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Die Norddeutschen HiFi Tage 2017 – der Messereport

Wie gemacht für die so kleinen Räume der Norddeutschen HiFi Tage 2017 ist auch der bezaubernde Röhren-Amp VA One von Quad (im Vertrieb von IAD Audio). Er leistet 2 x 15 Watt, hat aber – unerwartet – einen USB- und einen Bluetooth- Eingang.

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Quad Röhrenverstärker VA One
Der Quad VA One mit USB- und Bluetooth Eingang kostet 1.700 Euro (Foto: H. Biermann)
Dreiwege-Kompaktbox Bryston Mini-A
Bryston Mini-A: eine kleine Dreiwege-Kompaktbox für 1.500 Euro pro Paar (Foto: H. Biermann)
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Perfekt für diese kleinen Räume aber ist das System von Michael Sombetzki, der eine Art Riesen-Kopfhörer ersann. Hinter „ESL Home“ steckt ein Pärchen klassischer Breitband Elektrostaten, das man aber im Nahfeld hört. Die Raumakustik spielt somit eine kleinere Rolle und im Gegensatz zu klassischen Kopfhörern gibt es beim ESL Home eine richtige Bühne mit tiefer Abbildung. Tolle Idee: Hat mir super gefallen, auch, weil die Transparenz so elektrostatenhaft fein war und der Bass locker auf 50 Hertz runterging. Selbst unter den ja nicht optimalen Messebedingungen klang das absolut überzeugend.

Sombetzki ESL Home
Der Meister selbst: Michael Sombetzki auf dem Hörplatz im perfekten Abstand zu seinen übergroßen Kopfhörern. Das ESL Home System kostet 7.500 Euro (Foto: H. Biermann)

 

Die Workshops der Norddeutschen HiFi Tage 2017

Wie im Messevorbericht über die Norddeutschen HiFi Tage 2017 schon erwähnt, hatte die High End Society eine Reihe von zehn Vorträgen angekündigt, die allesamt so voll waren, dass mir nicht einmal ein sinnvolles Foto gelang. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und zeigt, dass die Messebesucher sehr wohl offen sind für gut dargebrachte HiFi-Theorie. Auch Cambridge Audio ging in die Beratungs-Offensive, indem Cambridge Spezialist Rainer Kockot im Stundentakt die wesentlichen Grundzüge des Streaming erklärte. Sein Fazit: „Da ist noch einiger Erklärungsbedarf, denn die Leute sind echt wissbegierig.“ Auch bei Cambridge waren die Vorträge immer randvoll. Am meisten beeindruckt hat mich Dirk Sommer, Chefredakteur von HiFi Statement und ambitionierter Recording-Spezialist. Er demonstrierte eindrucksvoll den klanglichen Unterschied verschiedener Mikrofon-Typen auf den Aufnahmeklang. Das war sehr deutlich hörbar.

Dirk Sommer auf den Norddeutschen HiFi Tagen 2017
Recording Spezialist Dirk Sommer demonstrierte die erstaunlich großen Unterschiede bei unterschiedlicher Mikrofonierung eines Stücks. Beeindruckend (Foto: H. Biermann)

Die Vorführungen der Norddeutschen HiFi Tage 2017

Ascendo Stefan Köpf
Ascendo Geschäftsführer Stefan Köpf und die aktive D7 (Foto: H. Biermann)

Das Salz in der Suppe einer jeden Messe aber sind natürlich die Vorführungen, die gerade im Hamburger Holyday Inn unter besonders beengten Bedingungen zu leiden haben. Und dennoch regt sich keiner auf. Die meisten Räume sind voll, wenn vier Leute drin sitzen. das ist komisch, hat aber irgendwie auch was. Da – wie gesagt – die Messe wirklich gut besucht war, waren vor allem die großen Vorführungen von B&W, Canton, Dynaudio und Focal/Naim immer brechend voll. Es gab ja auch auf den Norddeutschen HiFi Tagen 2017  einige Zeitgenossen, die unkten, die Zeit von HiFi sei vorüber. Die schiere Fülle auf der Messe, vor allem aber die Begeisterung der Besucher für die Produkte und Erlebnisse sollten sie eines Besseren belehren.

