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Das My Sound Heimkino – ein ultimatives Erlebnis

Mysound Heimkino Aufbau Front
Die vorgesetzte Fakewall-Rückwand, hier im Rohbau und noch ohne 32-Zoll-Subwoofer, bietet Platz für je zwei plan verbaute Rear-Speaker und Subwoofer. Zwischen den Rear-Speakern ist eine breite Front an Diffusoren. Die Schlitze zwischen den Subwoofern deuten auf die Bassfallen hin, welche auf die Dröhnfrequenzen im Raum abgestimmt sind. Ganz oben in der Mitte sieht man den Schacht für den Beamer (Foto: W. Linhard)

Bei so viel Mühe und Aufwand verwundert es nicht, dass auch die Elektronik State Of The Art ist: Vorstufe Trinnov Altitude 32 (die auch bei LowBeats Referenz-Status hat), Film-Server Kaleidescape Encore & Premiere System, Bluray-Player OPPO 205 4K. Da fällt es schwer, was Besseres zu finden. Und damit das Bild entsprechend ist: der große Laser-Beamer VPL VW-5000 ES von Sony (60.000 Euro) und das beste Leinwandtuch aus dem Hause Stewart. Mehr geht auch hier nicht.

My Sound Heimkino Sony VPL VW-5000ES
Im Heimkino immer noch das Maß der Dinge: Sony VPL-VW 5000 ES. Ein 4K Laser-Beamer für 60.000 Euro (Foto: Sony)

Und auch für die Elektronik gilt, was schon für die Lautsprecher Pflicht war: man sieht nur das Allernötigste. In diesem Falle die Vorstufe, die plan in der Wand verbaut ist und – natürlich – den Sony Beamer.

Mysound Heimkino Impression 3
Vorn rechts ist die plan eingebaute Prozessor-Vorstufe zu sehen. Sonst sieht man von der gesamten Elektronik – NICHTS (Foto: W. Linhard)

Wer bis hierher den Eindruck gewonnen hat, Linhard würde bei seinem Referenz-Kino nicht auf den Cent schauen, liegt absolut richtig. Allein die Stromversorgung ist ein Wahnsinn: Jeder der 30 Lautsprecher hat eine eigene Zuleitung mit spezieller High-End Sicherung.

Auch der Projektor und die Lichtsteuerung haben ihre eigene Zuleitung – damit ja kein Gerät das andere stört. Das gesamte Frontend (Vorstufe, Player etc.) hängen an der Shunyata Hydra TRITON V3, einer Filterleiste für knapp über 10.000 Euro. Im ganzen My Sound Heimkino gibt es keine digitalen Netzteile. Sie wurden allesamt durch die analogen Netzteile von SBooster ersetzt.

Linhard selbst sagt, dass es die Netzteile waren, die den finalen klanglichen Feinschliff gebracht haben. „Mit ihnen verschwanden die letzten Reste Nervosität aus dem Klangbild.“ Interessant. Und Anlass genug, die SBooster Netzteile demnächst einem ausführlichen LowBeats Test zu unterziehen. Allerdings muss man ein Highender wie Linhard sein, um solchen Details die notwenige Aufmerksamkeit zu schenken. Ich würde unterstellen, dass die meisten Heimkino-Experten – wie auch viele Profis im Studio – solchen Kleinigkeiten (dazu gehört auch die Kabelqualität) nicht immer die angemessene Aufmerksamkeit schenken…

Angesteuert werden Licht und das komplette Kinosystem übrigens mit dem vielfach bewährten und recht simpel zu bedienenden Control4.

Hinsetzten, anschnallen, durchstarten: das My Sound Heimkino in Action

Ich hatte ja bereits angedeutet, dass ich schon mehrfach bei My Sound im Kino war. Aber die letzten Schritte des Projekts – vor allem mit den neuen Netzteilen, der Stromversorgung und dem 32 Zoll Subwoofer – kannte ich noch nicht. Allerdings konnte ich mir kaum vorstellen, dass die Unterschiede so groß sein würden – immerhin lag das My Sound Heimkino schon vor diesen Maßnahmen auf Referenz-Niveau.Aber weit gefehlt.

Nun bin ich eigentlich kein so großer Heimkino-Fan, weil in meiner Wahrnehmung doch immer noch das letzte Quentchen an Auflösung fehlt. Nicht in diesem Kino. Die Kombination aus High-End-Hochleistungslautsprecher plus Entzerung, plus Leistung bis zum Abwinken, plus Riesen-Subwoofer und der bis ins Letzte ausgeklügelten Raumakustik summieren sich hier zu einem Gesamterlebnis, das ich in dieser Form noch nie gehört habe. Eine Heimkinowiedergabe mit höchster Transparenz und Feinsinn sowie einer gleichermaßen großen und lebensnahen Grob- wie Feindynamik. Es geht also doch!

Jeder Impuls kommt hammerhart auf den Punkt, Schallereignisse wandern wie zum Anfassen durch den Raum, nichts wirkt komprimiert oder wird scharf. Nachdem Wolfgang Linhard mich mit den üblichen Vorführ-Tracks von Dolby Demo-Disc bis Mad Max: Fury Road in einen Zustand der staunenden Ungläubigkeit versetzt hatte, musste ich mich erst einmal schütteln. Ich erbat nach so viel Sound-Effekt und Bildeindrücken den Wechsel auf bodenständige Musik-Videos – und blieb bei Metallicas Through The Never hängen.

