ende
The Colourfield „Sound Of The Colourfield“
The Colourfield kam aus der großen Zeit von Depeche Mode & Co und wurde jetzt von Chrysalis wiederentdeckt: unser Tipp des Monats

Die Alben des Monat März 2026: The Colourfield „Sound Of The Colourfield”

Die New-Wave- und Post-Punk-Ara – ein schillerndes, facettenreiches Musik-Eldorado vom Ende der ausgehenden 1970er bis weit hinein in die 1980er Jahre. Mit Namen wie Depeche Mode, Duran Duran, New Order, Talking Heads, Tears For Fears, Joe Jackson oder Blondie. Einer, der munter mitmischte war Terry Hall, seines Zeichens Sänger und prägende Figur von Bands wie Fun Boy Three oder The Specials – beide mit New-Wave oder auch Ska-Appeal gesegnet. In seiner Vita folgten dann Mitte der 1980er Jahre The Colourfield, die sich allerdings eher in der Liga des Sophistic-Pop verorteten.

What? Richtig gelesen: Der Gattung gehörten Bands wie Prefab Sprout oder Roxy Music an, die Soft-Soul, Synthies und schlichtweg sanftere Melodiebögen einbrachten. Sänger und Gitarrist Terry Hall sowie seine drei Mitstreiter Toby Lyons (Gitarre, Orgel), Karl Shale (Bass) und Gary Dwyer (Schlagzeug) stemmten jedoch gerade einmal zwei Studioalben, eine EP und diverse Singles. Ihr Debüt „Virgin And Philistines” (1985) und der Nachfolger, Deception von 1987, fokussierten im New-Wave-Nest Pop-, Soul und sogar Jazz-Elemente anstelle von raureifen Rhythmen oder politischen Botschaften. Wegen der kurzen Ära der Band aus Manchester verblasste ihr Name wohl auch in der Erinnerung.

Die Musik von The Colourfield „Sound Of The Colourfield”

Bis jetzt. Denn das Label Chrysalis legt ein echtes Pfund auf die Waage: 96 Tracks auf fünf CDs plus einer DVD in einem wertigen Box-Set vereint – die beiden remasterten Studio-Alben, die Singles der Band plus sämtlicher anderer Songs, davon 42 bislang unveröffentlichte Titel inklusive dem Stück „Monkey In Winter” mit der irischen Singer-Songwriterin Sinéad O’Connor. Dazu Live-Takes aus verschiedenen Konzerten wie dem Hammersmith Palais und der Warwick University. Plus B-Seiten, Remixe, Demos und Outtakes. Die DVD punktet mit Promo-Videos und sieben Takes bei der BBC. Obendrein locken ein 22-Seiten-Booklet mit frischen Interviews mit Toby Lyons und Karl Shale sowie ein Talk aus dem Archiv mit Terry Hall und den beiden Produzenten Hugh Jones (Echo & The Bunnymen, Simple Minds, The Charlatans) und lan Broudie (Big In Japan). Rare Fotos und für Fans Herz erwärmende Memorabilia werten das Set auf.

The Colourfield „Sound Of The Colourfield“
The Colourfield „Sound Of The Colourfield“ erscheint bei Chrysalis als 5CD-/1DVD-Box sowie als Stream oder Download, zum Beispiel auf qobuz.de

Ein starkes Paket für Freunde der Post-New-Wave- und Sophisti-Pop. Die Klangqualität variierte etwas auf hohem Niveau. Die remasterten Studio-Alben beeindrucken mit prima Homogenität und Ausgewogenheit. Die raren Tracks aus unterschiedlichen Anlässen variieren in puncto Klang. Epilog: Nach Auflösung von The Colourfield teamte Terry Hall mit Dave Stewart (Eurythmics) in der Band Vegas, bevor er mit Solo-Alben wie „Home” und „Laugh” im Mainstream mitschwamm und später immerhin nochmal die Specials Ins Leben rief.
Im Dezember 2022 verstarb er mit 63 Jahren.

The Colourfield
„Sound Of The Colourfield”
2026/03
Test-Ergebnis: 4,2
SEHR GUT
Bewertungen

Clips zum Song „Thinking of You”

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Weitere Alben des Monats März 2026:

Die Alben des Monat März 2026: Heather Nova „Live In Europe“
Die Alben des Monat März 2026: Syrinx Call „Mirrorneuron 2“
Die Alben des Monat März 2026: Joe Jackson „Hope And Fury“

Autor: Claus Dick

Avatar-Foto
Musikfachmann seit Jahrzehnten, aber immer auch HiFi-Fan. Er findet zielsicher die best-klingenden Aufnahmen, die besten Remasterings und macht immer gern die Reportagen vor Ort.