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LowBeats-Reportage: In einer absolut professionellen Show präsentierte die Audio Group Denmark einen der aufwändigsten Lautsprecher des Planeten und dazu passende Mega-Mono-Endstufen(Foto: F. Borowski)

Børresen M8 GS und Aavik M-880 – jenseits von HiFi?

Die Audio Group Denmark lud vergangene Woche eine Gruppe von internationalen Journalisten, Vertriebspartnern und Händlern nach Aalborg im Norden Dänemarks zu einer Produktpräsentation unter dem Motto „The Symphony of Innovation“ ein. Schon der Umfang der mehrtägigen Veranstaltung ließ erkennen, dass es sich hierbei um eine sehr bedeutsame Vorstellung für das Unternehmen handeln dürfte. Es solle sich um einen neuen Superlautsprecher und neue Elektronik handeln. Das ließen wir uns nicht entgehen. LowBeats Autor Frank Borowski, der sowieso weit im Norden der Republik wohnt, hatte die kürzeste Anreise und machte sich auf den Weg.

Audio Group Denmark (AGD) – keine halben Sachen

Die Marken der Audio Group Denmark – Børresen, Aavik, Ansuz und Axxess – haben sich in wenigen Jahren einen ausgezeichneten Ruf unter HiFi-Fans erworben, gelten aber auch als äußerst kostspielig. Selbst die Einstiegsmarke Axxess ist kein Mainstream-HiFi. Das liegt schlicht am Anspruch der Macher hinter den Lautsprechern, der Elektronik und dem Zubehör aus Dänemark: Alles soll so kompromisslos wie möglich sein. Große Stückzahlen und Baumarktpreise stehen nicht im Lastenheft. Ganz oder gar nicht, lautet die Devise.

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Die vier Markenlogos der Audio Group Denmark (v. l.:) Ansuz (Zubehör/Kabel), Aavik (Elektronik, Børresen (Lautsprecher), Axxess (Entry-Level Systeme)

Herausgekommen sind dabei nicht nur grandiose Lautsprecher, wie die zu den LowBeats Referenzen zählende Børresen 02 (inzwischen abgelöst von der T-Serie) und einige der bestklingenden Class-D-Verstärker des Planeten, die sich hinter nichts zu verstecken brauchen. Das Portfolio der AGD wuchs innerhalb weniger Jahre gewaltig an und umfasst heute insgesamt fünf Lautsprecherserien mit jeweils mindestens drei Lautsprechern, sowie mehrere Verstärkerserien und ein extrem umfangreiches Zubehörangebot. Die AGD hat diese in die vier oben genannten Marken aufgeteilt und ist damit so eine Art Vollsortimenter. Nur sehr wenige HiFi-Hersteller entwickeln und produzieren (überwiegend im eigenen Land) ein dermaßen vollständiges Sortiment.

Als nun die Information durchsickerte, die Dänen wollen ein neues Top-Lautsprechermodell vorstellen, ließ das eigentlich nur einen Schluss zu: Es musste sich um einen Ultra-High-End-Lautsprecher mit womöglich siebenstelligem Preisschild handeln. Denn mit den schon existierenden M-Serie-Modellen hat Børresen (die Lautsprechermarke der AGD) bereits Mega-Speaker zu Preisen eines gut ausgestatteten Eigenheims im Angebot. Das macht einerseits neugierig, dämpft allerdings auch die Vorfreude, da klar ist, dass wir normalsterblichen Arbeitsbienchen uns diese niemals werden leisten können. 

Aber das muss man sportlich sehen. So wie die Macher selbst, die solche Projekte als ihr eigenes Formel-1-Engagement ansehen, um innerhalb dieser „Extremsportart“ ohne Scheu vor Kosten und Mühen nach den besten Lösungen streben zu können. Und die dabei gewonnenen Erkenntnisse wandern nicht selten später in bezahlbarere Systeme, wie oft zuvor bei Børresen schon geschehen.

Børresen M8 GS: die Show im Konzerthaus

In Aalborg auf dem dänischen Festland am Limfjord gelegen, hat die AGD ihren Firmensitz. Und dort in der teils urigen, teils hochmodernen und weltoffenen 120.000-Einwohner-Stadt befindet sich auch eine wunderschöne Konzerthalle, das Musikkens Hus, wo der Hauptteil der Präsentation stattfinden sollte. Eine mutige Architektur im sogenannten Dekontruktivismus-Stil, wie das Guggenheim-Museum in Bilbao.

