Eines muss man Joe Bonamassa lassen: Der US-Amerikaner scheint kaum ein Quartal auszulassen, um nicht solo oder in Kooperation mit anderen Musikern in Sessions, im Konzert oder im Studio auf den Plan zu treten und mit seiner scheinbar schier unerschöpflichen Lust auf Blues zu beeindrucken.
Dabei spannt der umtriebige 48-Jährige einen kreativen Bogen aus Neo-Blues, Psychodelic- und Progressive-Rock um traditionelles Blues-Musikgut. Das Ganze gekrönt von fulminanten Saiten-Sprüngen und seiner dazu passenden samtigen Stimme. Seit seinem Debüt „A New Day Yesterday“ aus dem Jahr 2000 liefert er so in flinker Folge immer wieder gehaltvolle Alben ab. Im Grunde in etwa so wie Blues-Legende B.B. King, der im Laufe seines 89-jährigen Lebens über 50 Alben veröffentlichte und 15 Grammy Awards einheimste.
Und nun kommt eines zum anderen: Eine Art Tribute-Werk zu Ehren eines seiner großen Vorbilder. „B.B.King’s Blues Summit 100“ feiert den 100. Geburtstag der Blues-Ikone 2025 und klotzt mit 32 Cover-Versionen seines Schaffens. Die Ständchen bringt der Gitarrist und Sänger nicht allein – für die Jubelfeier lud er KollegInnen wie Buddy Guy, Keb’ Mo’, Slash, Shemekia Copeland, Marcus King, Christone »Kingfish« Ingram, Larkin Poe, Jimmie Vaughan, Warren Haynes, Dion, Aloe Blacc oder Kirk Fletcher ein.
Die Ehrung von King kommt nicht von ungefähr. Der große Blueser begeisterte bereits den jungen Joe: Der trat schon im zarten Alter von zwölf Jahren mit Band als Vorgruppe von B.B. King auf. „Er war mein Mentor“, so Joe Bonamassa.
Die Musik von Joe Bonamassa „B.B. King’s Blues Summit 100“
Und so begeistern die alten Songs dank der klugen Regie von Joe Bonamassa und Co-Produzent Josh Smith (ebenso Blues-Gitarrist) mit herrlicher Vitalität und Facettenreichtum, den die verschiedenen KollegInnen einbringen durften. „The Thrill Is Gone“ lebt so mit Streichern und Bläsersätzen arrangiert auf. Oder es packt einen der Klassiker „When Love Comes To Town“ (den auch U2 auf ihrem Album „Rattle And Hum“ coverten), hier interpretiert von Shemekia Copeland, Slash und Myles Kennedy.

Dann immer wieder satte Bläsersätze, die Orgel pfeift und röchelt, die E-Gitarre jubiliert und die Stimmbänder dehnen sich, wenn es kocht, schwooft und groovt, in Big-Band-Sound, mit Rock’n’Roll-Touch oder Roots-Blues-Feeling – B.B. is alive! Das macht einfach großen Spaß, Das Tanzbein zuckt, die Hüfte schwingt. „Ich möchte, dass die Musik weiterlebt“, soll King gesagt haben. „Und das ist genau das, was wir hier tun“ erklärt Initiator Joe Bonamassa. Der Klang passt zu den Songs: druckvoll, gut aufgelöst, gut durchhörbar, hifidel.
Bewertungen
MusikKlangRepertoirewertGesamt |
Clips zum Song „Think It Over“ (nur Audio)
Weitere Alben des Monats Februar 2026:
Beach Boys „We Gotta Groove /The Brother Studio Years“
Ludovico Einaudi „Solo Piano“
Momoko Gill „Momoko“
U2 „Days Of Ash“






