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Deep Purple „Made In Japan 50th Anniversary Edition“
Ein Kult-Album wird remasterd – und wie! Deep Purple „Made In Japan 50th Anniversary Edition“ ist ein Leckerbessen (Foto: C.Dick)

Die Alben des Monats August 2025: Deep Purple „Made In Japan 50th Anniversary Edition“

Heiliger Strohsack und hymnischen Rock-Engel – Deep Purple legen nach ihrem fettem, 23. (!) Studio-Album namens „=1“ von 2024 nach und reanimieren das Live-Meisterwerk „Made In Japan als „50th Anniversary Edition“ – eigentlich sind’s ja bereits 53 Jahren. Was soll’s. Denn was da auf uns zu donnert, ist nach wie vor mächtig, schicksalsträchtig.

Der Hintergrund zu Deep Purple „Made In Japan 50th Anniversary Edition“

1968 war das Jahr, in dem im englischen Hertford eine Handvoll junger, Rock-begeisterter Musiker eine der wichtigsten Bands des Genres gründeten: Gitarrist Ritchie Blackmore, Sänger Rod Evans, Bassist Nick Simper und Tastenmann Jon Lord plus Drummer Ian Paice. Anfangs punkteten die Briten da noch mit Pop-Songs wie „Kentucky Woman“, einem Cover vom Soft-Rocker Neil Diamond.

Doch schnell wurde klar, dass in dieser Band anderes Potenzial und Power schlummerte, das sich später in Top-Alben ergoss. Nachdem Evans und Simper das Boot verließen und Sänger Ian Gillan plus Bassist Roger Glover anheuerten, entfesselten sich die Kräfte, die nunmehr diverse Dekaden mehr oder minder lodern. Ein musikhistorisches Highlight zündeten Ritchie Blackmore (Lead-Gitarre), Roger Glover (Bass), Ian Gillan (Vocals), Ian Paice (Drums) plus Jon Lord (Keyboards) 1972 in Fernost. „Made In Japan“ geriet zum Kult-Doppel-Album.

Während der drei Konzerte vom 15. bis 17. August 1972 in der Festival Hall von Osaka und im legendären Budokan in Tokyo katapultierten Deep Purple die Rock-Welt in eine andere Galaxie. Scheinbar grenzenlos frei, entfesselt und mit teils spektakulärem Team-Spiel. Ihre lediglich sieben Songs spickten sie genüsslich mit Soli-Einlagen von Lord und Blackmore sowie Vokal-Eskapaden wie die Shout-Kaskaden von Ian Gillan, der wiederum „Child In Time“ beinahe zärtlich im Falsett anstimmte.

Deep Purple „Made In Japan 50th Anniversary Edition)“
Deep Purple „Made In Japan 50th Anniversary Edition)“ erscheint bei Universal (2LPs; 5CDs/1Blu-ray-Audio Ltd Deluxe Ed.; 10LP-Box-Set)

Und nun: Eine opulente Neuauflage, im Kern hat Sound-Ass Steven Wilson, Art-Rocker und Ex-Markenbotschafter der HIGH END, die ohnehin bereits prima klingenden Acht-Spur-Tracks mit frischen Mixen zu noch mehr Lebendigkeit erweckt – die DNA erkannt und freigelegt: Im Detail gibt’s Stereo- und Dolby-Atmos-Versionen – fantastisch bassstark und transparent, in Atmos zudem raumgreifend. Fürs Mastering steht Andy Pearce (Black Sabbath). Zudem mischte Richard Digby (Led Zeppelin) die drei Konzerte des Box-Sets (ja, die sind alle drei dabei) und seltene Single-Edits neu ab. Glover: „Wir sind um die halbe Welt gereist und das Publikum hat jedes Wort mitgesungen. Es war magisch.“ Und tontechnisch ist das ein Fest!

Bewertung

Deep Purple
„Made In Japan 50th Anniversary Edition“
2025/08
Test-Ergebnis: 4,8
Überragend
Bewertungen
Musik
Klang
Repertoirewert

Gesamt

 

 

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Autor: Claus Dick

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Musikfachmann seit Jahrzehnten, aber immer auch HiFi-Fan. Er findet zielsicher die best-klingenden Aufnahmen, die besten Remasterings und macht immer gern die Reportagen vor Ort.