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Canton Karat GS im LowBeats Hörraum
Die Canton Karat GS ist eine Verbeugung vor der Geschichte der Hessen – und ein überragend gut klingender Lautsprecher. In einer Weihnachtsaktion ist sie nun für extrem günstige 2.000 Euro zu haben (Foto: H. Biermann)

Das Beste zum Fest: Standbox Canton Karat GS

Karat ist bei Canton ein lang genutzter Serien-Name. Doch Anfang der 2000er Jahre brachen die Hessen unter diesem Label mit lang gepflegten Design-Konventionen und entwarfen eine kantige Monolith-Form mit Seitentreiber-Bass (deshalb sehr tief und sehr schmal), die dem Bauhaus oder skandinavischen Design-Schulen hätte entsprungen sein können. Als sie auf den Markt kam, war ich augenblicklich schockverliebt. Und freute mich umso mehr, als Canton diese Form in Gestalt der Karat GS zu seinem 50. Jubiläum noch einmal aufleben ließ. Zu Canton selbst haben wir einen sehr ausführlichen und – wie ich finde – würdigen History-Beitrag verfasst. Und natürlich haben wir damals der Karat GS einen ausführlichen Test gewidmet.

Canton Karat GS im LowBeats Hörraum
Extrem gradlinige Formen und eine große Bautiefe – verbunden mit einer sehr schmalen Front – sind die optischen Merkmale der Karat GS (Foto: H. Biermann)

In der neuen GS-Variante (GS übrigens für Firmengründer Günther Seitz) hat Canton Chef-Entwickler Frank Göbl zwar die alte Bauform noch einmal aufgegriffen, aber die Technik wurde komplett auf den damals neuesten Stand gehoben. Die Karat GS wurde so gut, dass sie seitdem bei LowBeats die Referenz der Klasse bis 4.000 Euro stellt. Alles klar?

Die Canton Karat GS in der Übersicht

Die Gehäuse von Canton sind ja immer von perfekter Qualität, das der Jubiläumsbox Karat GS erst recht. Alles fühlt sich gut an, die Lackierung ist perfekt, das Gewicht mit 32 Kilo stattlich. Und dann auch noch dies: Als besonderes Schmankerl gibt es für den Anschluss ein Bi-Wiring-Terminal mit den edlen (und klanglich überlegenen) NextGen-Lautsprecherbuchsen von WBT, die Innenverkabelung ist vom Badener Spezialisten in-akustik. Mehr geht fast nicht.

Produktion Karat
Auch eines der Kennzeichen der Karat GS: Sie wird selbstredend im heimischen Weilrod erstellt, wo sie auch den aufwändigen Prüfungsprozess durchläuft (Foto: H. Biermann)

Zum 50. Jubiläum war ich bei Canton und konnte bei einer Betriebsbesichtigung auch auch ein Bild vom Zusammenbau der Karat GS machen: Da war alles extrem anspruchsvoll – übrigens auch die anschließende Qualitäts-Kontrolle.

Technisch ist die Karat GS eine 3,5-Wege Konstruktion mit einem 10 Zoll Seitentreiber-Bass, den man (nach Canton Empfehlung) idealerweise nach innen ausrichtet. Die beiden Mitteltöner sind unterschiedlich beschaltet (deshalb 3,5-Wege) und arbeiten mit einer Membran aus einem speziellen Aluminium-Wolfram-Keramik-Mix. Das war 2023 der neueste Schrei bei Canton und garantiert hochpräzise Mitten – wie die Karat GS eindrucksvoll unter Beweis stellt. Als Hochtöner wurde eine Version mit Aluminiumoxid/Keramik-Kalotte eingesetzt: Eine Mischung, mit der Canton viele Jahre beste Erfahrung gemacht hat.