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Konzerthalle Musikkens Hus (Music House) in Aalborg: aufregende Architektur im Dekonstruktivismus-Stil (Foto: F. Borowski)

Aber warum eine Konzerthalle als Vorstellungsort für einen Lautsprecher? So viele Gäste waren nun auch nicht geladen, als das es dafür eine so große Örtlichkeit bräuchte. Es stellte sich heraus, dass die AGD-Macher ihrem neuen Schätzchen schlicht zutrauten, auch einen ganzen Konzertsaal adäquat beschallen zu können. Hier zwar nur den kleinen Konzertsaal (Intime Hall), der aber immerhin noch bis zu 300 Gästen Platz bietet und geschätzt etwa 10 Meter Deckenhöhe hat. Wir waren ein Publikum von knapp 50 Zuhörern.

Nach dem kurzen Fußmarsch vom Hotel durch den eisig schneidenden Wind am Limfjord wurden wir im unteren Foyer mit einer kleinen Ausstellung wichtiger Meilensteine des Unternehmens und mit leckeren Tapas zum Plausch begrüßt. (Überhaupt war die Verpflegung in jeder Hinsicht unverschämt gut. Eben ganz High-End.) Dann ging es in den kleinen Konzertsaal, wo auf der Bühne von großen Seidentüchern verdeckt die Neuheiten auf uns warteten.

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Der Eingangsbereich des Musikkens Hus (Foto: F. Borowski)
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In der unteren Lobby wurden die Gäste empfangen und erst mal gut versorgt. Hier Michael Børresen (rechts) mit HiFi Pig Magazine Chefredakteur Stuart Smith und seiner Frau Linette aus Großbritannien. Gäste aus aller Welt waren eingeladen (Foto: F. Borowski)
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Für „FuMu“ (Funktionelle Musik) sorgte ein Cellist (Foto: F. Borowski)

Enthüllung Nummer 1: Børresen M8 GS (Gold Signature)

Die Gründer und Partner Michael Børresen und Lars Kristensen traten auf die Bühne, um ihre neuesten Kreationen zu präsentieren, zu erklären und natürlich Musik mit ihnen zu spielen. Zunächst wurden die Superlautsprecher Børresen M8 Gold Signature (GS) enthüllt. Schon unter den Seidentüchern war klar, dass die nicht ganz klein sind. Mit 2,21 Metern Höhe überragen sie alle bisherigen Lautsprecher der Dänen deutlich.

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Der kleine Konzertsaal. Hier fand die Präsentation statt (Foto: F. Borowski)
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Noch alles verhüllt (Foto: F. Borowski)
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Die dreiteiligen Schallwandler unterscheiden sich im Aufbau deutlich von bisherigen Børresen-Konstruktionen: Ein Mittel-Hochton-Abteil mit zwei Tief-Mitteltönern und dem berühmten Børresen-Folienhochtöner wird von zwei großen Bassmodulen eingerahmt. Diese sind, wie der kürzlich vorgestellte Subwoofer BM3, als „gefaltete Dipole“ ausgelegt.

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Auftritt Michael Børresen und Lars Kristensen (Foto: F. Borowski)
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Die Hüllen fallen (Foto: F. Borowski)
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„We believe in velocity, not pressure“, erklären die Macher. Gemeint ist damit, dass die Bassmodule als Schnellewandler arbeiten und nicht wie ca. 99% aller anderen Subwoofer als Druckwandler. Das Prinzip ist alles andere als neu und wurde schon vor Jahrzehnten erdacht. Auch gibt es unter der Bezeichnung „Ripol“ recht ähnliche Basskonzepte, auch als Selbstbaulösung. Doch die Dänen treiben hier natürlich einen ganz anderen Aufwand, als das im DIY je möglich wäre.

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Michael Børresen erläutert die M8. Leider fehlt etwas am Anfang, wo Børresen kurz auf den Dipol-Bass eingeht. Das Video ist, wie viele der Fotos, absichtlich im Smartphone-freundlichen Hochformat entstanden.

In jedem der Bassmodule der M8 stecken 6 neuentwickelte Treiber im 8-Zoll-Format. Das macht 12 Treiber pro Box, 24 im Stereo-Set. Zusammengenommen beträgt der effektive Membrandurchmesser bei dieser Anordnung damit etwa einem 48-Zoll-Treiber. Aber jede der relativ kleinen Membranen wiegt nur einen Bruchteil einer so großen Membran und kann nach dem 1. Newtonschen Gesetz viel schneller beschleunigt und abgebremst werden als eine deutlich größere und schwerere Membran. Das soll sich vor allem auf die Transientengenauigkeit auswirken. Darüber hinaus ist das Dipol- bzw. Schnellewandler-Prinzip vollkommen frei von Gehäuseeffekten aller Art.

