Die Hauptstadt des westafrikanischen Landes Liberia heißt Monrovia. Wie Janjay Lowe – er hat sich die Heimatstadt als Künstlernamen ausgesucht. Aus guten Gründen: „Ich bin Mon, geboren in Mon Rovia, Liberia. Mein Leben lässt sich so zusammenfassen: Ich wurde in einen Bürgerkrieg hineingeboren, entkam dem Leben als Kindersoldat und wurde von Missionaren gerettet.“ Seine Lebensgeschichte geht dann in streng gläubiger Umgebung in Tennessee weiter. Mit christlicher Lobpreis-Musik. Und gottseidank auch mit anderen Rhythmen – vorzugsweise aus dem Indie-Bereich wie von Bon Iver, den Fleet Foxes oder Vampire Weekend. Die Gitarre half ihm Traumata anzugehen, seine samtene Stimme verzaubert seit ein paar Jahren in den sozialen Medien mit eine Melange aus akustischen und elektronischen Zutaten.
Seine Songs beleuchten dabei beinahe spirituell psychische Nöte und Heilung – was in seinen Songs eher heiter und beinahe erstaunlich unbeschwert rüberkommt. Vier EPs skizzieren seine musikalischen Anfänge. Nun veröffentlicht Mon sein Debüt-Album mit 16 Stücken.
Und das hat es in sich. Zart, beinahe fragil, jedoch mit innerer Leuchtkraft intoniert Mon Rovîa seine Songs. „Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen“, singt er in Day At The Soccer Fields“ – ein Rückblick an ein Leben in Krieg. Oder „Wo ist der Rest meines Verstandes geblieben“ in „Running Boy“, während „Heavy Foot“ ein bisschen an die Noten von Cat Stevens aus den seligen 1970ern erinnert. „Black Cauldron“ verwöhnt als Dream-Folk-Pop-Nummer, mit seiner smarten Stimme und mehrstimmigen Vocals im Gepäck. Das Titelstück und „Little By Little“ wärmen als sensibler Gitarren-Folk.
Seine Musik sei im Kern die Summe seiner früheren Erfahrungen, „verbunden mit meinem Mitgefühl für die Erlebnisse anderer.“ Das sagt er nicht nur so. Er bringt es auch mit seiner Musik durchaus glaubhaft rüber. Von Janjay Lowe dürften wir sicherlich bald noch mehr hören.

Und das auch bald live hierzulande: Am 7.2. in Hamburg („Uebel & Gefährlich“), am 9.2. in München („Technikum“) und bei unseren Schweizer Nachbarn am 10. Februar 2026 in Zürich („Plaza“).
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Video zum Song „Heavy -Foot“
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Die Alben des Monat Januar 2026: Lucinda Williams „The World’s Gone Wrong“
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