Wie alle Test-Lautsprecher hatten wir auch die Karat GS im Testlabor. Und das attestiert der schlanken Designbox nur beste Werte. Sie spielt zwar nicht ganz so laut wie vergleichbar teure Lautsprecher aus dem Hause Canton, aber reicht halt noch ein bisschen tiefer in den Basskeller – und sieht eben viel besser aus…

Hör-Eindruck

Kaum mehr als einen Meter hoch misst diese Standbox und klingt doch wie eine richtig große… Gleich ob der Feinsinn einer Triangle oder die Dynamik großer Pauken gefordert ist: Die Karat GS zelebriert alles mit großer Transparenz und agiler Lebendigkeit. Wobei sie mit Pop und Jazz vielleicht noch ein bisschen mehr Spaß macht als mit klassischer Musik. Es ist einfach herrlich, wenn einem diese Bässe direkt in die Magengrube fahren und das Klangbild so wunderbar fein ausgeleichtet wird. Wie gesagt: Unser Test der Karat GS ist jetzt 2,5 Jahre her. Eine ernsthafte Ablösung als Referenz dieser Klasse um 3.500 Euro wurde noch nicht gefunden…

Canton Reference 7 im LowBeats Hörraum vs Canton Karat GS
An ihr müssen sich bei LowBeats alle Lautsprecher diese Klasse messen: die Canton Karat GS im Arbeits-Einsatz (Foto: H. Biermann)

Fazit Canton Karat GS

Stimmt: Die Karat GS passt als einziger unserer Weihnachts-Tipps nicht oder nur mit großer Mühe unter den Tannenbaum. Dafür aber steht sie für ein besonderes Kapitel der Canton-Geschichte. Vor allem aber ist sie – wenn man mal die Sentimentalitäten beiseite lässt – immer noch einer der universellsten Standboxen ihrer Klasse. Addiert man nun alles zusammen, also Klang, Verarbeitung, Design und den unverschämt günstigen Preis von 2.000 Euro pro Paar, bleibt eigentlich nur dieser eine Schluss: unbedingt kaufen. Sofort! Denn wie Hidden-Audio-Chef Sandro Schubert unterstrich, gilt das Angebot nur noch bis zum 23. Dezember dieses Jahres…

 

Kauftipp zur Weihnacht:
Canton Karat GS
2025/12
Test-Ergebnis: 5,0
ÜBERRAGEND
Bewertung
Klang-Potenzial
Wert-Beständigkeit
Preis/Leistung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Breitbandig-ausdrucksvoller, sehr transparenter Klang
Tief-reichender, kräftiger Bass
Hoher Maximalpegel
Tolle Verarbeitung, wohnraumfreundliches Design

Angebot:
hidden audio e.K.
Löbnitzer Weg 9
39418 Staßfurt
www.hidden-audio.de

Paarpreis X.Mas-Aktion:
Canton Karat GS: 2.000 Euro

Technische Daten

canton karat gs
Technisches Konzept:3,5-Wege Standbox, Bassreflex
Bestückung:HT: 1 x 25 mm, TMT: 2 x 15,4 cm, TT: 1 x 25,7 cm
Impedanz:4 Ohm
Wirkungsgrad (2,83 V/m):88,2 Dezibel
Max.-Pegel (dauer / kurzfristig):102 / 114 dB
Abmessungen (B x H x T):23,0 x 104,0 x 45,0 cm
Gewicht:32,1 Kilogramm
Alle technischen Daten
Die anderen Geschenk-Tipps zum Fest:

Streamer Argon Audio Stream 2 Mk3 (119 Euro)
MM-Tonabnehmer-System, Goldring 1042 (389 Euro)
Over Ear Kopfhörer Sennheiser HD 660 S2 (439 Euro)
Vollverstärker NuPrime IDA8 (699 Euro)
Kompaktbox LS 3/5a als Bausatz (998 Euro)
Plattenspieler Thorens TD 1601 (2.499 Euro)

 

Autor: Holger Biermann

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Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.