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Midlake
Auf den Spuren von America, CSN & Co: Midlake becirct auf „A Bridge To Far“ mit feinen Gesangs-Einlagen und schönen Harmonien

Die Alben des Monats November `25: Midlake „A Bridge To Far“

Wenn eine texanische Band nicht dem Western Swing oder Honky-Tonk verfällt, sondern gekonnt progressive britische Musikelemente touchiert ist das schon ungewöhnlich. Bei Midlake ist das so. Die Band aus der texanischen Universitätsstadt Denton durchlief eine stilistische Metamorphose von Jazz-orientierten Rhythmen hin zum Psychedelic-Soft-Rock mit Dream-Pop-Appeal. Zudem atmen die Musiker Noten des psychedelisch-folkigen Geistes des kalifornischen Laurel Canyons der 1960er und 1970er Jahre. Hier und da lassen auch Fleetwood Mac stilistisch grüßen. Das Vorgänger-Album „For the Sake of Bethel Woods“ von 2022 kann ein Lied davon singen, es blinzelt zurück zum Ort des legendären Woodstock Festivals 1969. Nur am Rande erwähnt, wen es interessiert: Das „Museum Bethel Woods Center“ hortet einige Schätze der Flower-Power-Ära, Teaser gibt’s auf der Homepage.

Zum Hintergrund von Midlake „A Bridge To Far“

Doch bleiben wir im Hier und Jetzt bei Eric Pulido (Lead-Vocals, Gitarre), dem Nachfolger von Co-Gründungsmitglied Tim Smith, der die Band 2012 verließ. Dann sind da McKenzie Smith (Schlagzeug), Eric Nichelson (Tasteninstrumente, Gitarre), Jesse Chandler (Keyboards, Flöte, Vocals) sowie Joey McClellan (Gitarre, Vocals) und Scott Lee (Bass). In ihrer Heimat USA erreichte das Sextett bislang seltsamerweise weniger Beachtung als in europäischen Ländern wie Frankreich, Norwegen, Schweden oder Großbritannien. Auch bei uns gibt es noch Nachholbedarf. Das aktuelle Album hat dabei das Zeug dazu. Und auch ein Rückblick auf die anderen sechs Alben, insbesondere das Debüt-Album „Bamnan And Slivercork“, aufgenommen in den Abbey Road Studios, von 2004 lohnt sich.

Als Produzenten holten sie sich Musiker und Vintage-Equipment-Kenner Sam Evian (Big Thief, Cass McCombs) ins Echo Lab Studio. Klavier, Gitarre, Bläser, dezente Orchesterinstrumentierung und sanfte Stimmpracht von Eric Pulido, fern von Weichspülung prägen das Album „A Bridge To Far“. Die Gastsängerinnen Hannah Cohen, Meg Lui und Westcoast-Newcomerin Madison Cunningham bereichern die Songs mit wärmenden Harmonien. Das passt zum inhaltlichen Fokus des Albums, nämlich Hoffnung als wichtigen Träger menschlicher Existenz. Klingt selbstverständlich, wird es aber oft erst, wenn man es sich bewusst macht.

Midlake
„A Bridge To Far“
2025/12
Test-Ergebnis: 4,4
SEHR GUT
Bewertungen
Musik
Klang
Repertoirewert

Gesamt

Video zum Song „Days Gone By“

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Autor: Claus Dick

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Musikfachmann seit Jahrzehnten, aber immer auch HiFi-Fan. Er findet zielsicher die best-klingenden Aufnahmen, die besten Remasterings und macht immer gern die Reportagen vor Ort.