ende
Goldring G1042 vorn/Seite
Das Goldring G1042, eine Institution in Sachen feinster MM-Wiedergabe ist aktuell für weit unter 400 Euro zu haben... (Foto: Goldring)

Das Beste zum Fest: MM-Tonabnehmer Goldring G1042

Reden wir über Legenden. Oder besser gesagt über stille Helden. Das Goldring G1042 ist so einer: Ein Tonabnehmer, den es gefühlt schon immer gibt und an dem der Zahn der Zeit nicht nagt. Zugegeben: Die Gestaltung des Systemkörpers aus Glasfaser-verstärktem Pocan könnte den ausgehenden 1980er Jahren entsprechen; da war man sich ja für nichts zu fies…

Wie ich nach all den Jahren endlich mal auf die Ikone komme? Ich hatte mir kürzlich in einem Anfall von Nostalgie einen Thorens TD 126 mit SME 3009/3 gekauft. Der Tonarm ist extrem leicht – das würde man heute gar nicht mehr machen. Aber bei leichten Tonarmen (das gilt ja auch für die meisten ULM-Dual-Tonarme) ist es gar nicht so leicht, einen passenden Tobanehmer zu finden. Deshalb habe ich alle mir bekannten Spezialisten gefragt. Und alle haben wie auf ein Zeichen auf das G1042 gedeutet. Quintessenz: „Besser geht es für leichte Tonarme und ältere Plattenspieler nicht.“ Aber ich will das Goldring damit nicht in die Vintage-Ecke abschieben. Es ist auch unter heutigen Gesichtspunkten ein absolut moderner Abtaster.

Die Besonderheiten des Goldring G1042

Da gibt es neben dem eigenwilligen Äußeren eine Menge. Das 1042 hat eine nackte Nadel mit Gyger-S-Schliff aus Naturdiamant. Goldring schleift ihn auf einen Radius von geringen 6µm-Radius herunter und will damit dem Schneidekopf näherkommen als jeder andere Schliff. Das kann ich nicht beurteilen, aber es ist eine gute Voraussetzung für hohe Detailtreue.

Goldring G1042 innen
Clever: Den Generator umgibt eine dünne Schicht MU-Metall. So wird Brumm vermieden (Foto: Goldring)

Ein weiterer Vorteile des G1042: Er nutzt den gleichen Magneten wie alle Modelle der 1000er Serie: Diese Produktion in sehr hoher Stückzahl ist die Gewähr für geringste Toleranzen. Ebenfalls gut: Ein Mu-Metall-Gehäuse schützt den Generator vor magnetischen Streufeldern – also vor Brummeinflüssen.

Praxis

Das Goldring macht den Einbau etwas mühsam; es gibt Mitbewerber-Modelle mit einfacherem Zugang. Da ist einerseits der rundliche Systemkörper, aber auch der Umstand, dass Goldring noch immer keine Gewindebohrungen verwendet. Zudem erfordert das G1042 eine sehr genauen Justage – es ist halt ein ziemlich scharfer Spezialschliff. Geschenkt. Auf der anderen Seite ist die Ausgangspannung von 6,5 mV ebenso praxisgerecht wie die Nadelnachgiebigkeit von 20 µm/mN. Beides machen das G1042 zu einem erfreulich universellen Abtaster.

Klang-Eindruck

Zum einen hört man den Schliff: Für einen MM-Abtaster löst das G1042 fantastisch auf – schön zu hören bei jeder Art von gut aufgenommener Percussion, bei der auch der Bass seine volle Dynamik ausspielen kann. Auf der anderen Seite aber bleibt das Goldring stets gelassen und klingt insgesamt etwas wärmer als beispielsweise die auch bei LowBeats schon getesteten Ortofon 2M Bronze oder 2M Black.

Goldring G1042 auf Platte
Das G1042 verfügt leider über keine Gewindebohrungen, sondern muss mittels Konter-Muttern befestigt werden (Foto: Goldring)

Man hätte wegen des Gyger-S-Schliffs gewisse Härten im Mittelhochtonbereich vermuten dürfen. Aber hier kann ich Entwarnung geben: Gar im Gegenteil empfand ich die Höhen als besonders ausgewogen – Tipp für die Kapazitäts-Anpassung = 200 pF. Damit klingt es gleichermaßen fein wie dezent.

Goldring G1042

Manche Dinge zeigen sich erst im Laufe einer langen Zeit. Das G1042 gibt es schon ewig. Aber erst in den vergangenen Jahren begannen immer mehr Menschen, die herausragende Qualität dieses britischen Systems schätzen zu lernen. Es ist diese außergewöhnliche Mischung aus Feinsinn und dezentem Understatement. Dazu ist es noch erfreulich universell einzusetzen und – wie oben schon angedeutet – eine hervorragende Wahl für ältere Plattenspieler mit sehr leichten Tonarmen. Das G1042 ist so gut, dass es die eigentlich dafür aufgerufenen 569 Euro allemal wert ist. Dass es das gute Stück nun bei fono.de für festliche 389 Euro gibt, macht das Sich-selber-Schenken und Unter-den-Tannenbau-legen umso leichter…

Kauftipp zur Weihnacht:
Goldring G1042
2025/12
Test-Ergebnis: 4,6
ÜBERRAGEND
Bewertung
Klang-Potenzial
Wert-Beständigkeit
Preis/Leistung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Warm-feiner Klang mit kräftigem Bass
Elektrisch anspruchslos
Universell einsetzbar, auch für ältere Plattenspieler geeignet
Umständlicher Einbau

Angebot:
fono.de
www.fono.de

Preis (X-Mas-Aktion):
Goldring G1042: 389 Euro
Goldring G1042 Nadeleinschub: 299 Euro

Technische Daten

Goldring G1042
Technisches Konzept:MM-Tonabnehmer, austauschbarer Nadeleinschub
Schliff:Gyger-S, Radius: 6µm
Statische Nachgiebigkeit:24mm/N lat., 16mm/N vert
Ausgangsspannung:6,5mV
empf. Abschluss-Kapazität:200pF
empf. Auflagegewicht:1,5 – 2,0 Gramm
Gewicht:6,3 Gramm
Alle technischen Daten
Die anderen Geschenk-Tipps zum Fest:

Streamer Argon Audio Stream 2 Mk3 (119 Euro)
Over Ear Kopfhörer Sennheiser HD 660 S2 (439 Euro)
Vollverstärker NuPrime IDA8 (699 Euro)
Kompaktbox LS 3/5a als Bausatz (998 Euro)
Standbox Canton Karat GS (2.000 Euro)
Plattenspieler Thorens TD 1601 (2.499 Euro)

Autor: Holger Biermann

Avatar-Foto
Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.