steht, ebenfalls zu Verbesserungen der Performance beiträgt.

Noch kurz zur Erklärung der Modellvarianten im Test. Diese unterscheiden sich im Wesentlichen nur in zwei Punkten. Während die Modelle Oasis und Equinox mit jeweils vier Kabelsträngen á zwölf Leitern arbeiten, sind es bei den Modellen Eclipse und Silver Eclipse acht Kabelstränge mit je zwölf Leitern. Also eine schlichte Verdoppelung.

Der zweite Unterschied (und ein großer Preistreiber) ist das eingesetzte Leitermaterial. Im Equinox 10 kommt relativ günstiges, sauerstoffarmes OFC-Kupfer zum Einsatz. Im Oasis wird hochreines 7N OCC-Kupfer verwendet. OCC steht für „Ohno Continuous Cast“, die 7N für sieben Nullen hinter dem Komma beim Reinheitsgrad. Das Eclipse 10 bietet ebenfalls 7N OCC-Kupfer, aber in doppelter Menge. Und das Silver Eclipse 10 verfügt auch über 7N OCC-Leiter, aber hier zusätzlich mit einer hochreinen Silberbeschichtung.
Unverändert sind die WireWorld LS-Kabel der Serie 10 mit „Uni-Term“ Verbindern konfektioniert, die per Schraubverbinder wahlweise eine Konfiguration und den einfachen Wechsel zwischen Banana und Kabelschuh erlauben. Die Verbinder sind wahlweise in OFC-Kupfer vergoldet oder versilbert.

Die Verarbeitung der Kabel ist sehr gut. Die langjährige Erfahrung des Herstellers macht sich hier bezahlt. Auch bei den günstigsten Modellen. Während Oasis und Equinox „nackt“ daherkommen, verfügen die Modelle mit acht Leiterstängen über einen zusätzlichen Gewebemantel. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle auch noch das Platinum Eclipse 10 erwähnt, das im Gegensatz zum Silver Eclipse mit 7N-OCC Massivsilberleitern versehen ist. Damit driftet die Top-Variante leider in gänzlich abgehobene Preissphären ab: Fast 67.000 Euro kostet es in 2 x 3 Metern Länge. Am unteren Ende des Preisspektrums finden sich allerdings auch noch viele weitere Kabel. Angefangen mit dem Horizon für gut 100 Euro konfektioniert. Die Auswahl bei WireWorld ist groß.
Die Vorstellung der vier Kandidaten im Einzelnen kann damit recht kurz und bündig ausfallen …
WireWorld Oasis 10 (660 Euro für 2 x 3 Meter konfektioniert)
Das günstigste Kabel im Testfeld hat einen königsblauen Mantel und kommt wie alle WW-Kabel gut geschützt in einer praktischen no-nonsense Hardcase-Tragetasche. Wird das in der Tasche aufgerollte Kabel entnommen und entrollt, fällt es nicht ganz glatt. Es bleiben stets Kurven, wenn man es nicht eine Weile komplett gerade auslegt und so fixiert. Es ist aber insgesamt ordentlich biegsam, sodass auch der Anschluss in relativ engen Geräteumgebungen kein Problem sein sollte. Außer vielleicht in manchen Schrankeinbauten.

WireWorld Equinox 10 (1.450 Euro für 2 x 3 Meter konfektioniert)
Das Equinox 10 unterscheidet sich zum Oasis in der Praxis nur durch seine silbergraue Mantelfarbe. Das Highlight hier ist das erheblich reinere 7N-OCC-Kupfer.

WireWorld Eclipse 10 (3.400 Euro für 2 x 3 Meter konfektioniert)
Erstaunlicherweise ist das dickere und entsprechend des Materialeinsatzes deutlich schwerere Eclipse mit goldbraunem Mantel und Geflecht kaum weniger flexibel. Immerhin passt es auch in dasselbe Transportcase, wie Oasis und Equinox. Durch sein höheres Gewicht fällt es beim Verlegen auch etwas glatter, tendiert aber auch eine Weile dazu, sich zurück in die Fötushaltung aus der Zeit in der Verpackung zu krümmen. Nicht schlimm. Insgesamt ist es für so ein dickes Kabel sehr gut im Handling.

