Und dann kam alles anders: Noch im Vorfeld klang Villa-Schellbach-Stallmeister Stefan Gellrich recht genervt: Er hatte viel zu organisieren, es hakte an vielen Stellen, die eigentliche B&W-Neuheit blieb bei der Spedition stecken und dann war für den Sommerfest-Tag auch noch schlechtes Wetter angesagt. Ich hatte mich trotzdem in den Zug von München nach Baden Baden gesetzt – die letzten beiden B&W-Sommerfeste waren einfach zu nett gewesen.
Und tatsächlich wurde alles gut: Schon der Event mit 40 (lange vorher) geladenen Kunden, die einen Aston Martin mit B&W-Soundsystem um Baden Baden herum pilotieren durften, war ein voller Erfolg und überraschte und erfreute selbst jene, die sonst noch teurere Autos zu fahren gewohnt sind. Der Klang ist wirklich fantastisch – wie ich am Samstag vor der Villa erleben durfte.

Aber fast noch schöner: Am Sommerfest-Tag riss der Himmel plötzlich auf und die Sonne schien angemessen hell auf diesen Event. Wie angekündigt war die gesamte Villa auf B&W getrimmt und obwohl ja nichts Neues zu hören oder zu sehen gab, waren die Vorführungen proppevoll. Ich war bis zum Nachmittag vor Ort und kann die Besucherzahlen des Veranstalters (300+) bestätigen. Jedenfalls habe ich die Villa noch nicht so gut gefüllt erlebt.

Für mich war das durchaus überraschend. Im Moment sind ja auch HiFi-Freunde recht zögerlich beim Kauf und halten sich auch bei solchen Events zurück. Doch die Marke B&W scheint – trotz aller Aufs und Abs – immer noch sehr zugkräftig und der Ruf der Villa ist so ausgezeichnet, dass es zu einem solchem Andrang führt.
Und aus irgendwelchen Gründen gefiel mir dieses Jahr auch der Klang noch besser. Obwohl wie gesagt, nichts Neues spielte und ich alle B&W-Modelle schon in der Villa gehört hatte. Aber womöglich gibt es auch bei den Anlagen-Aufbauern ein “Learning”. Die legendäre Nautilus, aktiv angetrieben von zwei Marantz Mehrkanalendstufen und der neuen Vorstufe aus der 10er Serie glänzte mit piekfein-sauberem Spiel.

Tonmeister Marc Seiffge spielte einige seiner eigenen Klavier-Aufnahmen. Sehr überzeugend: Die Wiedergabe atmete förmlich und ich war geneigt, mich (mal wieder) in die außergewöhnliche Nautilus zu verlieben. Sie werden ja immer noch in Großbritannien gefertigt – seit immerhin 30 Jahren. Und sie klingen auch heute noch kein Deut müde.
Auch der dutzendfach gemachte Vergleich 801 D4 versus 801 D4 Signature war dauerbelegt. B&W-Mann Sebahattin Akdemir zeigte anhand klug ausgewählter Beispiele, dass die Unterschiede gar nicht so klein sind wie von mir immer behauptet…

Wie gesagt: Fast in allen Zimmer tönten B&W-Speaker und überall klang es überzeugend. Und weil es auch draußen so nett, der Weißwein so gut und die Stimmung so ausgelassen war, kann mein Fazit nur lauten: Bitte mehr solcher Veranstaltungen. Und nächstes Jahr bin ich natürlich wieder vor Ort…

Mehr aus der Villa Schellbach:
B&W Sommerfest 2024 in der Klangvilla Baden Baden
Die doppelte Stradivari in Baden-Baden – Sonus faber in Bestform
Sommerfest bei SGA: erster Vergleich B&W 801 D4 vs Signature




