Vor gut einem halben Jahrhundert ließen sich Ultravox von den aufwallenden Punk-Überfällen der Musikszene kaum beeindrucken. Die Londoner Band schlug bereits Mitte der 1970er Jahre recht früh einen eigenen Weg im Universum von New Romantic, New Wave und Synthie-Pop ein. Mit Erfolg. Keyboard- und Synthie- getriebene, packende Rhythmen à la Depeche Mode mündeten ab Anfang der 1980er Jahre in die softeren Melodienbögen von „Vienna“ – und 1984 in die Albumkunst von „Lament“ sowie Highlights wie dem Anti-Kriegs-Song „Dancing With Tears In My Eyes“. Vor allem Sänger und Gitarrist Midge Ure prägte den Stil der Band seit seinem Beitritt 1980. Der Schotte sammelte vorher wertvolle Erfahrungen bei anderen Bands wie Slik oder The Rich Kids, die vom ehemaligen Sex-Pistols-Bassist Glen Matlock geleitet wurde. Übrigens: Midge Ure rief zusammen mit Bob Geldof das Band-Aid-Projekt ins Leben. Ansonsten ist der Ire bekannt als Sänger der Boomtown Rats und als Rock-Star Pink im Film „The Wall“ von Pink Floyd.
Die Songs wurden etwas eingänglicher, wenn man so will, mainstreamiger, souverän geprägt vom Sound elektronischer Percussion und Yamaha-Gerätschaft wie dem polyphonen Synthesizer GS1 oder dem älteren, analogen CS-80. Dabei entstanden viele hochkarätige Songs unter dem Label von Chrysalis, einst bereits vereint auf einer Best-Of-Scheibe namens „The Collection“, die sich rund zwei Millionen Mal verkaufte und die in Großbritannien mit dreifach-Platin glänzt.

Die aktuelle Neuausgabe mit den 14 Singles von damals lockt nun remastert und erweitert um weitere 14 Singles von 1986 bis 2024, teils prima neu bearbeitet von Sound-Ass Steven Wilson sowie allen B-Seiten, zehn frisch gemixten Langversionen und rund vier Stunden Filmmaterial auf dem limitiertem Deluxe-Box-Set, das in einer Auflage von 5.000 Exemplaren mit vier CDs und zwei Blu-ray-Discs erscheint. Die Film-Sektion bereichert die Box um legendäre Promo-Videos mit alternativen Song-Versionen und vereint viele spannende Fernseh-Auftritte bei der BBC, zum Beispiel in „Top of The Pops“ sowie Live-Takes. Zudem ergänzen zwei Booklets mit je 20 Seiten das Oeuvre mit rarem Fotomaterial und Songtexten. Ziemlich Ultra!
Das Klangspektrum variiert entsprechend der Bandbreite von Musik und Filmmaterial
Bewertungen
MusikKlangRepertoirewertGesamt |
Video zum Stück „Vienna“
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