WireWorld Silver Eclipse 10 (6.900 Euro für 2 x 3 Meter konfektioniert)
Das Silver Eclipse mit silbergrauem Mantel und Geflecht unterscheidet sich im Handling nicht von seinem kleineren Bruder. Und auch nicht in der Kabelgeometrie. Nur sind die hochreinen Kupferleiter hier zusätzlich versilbert. Ob das allein vom Materialaufwand her den mehr als doppelten Preis rechtfertigt, wage ich nicht zu beurteilen. Aber wie es heißt, soll das Basis-Kabelmaterial pro Rolle schon richtig Asche kosten. In jedem Fall müssen der Hörtest und der persönliche Eindruck entscheiden, ob die jeweiligen Aufpreise sich wirklich lohnen.

Die klangliche Weiterentwicklung spiegelt sich übrigens auch auch in den Messwerten wider:
Die Messungen
Wie die Lautsprecher selbst, werden bei LowBeats auch die Lautsprecherkabel gemessen. Warum? Weil die Kabel einen eine essenzielle Rolle In der Verstärker/Schallwandler-Kombination spielen. Mit der falschen Kabelwahl kann man einiges verschlechtern. Im Umkehrschluss aber natürlich auch vieles verbessern. Im Folgenden haben wir die vier neuen WireWorld-Kabel im Schnelldurchlauf:
Interessant ist die Übersicht der vier Test-Kandidaten im Vergleich zu je einem Kabel mit 2,5- (ROT) und einem 4-Quadrat-Millimeter Querschnitt (GRÜN). Man kann grob vereinfacht sagen, dass je später der Knick kommt und je weniger stark er hochgeht, umso besser. Genaue Betrachter werden das Oasis10 (eigentlich BLAU) vermissen. Tatsächlich hat das Oasis haargenau die gleichen Messwerte wie das Equinox 10 (GELB)und wird deshalb von dessen Kurve ebenso haargenau überlagert.

Ein Punkt beim LS-Kabel ist ja immer dessen Widerstand. Hier gilt: je geringer der Widerstand, umso höher der Einfluss des Verstärkers auf den Lautsprecher. Das ist oft gewünscht (bessere Kontrolle), manchmal aber bringt ein höherer Widerstand einen „schöneren“ Ton.
Und es gibt einen Punkt, auf den wir an dieser Stelle einmal ausdrücklich hinweisen müssen: Nämlich jenen Fall, wenn das Kabel lautsprecherseitig nicht angeschlossen, am Verstärker jedoch eingestöpselt ist. Dann muss der treibende Verstärker den erforderlichen Strom aufbringen, um den durch das LS-Kabel gebildeten Kondensator aufzuladen. Weil das jedoch nun ohne ohmsche Last (sprich: dem Lautsprecher) geschieht, entsteht eine Phasenverschiebung von +90 Grad, da der Ladungsträger-Strom zuerst in das Kabel fließt, bis sich das elektrische Feld komplett aufgebaut hat.
Hörtest: LS-Kabel haben Komponentenstatus!
Für den Hörtest wurden die Kabel bei mir zwischen der MOON-Endstufe 761 und den Børresen 02 SSE Lautsprechern gespannt. Und später auch noch an den Wilson Audio Sabrina V gehört, die bei mir ab sofort als weitere Referenz ihren Dienst tun. Beide Lautsprecher gehören für mich auf ihre Art mit zum Besten, was der Markt überhaupt zu bieten hat – vor allem in kleineren Räumen wie bei mir, mit meinen rund 20 m².

Der erste Versuch: Mein altbewährtes und bestens bekanntes Ansuz-Kabel musste sich nach einem kurzen Einhören dem nicht mal halb so teuren Oasis 10 stellen. Schon kurz nach dem Anspielen der ersten Takte meiner ausgewählten Demo-Tracks (siehe Liste unten) mit dem WireWorld war die Überraschung groß. Das Oasis entlockt den Speakern tatsächlich einen noch etwas konturierteren Bass und schafft einen Hauch mehr Luft um die Instrumente. Das überzeugt! Schon der günstigste Kandidat im Testfeld kann das Ansuz, welches sich schon gegen so einige etablierte Kabelvertreter durchsetzen konnte, ausmanövrieren.
Als nächstes ist – logisch – das Equinox 10 an der Reihe. Die Konturenschärfe in allen Frequenzlagen verbessert sich damit noch mal ein Stück. Und zwar in nicht unerheblichem Maße. Vom Ansuz über das Oasis zum Equinox steigert sich das Auflösungsvermögen der Lautsprecher, als würde nach und nach irgendeine Bremse gelöst. Weniger „Rollwiderstand“ steht der Entfaltung der Musik entgegen.
Beim Wechsel auf das Eclipse setzt sich der Effekt noch weiter fort, aber hier kommt plötzlich auch noch mehr Druck im Bass, mehr Farbe in den Mitten und feinerer Glanz in den Höhen zum Vorschein. Erneut würde ich die Steigerung mit dem Eclipse gegenüber dem Equinox als nicht unerheblich einstufen.