Das Mittel-Hochtonmodul der M8 GS arbeitet, wie alle Børresen Lautsprecher, mit dem bewährten Børresen „Bändchen“, welches hier in seiner aufwändigsten Ausbaustufe integriert wurde und mit 94 dB eine ähnlich hohe Effizient wie einige AMT-Wandler hat. Die Membran wiegt dabei nur 0,01 g und soll nach Aussagen der Macher damit etwa halb so schwer wie das vergleichbare Raidho-Bändchen sein und nur rund ein fünfzigstel des Gewichtes gewöhnlicher Seidenkalotten aufweisen. Die von vielen so geschätzten Diamanthochtöner sind noch schwerer. Auch hier betonen Børresen und Kristensen erneut, wie wichtig ihnen eine geringe Masse bei allen beweglichen Teilen ist – für mich absolut nachvollziehbar.

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Die Børresen M8 Gold Signature (Foto: F. Borowski)
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Die Mittel-Hochton-Einheit der M8 GS
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Die stolzen Eltern (Foto: F. Borowski)
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Auch bei der Verkabelung des Demo-Systems wurde erkennbar geklotzt und nicht gekleckert (Foto: F. Borowski)
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Hier die Verkabelung am Frontend (Foto: F. Borowski)
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Die M8 GS sind passive Lautsprecher mit einer extrem aufwändigen Frequenzweiche. Das Whitepaper erklärt: „In herkömmlichen parallelen Frequenzweichen erhält jeder Treiber seinen eigenen isolierten Frequenz- und Phasenanteil. Im Gegensatz dazu verwenden viele Børresen-Lautsprecher serielle Frequenzweichen zweiter Ordnung, welche die Strompfade durch die Treiber aktiv formen, anstatt sich ausschließlich auf die Filterung im Spannungsbereich zu verlassen. Diese Netzwerke minimieren die reaktive Energiespeicherung in den Treibern und reduzieren Intermodulationsartefakte, die durch ihre variierenden Impedanzkurven erzeugt werden. Der Ansatz der seriellen Weiche verbessert die Phasenintegrität, senkt die Verzerrung und führt zu einem lineareren elektromechanischen Verhalten im gesamten Frequenzweichenbereich.“ Was das White-Paper verschweigt: Serielle Weichen sind schwer zu berechnen. Aber da schein Michael Børresen wohl einen Ansatz gefunden zu haben…

Wie alle Børresen-Speaker ist auch das neue Flaggschiff eine 2,5-Wege-Konstruktion, die als wesentlich phasentreuer gelten als jede Drei- oder Noch-Mehr-Wege-Konstruktionen. Idealerweise werden die M8 per Bi-Amping und mit einer externen Subwoofer-Weiche betrieben, wie sie in einigen Aavik-Verstärkern vorhanden ist.

Natürlich hat Børresen jedes noch so kleine Detail in diesen Lautsprechern technisch auf die Spitze getrieben. Dazu gehört unter anderem ein unfassbarer Aufwand bei den Treibern. Deren Körbe werden jetzt übrigens nicht mehr wie zuvor bei den M-Serie-Lautsprechern aus dem Werkstoff Zirkonium in 3D gedruckt. Nicht, weil das schlecht war, sondern schlicht, weil das nur eine Spezialfirma in China beherrscht und die chinesische Regierung die Technologie unter Embargo für westliche Nationen gestellt hat. Danke Mr. Trump.

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Die Lautsprecher standen mit einer Basisbreite von knapp 8 Metern auf der Bühne (Foto: F. Borowski)

Aber die Dänen haben sich dafür eine andere, sehr adäquate Konstruktion einfallen lassen, die in der Herstellung nicht minder zeitaufwändig und kostenintensiv ist. Und natürlich durchlebt jeder Treiber sämtlich Børresen-typischen Spezialbehandlungen zur Beschichtung auf Teilchenebene, u. a. mit Zirkonium, Titanium und Hafnium, was die Steifigkeit enorm erhöhen und Resonanzen minimieren soll. Anschließend durchlaufen alle Teile noch eine Kryo-Behandlung. Ein einzelner Treiber dieser Bauart soll in der Herstellung mehr kosten als alle Treiber in Superlautsprechern wie der Magico M9 zusammengenommen.

