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Buckingham Nicks
Vor ihrer Fleetwod-Mac-Zeit nahmen Stevie Nicks und Lindsay Buckingham ein Album auf. Das wurde jetzt wiederentdeckt und remastered

Die Alben des Monats September 2025: Buckingham Nicks (Remaster 2025)

Hinter dem Albumtitel „Buckingham Nicks“ stehen – claro – Gitarrist Lindsey Buckingham und Sängerin Stevie Nicks, prägende Mitglieder der kalifornischen Pop-Rocker Fleetwood Mac. Das einst sehr romantisch verbundene Paar produzierte ihr einziges gemeinsames Album 1973, also nur kurz vor ihrer Mac-Zeit, die Ende 1974 startete. Nun schieben die beiden ihr Solo-Werk als „2025 Remaster“ auf die Bühne. Apropos solo: Sieben eigene Alben brachte Buckingham bislang heraus, Stevie Nicks war noch fleißiger und toppt als Singer-Songwriterin ihren Ex mit acht Studio-Alben.

Die Legende besagt, dass zumindest Stevie Nicks zu dieser Zeit unsicher über ihre weitere berufliche Laufbahn war und sie Gelegenheits-Jobs annahm. Gut, dass dann Mick Fleetwood durch das Team-Album der beiden auf sie aufmerksam wurde. Produzent Keith Olsen (Rick Springfield, Santana, Heart) soll während eines Treffens in den „Sound City Studios“ von Los Angeles Mick Fleetwood den Album-Song „Frozen Love“ vorgespielt haben. Wobei er wohl nur an Gitarrist Lindsey Buckingham Interesse hatte, dieser aber vehement darauf bestand, seine damals Geliebte mit ins Mac-Boot zu nehmen. So kam es denn auch. Was Stevie jedoch später nicht davon abhielt, mit Mick ein Techtelmechtel einzugehen …

Jetzt gibt es das Album als Wiederveröffentlichung und zwar remastert – über die Jahre gab es einige LP-Re-Releases in verschiedenen Ländern wie discogs.com es listet. Auch diverse inoffizielle CD- oder Musikcassetten-Auflagen, deren Content-Quelle nicht so klar scheint. Immerhin gibt’s jetzt offiziell remastert das CD-Debüt sowie zwei LP-Versionen, eine davon mit zwei Replika-7-Inch-Singles „Crying In The Night“/ „Stephanie“ sowie „Don’t Let Me Down Again“/ „Races Are Run“ als limitierte Auflage.

Zehn Songs fanden den Weg auf die Scheibe, vom Ein- und Zweiminüter wie „Django“ oder „Stephanie“ (tolles Akustik-Gitarren-Instrumental) bis zum Sieben-Minuten-Opus des orchestral getriebenen „Frozen Love“ nebst Gitarren-Solo. Dazwischen das packend rockende „Don’t Let Me Down Again“ mit zackig-wildem Gitarrenspiel Lindseys oder „Crisp“, getragen durch die Akustik-Gitarre von Waddy Wachtel und bereits nahe am Westcoast-Folk-Rock von Fleetwood Mac. Ebenso wie „Without A Leg To Stand On“ und „Crystal“, das später auf das Album „Fleetwood Mac“ von 1975 fand.

Lindsey Buckingham und Stevie Nicks „Buckingham Nicks
Lindsey Buckingham und Stevie Nicks „Buckingham Nicks (2025 Remaster)“ erscheint bei Rhino / Warner als CD oder 180-Gramm LP in diversen Farben, limitierte LP+Single-Pakete (5000/ 2000 Exemplare) sowie als Stream oder Download, zum Beispiel auf qobuz.de

Weitere Studio-Mitstreiter waren Richard Halligan (Streicher-Arrangements), Jerry Scheff und Mark Tulin, ebenso wie Lindsey Buckingham am Bass, Hoppy Hodges und Ronnie Tutt (Elvis Presley) sowie Jim Kelter an den Drums, dazu Peggy Sandvic an den Keyboards –und natürlich Stevie nebst Lindsey mit ihren markanten Vocals. Wenn man so will, eine nette Ergänzung des Mac-Katalogs. „Wir wussten, was wir als Duo hatten: zwei Songwriter, die wirklich gut zusammen sangen. Und das war von Anfang an etwas ganz Natürliches“, so Stevie Nicks.

Der Remaster-Klang von den Original Master Tapes unter der Regie von Kevin Gray (Billy Joel, The Who) überzeugt mit ordentlicher Feindynamik, schöner Ausgewogenheit und prima Klangfarben.

Bewertung

Buckingham Nicks (2025 Remaster)
2025/09
Test-Ergebnis: 4,4
SEHR GUT
Bewertungen
Musik
Klang
Repertoirewert

Gesamt

Stevie Nicks und Lindsey Buckingham zu sehen live im Video-Clip zum Song „Never Going Back Again“ (Album „Rumours“ von Fleetwood Mac):
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Autor: Claus Dick

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Musikfachmann seit Jahrzehnten, aber immer auch HiFi-Fan. Er findet zielsicher die best-klingenden Aufnahmen, die besten Remasterings und macht immer gern die Reportagen vor Ort.