Melody Prochet reist seit einigen Jahren gut vernetzt um den halben Globus und kollaboriert dabei je nach künstlerischer Motivation mit unterschiedlichen KollegInnen wie beispielsweise vor einigen Jahren mit dem Australier Kevin Parker und seiner Band Tame Impala für ihr Album-Debüt. Diesmal, auf Album Nummer Vier, holte die Singer-Songwriterin Sven Wunder ins Boot. Der schwedische Soundscape-Spezialist steht für ausgefeilte atmosphärische Instrumental-Sequenzen mit World-Musik-DNA, gerne cineastisch und gechillt entworfen. Das passt zur Haltung der Französin, die vielleicht inspiriert an ihre Herkunft in der sonnenverwöhnten Provence die sanfte Welle schätzt.
Die Musik von Melody Echo Chamber „Unclouded“
Heraus kam dabei Dream-Pop, mit feiner psychedelischer Note, die auf wärmende Sounds der 1970er Jahre setzt. Rüttelnde Drums, feine Gitarrenarbeit und Streicher-Einheiten umhüllen Melody Prochets engelszarte Stimme – man ist geneigt zu sagen, dass sie typisch für französisches Musik-Entertainment in Anlehnung früherer Zeiten klingt, als man gerne mal verzärtelt oder gehaucht sang. Jane Birkin oder Françoise Hardy lassen grüßen.
Allein schon die Single-Auskopplung „The House That Doesn’t Exist“ tönt wegweisend für das Album, das übrigens bereits nach rund einer halben Stunde Kurzweil wieder zu Ende ist. Aufwallende Streicher, pulsierende Beats, die helle Stimme – das klingt schon hinreißend.
„Eyes Closed“ kommt dagegen eher knackig daher, mit brummend wärmendem Bass, konterkariert von Melodys Engelsstimme, ausgerollt in kluges Arrangement. „Childhood Dream“ lässt die Drums poltern und verströmt ein jazziges Timbre, dank schillernder Vibraphon- und E-Gitaren-Tupfer nebst kammermusikalischen Streichern. Schön. „Memory’s Underground“ setzt dann dunkle Spots, sät akustisch-psychedelische Schattenstrukuren, während „Broken Roses“ streicherzart nach Frühling und imaginärem Lavendel duftet. „Into Shadows“ entführt dann flott in ein Nouvelle-Vague-Ambiente, herrlich nostalgisch… Der Titelsong lebt wiederum mit Field Recordings vom Meer auf, zart von Streichern umworben – „Unclouded“ schwebt so leicht am Himmel, klingt etwas süß und doch gehaltvoll. Denn bei aller Psychedelic formen klar gesetzte rhythmische Strukturen die meisten Songs.

Das Album hinterlässt so einige anrührende Sound-Spuren der 1970er Jahre und entführt ein Stück in die Welt von Nouvelle Vague, Vintage und französische Chansons. Auch das Klangbild stimmt, dank feiner Auflösung, authentischen Klangfarben und Tieftondruck, wo nötig.
Bewertungen
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Video zum Song „The House That Doesn’t Exist“
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