Metallica Through The Never 3D: Eine der ersten Konzert-Aufnahmen, die in Dolby Atmos 3D-Audio remastert wurden (Foto: Ascot Elite)

Das Album ist ja so etwas wie ein Best-Of Album der Hardrocker und – wie ich finde – als eine der ersten Dolby-Atmos Aufnahmen auch klanglich recht überzeugend. Jenseits irgendwelcher Effekte zeigt diese Aufnahme schnell, wie gut das Sound-System des My Sound Heimkino wirklich ist. Denn die harten E-Gitarrenriffs werden schnell anstregend, die Becken schnell zimbelig. Das My Sound Heimkino aber klingt wie ein exzellentes HiFi-System – nur sehr viel dreidimsionaler, sehr viel tiefer, lauter und völlig frei von Verzerrungen.

Irgendwann – Linhard hatte den Saal längst aus Pegelgründen verlassen (er machte Vorbehalte gegen die von mir gewählte Musik geltend) – meldete sich bei mir der analytische Teil des Hirns ab. Jegliche Anspannung des Testers, der ja immer auf der Suche ist nach jenen Punkten, die noch nicht so perfekt sind, wo es klanglich hakt, fiel von mir ab. Denn hier gab es einfach nichts zu kritteln.

Also legte ich die Füße hoch, drehte den Pegel noch einmal deutlich höher und versank im Erlebnisrausch. Die Qualität des Systems versetzt den Zuhörer in die erste Zuschauerreihe – also sehr dicht an die Instrumente – und wahrt doch Distanz. Eine Klarheit, eine glaubhafte Dreidimsionalität, eine Natürlichkeit und Mühelosigkeit: Ich wurde zum Teil des Konzerts.

Sänger James Hetfield stand gefühlt nicht einmal zwei Meter vor mir und Lead-Gitarrist Kirk Hammett machte immer wieder Ausflüge von der Bühne zu mir und den anderen Konzertbesuchern. Gänsehaut. Der Unterschied zum Live-Konzert war natürlich immer noch da, aber sehr viel kleiner als bei allen anderen von mir bislang gehörten Heimkino-Systemen. Natürlich trägt auch das überwältigend farbstarke und knackscharfe Bild seinen Teil zu diesem Realismus bei.

Gut eine Stunde war ich vollkommen gefangen von der Authentizität dieses Klang- und Bild-Spektakels. Ich merkte nicht einmal, dass Linhard wieder hereinkam: Erst als er die Lautstärke drosselte und mich so in die Realität zurückholte. „Schade, schon vorbei“, dachte ich, während die Bass-Einschläge von „One“ noch in mir nachklangen.

Einer der wesentlichen Punkte, warum dieses System so herausragend locker und unangestrengt klingt, ist sicherlich der 32 Zoll Subwoofer. So viel Membranfläche erzeugt einen ganz anderen Bass als eine Vielzahl kleinerer Woofer: der Tiefstton kommt substanzieller, selbstverständlicher. Weil der 32-Zöller die gesamte Subbass-Arbeit unter 40 Hertz macht, entlastet er damit die anderen sechs Subwoofer und reduziert deren Verzerrungen im Oberbassbereich erheblich.

Die Art und Weise, wie dieses System mit dem Riesenbass wuchtige Bassdrum-Schläge reproduziert, hat eine Qualität, Sauberkeit und einen Nachdruck von ganz unten, wie man ihn sonst nicht zu hören bekommt. Das Musikerleben wird hier auf eine nächste Stufe gesetzt, spektakuläre Kanonendonner- oder Explosionsgeräusche bekommen damit eine fast schon bedrückende Realtätsnähe.

Fazit: Einzigartiges My Sound Heimkino Erlebnis

Fraglos ist das My Sound Heimkino noch um einiges packender als selbst große Säle in großen Kinos. Wer die Konzeption und die Konsequenz in der Umsetzung sieht, versteht schnell, warum. Kein Kino-Betreiber kann sich einen solchen Aufwand im Detail leisten. Kein noch so gutes, aktuelles Kino-System ist in der Lage, auf allen Plätzen einen so perfekten plastischen Klang zu modellieren.

Bei My Sound sind es halt nur wenige Plätze, auf die das System in vielen, vielen Stunden perfekt hingetrimmt wurde. Deshalb ist der Sound so plastisch, deshalb hat dieses Kino auch in Bezug auf 3D-Darstellung absoluten Referenz-Charakter.

Mysound Heimkino Impression 5
Fest installiert sind vier edle Leder-Kinosessel. Auf diesen Plätzen ist der Klangeindruck perfekt. Hinter den Sesseln in der Mitte der Rückwand kann man den verdeckten 32-Zoll-Subwoofer erahnen. Dass der Riesen-Sub hinten angebracht ist, spielt keine Rolle. Frequenzen unterhalb 200 Hertz kann das Ohr nicht orten. Und Frequenzen unterhalb 40 Hertz schon gar nicht… (Foto: W. Linhard)

Dies alles relativiert auch die Antwort auf eine wesentliche, bislang noch gar nicht beantwortete Frage – nämlich die nach den Kosten. Das My Sound Heimkino in seiner jetzigen Ausbaustufe kostet inklusive Einbau 450.000 Euro. Das ist eine Menge Geld, aber der Griff zu den Sternen hat halt seinen Preis.

„Für kleinere Räume“, sagt Linhard, „kann man das System natürlich deutlich herunterskalieren. Aber mit diesem Anspruch – auch in Bezug auf das Bild – ist ein Preis unterhalb 90.000 Euro kaum zu machen.“ So bleibt Heimkino auf derart hohem Niveau ein sehr beeindruckendes, aber auch ein sehr exklusives Vergnügen.

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