Alles in allem steckt in den M8 GS noch sehr viel mehr an Technik und ingeniösen Detaillösungen, was hier aber den Rahmen sprengen würde.

Enthüllung Nummer 2: Aavik M-880 Mono-Endverstärker

Natürlich schreit ein solcher Superlautsprecher nach einer adäquaten Verstärkung. Nicht, dass die Dänen dafür nichts anzubieten hätten. Schon ihre Class-A Stereo-Endstufe Aavik P-880 wäre dafür bestens geeignet. Aber da geht noch mehr. Und so enthüllten Børresen und Kristensen auf der Bühne die neuen Mono-Endstufen Aavik M-880 im von Flemming Rasmussen gestalteten Tower-Gehäusedesign.

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Die Mono-Endstufen Aavik M-880 (Foto: F. Borowski)

Die Basistechnik entspricht der des P-880. Das heißt, es handelt sich um reines Class-A, welches aber dank vier superschneller Schaltnetzteile mit über 2kW Gesamtleistung und einer ausgeklügelten Schaltung so energieeffizient wie Class-AB ist und dementsprechend Leistung satt liefert: Mit 400 W an 8 Ohm, 800 W an 4 Ohm und 1.300 W an 2 Ohm bei einem Dämpfungsfaktor von über 1.000 könnten das die stärksten Rein-Class-A-Verstärker der Welt sein. Die Ausgangsstufe ist so ausgelegt, dass sie während des gesamten Zyklus eine Vorspannung aufrechterhält, die konstant 0,63 V über dem erforderlichen Strom liegt. Dadurch wird sichergestellt, dass der Verstärker vollständig in Class-A arbeitet und zugleich unnötiger Stromverbrauch vermieden wird.

Durch die erhebliche Reduzierung des Strombedarfs konnte Aavik kleinere, lokal platzierte Kondensatorbänke implementieren. Jedes der acht Paare von Ausgangstransistoren wird von einer eigenen, speziell dafür vorgesehenen Kondensatorbank unterstützt, die für kurze Leitungswege unmittelbar neben den Transistoren positioniert ist. Das Ergebnis ist reduziertes Rauschen und eine verbesserte Gesamteffizienz. Die Kondensatoren selbst können dank der mit 400 kHz getakteten „Resonant-Mode“ Schaltnetzteile in Nullkommanichts aufgeladen werden.

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Michael Børresen ist sichtlich aufgeregt und erfreut, seine bislang größten und aufwändigsten Schöpfungen präsentieren zu dürfen (Foto: F. Borowski)

Wie oben angemerkt, empfiehlt sich für die M8 GS Lautsprecher Bi-Amping. Darum standen auf der Bühne dann auch gleich vier der neuen Mono-Türme in ihrem faszinierenden Design mit durchscheinender Kupferschiene als Kühlelement an der Front. An der angeschrägten Oberseite – die Grundform der Endstufen ist tatsächlich ein wenig an die bisherigen Lautsprecher der M-Serie angelehnt – prangt ein großes Punktmatrix LED-Display, wie es sich in ähnlicher Form auch in den anderen Aavik-Komponenten findet. Über Touch-Elemente können verschiedene Parameter wie der Gain-Faktor eingestellt werden.

Børresen merkt auf der Bühne süffisant an, die M-880 könnten mit ihrer Ampere-Leistung auch gut als Schweißgeräte dienen. Gleichzeitig betonte er, wie sehr die überbordenden Leistungsreserven dieser Amps sich auch klanglich bezahlt machen sollen. Die Verstärker seien aber keineswegs Monster, die vor Kraft kaum laufen können, sondern flink wie Wiesel. Und natürlich sind auch sie vollgestopft mit den von Ansuz beigesteuerten diversen Tesla-Spulen zur Minderung von Rauschen und Einstreuungen.

Jede M-880 wiegt übrigens rund 70 Kilogramm. Und das mit vergleichsweise kompakten Schaltnetzteilen und nicht mit Ringkern- oder Schnittband-Trafos…

Die Vorführung(en)

Wie sehr die Macher von den Qualitäten ihrer neuen Kreationen überzeugt sind, ließ sich nicht nur daran erkennen, dass sie sich trauten, diese auf einer so großen Konzertbühne (mit fast 8 Metern Basisabstand der Lautsprecher) aufspielen zu lassen. In einem wahren Kraftakt bauten die Mitarbeiter das komplette System anschließend ab, transportierten es in die wenige Kilometer entfernte Firmenzentrale und bauten es dort in einem nur ca. 40 m² großen Raum wieder auf. So konnten wir die Lautsprecher quasi in einem eher zu großen und in einem scheinbar viel zu kleinen Raum erleben. Und in beiden überzeugten die M8 GS mit Bravour!