Und dann ist da noch das Silver Eclipse. Das doch schon sehr kostspielige Kabel kann tatsächlich noch mal eine ordentliche Schippe obendrauf legen. Insbesondere scheinen mir die Höhen mit dem Silver Eclipse feiner und geschmeidiger aus den Hochtönern zu perlen. Gleichzeitig gewinnt der schon mit dem Eclipse 10 erlebte Druckzuwachs im Bass mit der Silver-Version zusätzlich an Substanz und Spannkraft. Nicht mehr Bass, aber viel besser. Genau das soll, wie ich aber erst später erfuhr, auch das Ziel bei der Entwicklung gewesen sein: die zuvor leicht mittenbetonte Charakteristik der Serie 8 mit mehr Strahlkraft im Hochton und substanziellerem Tiefton abzurunden. Die Mission scheint erfüllt zu sein, aber das muss noch von den Kollegen in München im Vergleich zum Eclipse Serie 8 bestätigt werden. Siehe weiter unten.
Für mich ist es ist wie ein Vergrößerungseffekt oder Multiplikator. Jedes der getesteten WireWorld-Kabel der unterschiedlichen Preisklassen bringt eine eindeutige Klangsteigerung mit sich. Von „1,5-fach“ beim Oasis im Vergleich zum Ansuz, zu „2-Fach“ beim Equinox, „2,5-fach“ beim Eclipse bis hin zu einem absolut nicht mehr erwarteten Sprung zu „3,5-fach“ oder gar „4-fach“ beim Silver Eclipse. Doch Vorsicht: Natürlich sind das nur metaphorische Multiplikatoren, um Ihnen die subjektiv wahrgenommene Klangsteigerung irgendwie zu vermitteln. Dabei ist schon das erschwingliche Oasis 10 eine wahre Freude, kann es doch mein bislang favorisiertes Ansuz-Kabel merklich übertrumpfen. Und das zu einem deutlich günstigeren Preis.
Die größeren Modelle bringen weitere Verbesserungen mit sich, die jeweils einen deutlichen Sprung bedeuten, aber natürlich auch in Preisrelation gesetzt werden müssen. Für meine Kette habe ich tief in die Tasche gegriffen und mir ein Set Silver Eclipse (in 2 Metern) gegönnt. Das haben die Lautsprecher einfach verdient und das schulde ich auch jeglichem Testequipment, das sich zukünftig in dieser Kette beweisen soll. Dafür war dann zu Weihnachten weniger Lametta am Baum…
Doch mein Gewinner der Herzen ist aber das günstigste im Testfeld, das Oasis 10. Auch nach weiteren (kurzen) Quervergleichen mit verschiedenen Lautsprecherkabeln aus meinem Sortiment steht für mich fest, dass es wohl nicht viele in dieser Preisklasse gibt, die da mithalten können.
Für den Vergleich gehörte Tracks (verlinkt mit Qobuz):
Roo Panes, Little Giant (Räumlichkeit, Stimme)
Yello/Fifi Rong, Kiss the Cloud (Tiefbass, Transparenz)
Patricia Barber, Regular Pleasures (Feinauflösung, Dynamik, Stimme)
Beyoncé/Frank Ocean, Superpower (Basskontur)
Bozzio Levin Stevens, Duende (akustische Instrumente, Natürlichkeit)
Jacob Collier, Something Heavy (Stimme, sonore Klangstrukturen)
Eclipse Series 8 versus Eclipse Series 10
Dieser Teil des Hörtests war für uns der fast noch spannendere und fand im LowBeats Hörraum in München statt. Dass WireWorld gute Kabel macht, ist unbestritten; seit vielen Jahren schon gehören sie zum Besten, was der Weltmarkt hergibt. Aber wie groß ist der Unterschied zwischen Series 8 und Series 10? Tatsächlich so groß, dass man die Generation 9 mal eben überspringt?
Wir hatten aus dem Test der Series 8 noch das Oasis und das Eclipse in der Redaktion und konnten so unsere Vergleiche sehr ausgiebig und in mehreren Ketten machen.

