Frank Zappa und seine Mothers Of Invention starteten mit „Cheaper Than Cheep“ einen beherzten Versuch, bekannter zu werden und die damaligen elektronischen Medien dafür einzuspannen: das Fernsehen. ‘Warum die Eigen-Promotion anderen überlassen und die Selbst-Inszenierung lieber in die eigenen Hände nehmen?’, dachte sich Zappa. Das war 1974. Das Jahr, in dem er Top-Alben wie „Apostrohe (’)“ und „Roxy & Elsewhere veröffentlichte. Zusammen mit seiner sechsköpfigen Truppe Mothers Of Invention wollte er einen selbst-produzierten Konzert-Film ins Fernsehen manövrieren. Daraus wurde nichts. Genaues weiß man nicht. Angeblich sollen technische Probleme im Weg gestanden haben.
Dieses Hindernis konnte nun ein halbes Jahrhundert später die Technik der Gegenwart lösen. Das Filmmaterial und die Audio-Tracks wurden von den originalen Band-Mastern aufpoliert, respektive restauriert und remastert. Und so vereinnahmen uns rund zwei Stunden erwartbar aufreizendes, abendfüllendes Entertainment aus dem damaligen Band-Proberaum mit der Adresse 5831 Sunset Boulevard in L.A., in voller Länge, gespickt mit Equipment für Bühnen-Auftritte und der Tournee-Lichtshow – genial-schräg, verspielt, bluesig, experimentell, dadaistisch, getragen von Songs wie „Uncle Meat“, „Cosmik Debris“ oder „Wowie Zowie“ nebst ausufernder Percussion-Einlagen wie auf RDNZL“ (siehe Link zum Video unten).

Die offizielle Zappa-Veröffentlichung mit der Archivnummer 130 (darunter sind 62 Musikalben gelistet) unterhält mit einem prima Info- und Foto-Booklet und im CD-/Blu-ray-Set mit vier Bonustracks – zudem punktet der Klang in Dolby Atmos, 5.1-Surround (Dolby TrueHD) sowie PCM-Stereo (24Bit/96kHz). Der Ton stimmt dank Klarheit und Druck, das Bild hinkt jedoch etwas blass und mit Unschärfen hinterher. Dennoch macht das „Konzert“ durch die teils aberwitzige Atmosphäre Laune. Und Lust darauf, wieder mal in eines der vielen Alben reinzuzappen, die Franc Vincent Zappa in seinem leider nicht allzu langem Leben auf die Bühne oder auf den Plattenteller brachte. Der Komponist, Sänger, Gitarrist und Bandleader der Mothers of Invention verstarb bereits 1993 mit 53 Jahren im kalifornischen Los Angeles.
Bewertung
Bewertungen
MusikKlangBildRepertoirewertGesamt |
Video-Clip zu „RDNZL“
Alle Musik-Tipps aus dem Juli 2026:
The Original Alice Cooper Group „The Revenge Of Alice Cooper“
Alben des Monats Juli 2025: Fred Hersch „The Surrounding Green“
Alben des Monats Juli 2025: Nick Drake „The Making Of Five Leaves Left“
Die Alben des Julis 2025: Billie Marten „Dog Eared“