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Am folgenden Tag wurde die gesamte Kette wieder im Vorführraum bei Audio Group Denmark aufgebaut. Die Lautsprecher lassen sich nur mit einer entsprechenden Hebevorichtung montieren. Jedes der drei Module wiegt über 100 kg (Foto: F. Borowski)
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Mindestens vier kräftige Arme sind auch für die Endstufen erforderlich (Foto: F. Borowski)
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Blick von hinten in das offene Bassmodul der M8. Die dreidimensional geformten Gehäusewände bestehen aus einem massiven Verbundwerkstoff, ähnlich denen der Gehäuse der früheren 500er-Serie (Foto: F. Borowski)
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Die vorgeführte M8 GS war die Erste ihrer Art (Foto: F. Borowski)
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Zunächst beeindruckte das System im Konzertsaal mit seiner Livehaftigkeit. Im Ernst: Imit geschlossenen Augen war das von Live nicht zu unterscheiden. Und in gewissem Maße sogar noch viel besser als Live, weil die Speaker viel mehr Details und klangliche Texturen offenbarten, als das gemeinhin bei Bühnenkonzerten der Fall ist. Der Sweet Spot lag übrigens so etwa in der vierten oder fünften Sitzreihe, doch auch in der ersten Reihe, also ziemlich nah an den Lautsprechern (die Rede ist von etwa 4-5 Metern) war das Klangbild in sich perfekt geschlossen.

Darüber hinaus war es die unglaubliche Verzerrungsarmut, die das Gehörte so authentisch machte. Das galt auch und insbesondere für den Bass, der sich so harmonisch einfügte und doch so kraftvoll war, dass man ganz schnell nicht mehr an Lautsprecher dachte, sondern nur noch die Musik genoss. Ok, mit Ausnahme von ein, zwei Stücken der Vorführung, die im Ping-Pong-Stereo aufgenommen bei der großen Bühne nicht ganz so schlüssig wirkten. Aber selbst eine Beatles Studio-Aufnahme wirkte so authentisch, als wäre man vor Ort gewesen.

Der Reality-Check mit Live-Orchestermusik

Teil des Programms war auch ein echtes Konzert im großen Saal des Mussikkens Hus. Gespielt wurde Zemlinskys „Die kleine Meerjungfrau“ und Bachs Symphonie Nr. 2 (Op. 73). Wir saßen auf dem oberen Balkon mit grandiosem Blick aufs Orchester und den Konzertsaal insgesamt.

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Blick vom 2. Balkon in das Rund des großen Konzertsaals des Musikkens Hus. Bis zu 1.300 Besucher passen hinein (Foto: F. Borowski)
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Nicht von einer Drohne aus aufgenommen, sondern aus der Hand vom Balkon (Foto: F. Borowski)
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Das Orchester hier in der Besetzung für die Bach Symphonie Nr. 2 (Foto: F. Borowski)
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Das Konzert war vom Allerfeinsten und auch wenn es sich nicht um ein Orchester von Weltrang handelte, auf höchstem Niveau. Und der Klang? Nun, es war nicht als Vergleich angelegt, aber es heißt ja immer, nur Live ist die wahre Freude. Im Hinblick auf das soziale Gesamterlebnis mag das zutreffen. Und es klang auf dem Balkon auch absolut einwandfrei (die Raumakustik ist dort natürlich nicht dem Zufall überlassen), aber ist das nun so viel besser als HiFi? Ich finde nicht. Wir sind inzwischen in der Musikwiedergabe auf einem so hohen Niveau angelangt, dass, wenn alle Parameter stimmen, die Anlage daheim aus klanglicher und musikalischer Sicht besser als Live sein kann. Aus vielerlei Gründen. Dazu braucht es nicht einmal zwingend Mega-Lautsprecher wie die M8 GS, aber die zeigten umso eindrücklicher, was mit Musikreproduktion heute machbar ist.