Das Ergebnis verblüffte. In beiden Fällen waren die Klang-Charaktere fraglos verwandt. Allerdings klangen sowohl das Oasis 10 als auch das Eclipse 10 merklich offener und präziser: Gerade bei komplexen musikalischen Geschehen wirkten die Kabel der Serie 10 dadurch lebendiger und „richtiger“. Das war durchaus erstaunlich, denn die technischen Veränderungen im Aufbau der Serie 10 sind ja keineswegs riesig. Aber im Blindtest wurden in allen Durchgängen das neue Oasis und das neue Eclipse als besser und prägnanter herausgehört.
Fazit: 4 Lautsprecherkabel der WireWorld Series 10
Zunächst einmal ist es erstaunlich, wie viel mehr Klang WireWorld-Macher David Salz aus seinen dezent überarbeiteten Lautsprecherkabeln herausgeholt hat: Die Messwerte haben sich nur etwas verbessert, der Klang wirkt aber nochmals spürbar offener und feiner. Das Überspringen der Serie 9 hat also durchaus seinen Grund.
Allerdings wurden die Kabel in den vergangenen Jahren auch erheblich teurer: Wir sprechen von mindestens 30 Prozent; beim Testsieger des Herzens, dem Oasis, sind es sogar 40 Prozent. Das ist üppig, allerdings ein Phänomen, das bei allen Qualitätskabeln zu beobachten ist. Deshalb können wir aus dem Test verschiedene Empfehlungen ableiten. 1.) Zum Oasis 10 bestehen trotz des jetzt stattlichen Preises von 660 Euro (2 Meter) nur wenige ernsthafte Alternativen. Es ist und bleibt ein echter Tipp. Das Eclipse 10, dessen Vorgänger wir seit fünf Jahren als „günstige“ Referenz im Hörraum nutzen, hat sich klar verbessert und ist auch für nun 3.100 Euro eine echte Ansage. Eine, die womöglich für die nächsten fünf Jahre ihren Dienst tut…
Das Silver Eclipse ist zwar noch einmal deutlich teurer, klingt aber so beeindruckend, dass ich mir umgehend einen Satz für meine Kette zu Hause besorgen musste. Ein größeres Kompliment kann ich nicht aussprechen.
Die Bewertungen
| | Packend dynamischer, detailreicher Klang |
| | Auch für längere Kabelstrecken geeignet |
| | Universell einsetzbar |
| | Gutes Preis/Leistungsverhältnis |
| | Packend dynamischer, nochmals detailreicherer Klang |
| | Universell einsetzbar |
| | Austauschbare, hochwertige Stecker |
| | Nicht ganz billig |
| | Natürlicher, klanglich feiner und zugleich zupackender Klang |
| | Universell einsetzbar |
| | Hochwertige Verarbeitung, austauschbare, hochwertige Stecker |
| | Recht schwer und steif |
Bewertungen
KlangMesswerteGesamt |
| | Natürlicher, klanglich feiner und zugleich zupackender Klang, bestes Kabel im Vergleich |
| | Universell einsetzbar |
| | Hochwertige Verarbeitung, austauschbare, hochwertige Stecker |
| | recht schwer und steif |
Vertrieb:
Firma Phonar Akustik GmbH
Industriestraße 8-10
24963 Tarp
Tel.: + 49 (0) 4638 892 4-0
Fax: + 49 (0) 4638 892 424
E-Mail: [email protected]
www.phonar.de
Preis (Hersteller-Empfehlung):
WireWorld Oasis 10 – Stereo-Set, Länge 3m: 660 Euro
WireWorld Equinox 10 – Stereo-Set, Länge 3m: 1.480 Euro
WireWorld Eclipse 10 – Stereo-Set, Länge 3m: 3.100 Euro
WireWorld Silver Eclipse 10 – Stereo-Set, Länge 3m: 6.800 Euro
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