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Und hier zum Schluss das große System aus der Vorführung im Musikkens Hus, vollständig im ca. 40 m² Raum bei AGD aufgebaut. Auch hier klang es überwältigend gut (Foto: F. Borowski)
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In diesem Raum hörten wir die kleine M1 in der alten Version (mit 3D-gedruckten Körben) gegen die neuste Version mit den brandneuen Treibern. Und wir verglichen das Ergebnis ohne und mit zwei BM3-Bassmodulen. Eins ist schon mal klar: So einen grandiosen Kompaktlautsprecher erlebt man wohl nirgendwo sonst (Foto: F. Borowski)
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Demo Teil 2, dieses Mal bei der Audio Group Denmark

Am nächsten Tag im relativ kleinen Hörraum (verglichen mit dem Konzertsaal) in der Firma spielten die M8 GS in derselben Kette mit vier M-880 Monos und weiterer Aavik-Top-Elektronik genauso schlüssig. Ich habe schon einige Superlautsprecher in meinem Leben gehört, aber keiner davon hat bei derart kurzen Hörabständen so ausgewogen und schlüssig geklungen – selbst wenn man nicht ganz perfekt am Sweet Spot festgenagelt saß. 

Den Besuch in der Firma nutzten wir natürlich auch noch dazu, uns von den Machern die verschiedenen Stationen beim Bau der Lautsprecher und Elektronik zeigen zu lassen. Ich kannte das meiste schon von früheren Besuchen, aber hier gab es auch noch einige spannende Details zu entdecken und weitere bevorstehende Neuheiten kennenzulernen. 

Da wäre beispielsweise eine kleinere und halb so teure Version des Børresen BM3 Bassmoduls, mit der wir noch in diesem Jahr rechnen können. Sowie auch mit ein neuer Center Lautsprecher aus dem Hause Børresen. Und Lars Kristensen erzählte hier unter anderem, mit welchem Aufwand die Treiber und Weichen im eigenen Haus (und bei einigen regionalen Partnern) gefertigt werden. 

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Next up: Eine kleine Version des Bassmoduls BM3 kommt noch in diesem Jahr. Kristensen zeigt das Vorserienmodell (Foto: F. Borowski)
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Die neuste Chassis-Generation der M-Serie. Es gibt vermutlich keine aufwändiger gemachten und teureren Treiber auf dem Planeten (Foto: F. Borowski)
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Hier noch mal in der Nahaufnahme (Foto: F. Borowski)
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Blick mit der Makro-Linse durch eine der ultra-leichten Hochtöner-Folien von Børresen (Foto: F. Borowski)
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Die früheren Treiber der M-Serie. Weil die im einzigartigen 3D-Druckverfahren hergestellten Körbe aus China neuerdings für westliche Nationen unter einem Technologie-Embargo stehen, mussten die Dänen neue Körbe entwickeln. Sie machten aus der Not eine Tugend und verbesserten gleich das komplette System. Bereits verkaufte Lautsprecher lassen sich natürlich aufrüsten (Foto: F. Borowski)
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Die Gehäuse der M8 GS kommen übrigens – und da beißt die Maus keinen Faden ab – aus China. Warum? Etwa aus Geiz? Natürlich nicht. Schlicht und ergreifend darum, weil es woanders in der geforderten Qualität derzeit nicht möglich ist. Kristensen berichtete von dem Versuch, die Gehäuse der M5 in Polen herstellen zu lassen. Der Prototyp ließ ein Jahr auf sich warten (wobei die Polen auch nicht die integrierten Metallteile fertigen konnten) und die Qualität war am Ende nur so la-la. Kurz: Aktuell gibt es für Børresen im Gehäusebau keine Alternative zu China, und die dort zuständige Firma soll wirklich grandios gut in ihrer Fertigungsqualität sein. 

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Hier liegen die Basstreiber für genau eine M8 GS (Foto: F. Borowski)

 

Bleibt zuletzt noch die Preisfrage. Frei nach dem Motto: Wenn Sie fragen müssen, sind Sie schon raus. Die Børresen M8 Gold Signature kosten rund eine Million Euro – wie vermutet. Die Endstufen Aavik M-880 liegen bei rund 100.000 Euro das Stück. Macht bei Stereo Bi-Amping also 400.000 Euro. Plus den Rest der Elektronik, der Verkabelung und dem sonstigen Zubehör lag die gehörte Anlage irgendwo zwischen 2 und 2,5 Mio. Euro. Ein erstes Paar der M8 soll übrigens schon so gut wie verkauft sein…

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Autor: Frank Borowski

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LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.