Weil es vielerorts so eng ist, sind die Aussteller allerdings gut beraten, kleinere Komponenten zu spielen oder solche, die man an die Raumakustik anpassen kann. Zum Beispiel hatte Ascendo – anders als wir im Vorbericht vermuteten – für die Norddeutschen HiFi Tage 2017 die vollaktive D7 (Paarpreis: 12.000 Euro) im Gepäck. Die schlanke Standbox fußt technologisch auf dem großen Live15-System und hat 2 x 650 Watt sowie jede Menge Prozessorleistung an Bord. Das macht sie recht flexibel auf die meisten raumakustischen Bedingungen einstellbar. Bei der Messe klang die zierliche Standbox erstaunlich kraftvoll und dank Koax auch wunderbar räumlich.

 

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Oczave Vorstufe HP 700 und Endstufe RE 320 auf den Norddeutschen HiFi Tagen 2017
Thomas Brieger, Marketing- und Vertriebsleiter von Octave, spielte eine ambitionierte Kette aus Vorstufe Octave HP 700 plus Endstufe Octave RE 320 an den Kompaktlautsprechern Focal Diablo Utopia. Das klang mitreißend geschmeidig (Foto: H. Biermann)
Vollverstärker Lyndorf Audio TDAI 2170 auf den Norddeutschen HiFi Tagen 2017
Bei Lyngdorf Audio spielten kleine, flache Onwall-Lautsprecher mit einem Onwall-Subwoofer und wurden durch den Prozessor des angeschlossenen TDAI 2170 Vollverstärkers perfekt an die räumlichen Gegebenheiten angepasst. Lyngdorf Audio ist im Vertrieb von G8 & Friends (Foto: H. Biermann)
Kompaktbox PMC Twenty5.22
Bei AudioConcept spielten die Kompaktboxen PMC Twenty5.22 (Paarpreis: 3.280 Euro) am mehr als doppelt so teuren Vollverstärker Maestro Anniversary von Audio Analogue (7.500 Euro). Das Preis-Verhältnis von Box zu Amp klingt nur auf den ersten Blick ungewöhnlich. Geklungen hat das Ganze wunderbar druckvoll und authentisch (Foto: H. Biermann)
Dreiwege-Lautsprecher TAD Micro mit Koax
Die Pioneer Tochter TAD hat einen neuen Monitor am Markt: Die TAD Micro ist ein kompakter Dreiwege-Lautsprecher mit Mittelhochton-Koax und klang sehr luftig und plastisch. Paarpreis: 12.500 Euro (Foto: H. Biermann)
Tannoy Revolution XT &f
Volker Specht (stehend), der neue Marketingleiter beim TAD Audio Vertrieb, führte eine Kette aus Rega Elektronik (Brio-R/Apollo-R) plus Tannoy Revolution XT 6F vor, die zwar keineswegs teuer war, dafür aber die Zuhörer um so mehr packte (Foto: H. Biermann)
NuVista CD-Player und -Verstärker.
Bei Reichmann Audio (Musical Fidelity, Thorens, Triangle) spielten die größten Musical-Fidelity-Komponenten – der NuVista CD-Player und -Verstärker. Und man muss sagen: diese Kraft und Lockerheit der großen Musical Komponenten hat schon was … (Foto: H. Biermann)
Focal Sopra No3 auf den Norddeutschen HiFi Tagen 2017
Bei Music Line (Naim/Focal) war der große Demo-Raum fast dauerhaft bis auf den letzten Platz gefüllt. Hier lag es nicht nur am guten Ton allein: Vorführer Dalibor Beric (Mitte) gab des Zuhörern auch etliche Tipps zum „richtigen“ Hören mit auf den Weg (Foto: H. Biermann)
Einstein Audio Tune auf den Norddeutschen HiFi Tagen 2017
Bei Einstein Audio ließ Firmenchef Volker Bohlmeier wie üblich Platten rotieren und spielte aber auch die Neuauflage des Tune-Vollverstärkers für 6.800 Euro. Im Vordergrund die Temesta 20 von Blumenhofer Acoustics (Foto: H. Biermann)
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Das HiFi-Jahr 2017 beginnt in Deutschland also mit einer durch und durch gelungenen Messe. Und es ist gleichzeitig das Jubiläums-Jahr eines sehr netten Mitglieds der HiFi-Gemeinde: Bernd Hömkes Input Audio wird erst 20 Jahre alt, obwohl es scheint, dass Input Audio schon seit Ewigkeiten dabei ist. Außer dass Hömke es in all den Jahren so gut wie immer geschafft hat, einen wirklich schönen Ton aus seinen Anlagen zu zaubern, hat er sich in dieser Zeit auch zu einen veritablen Whisky-Kenner entwickelt. Auch die Norddeutschen HiFi Tage 2017 bereicherte er mit einer feinen Auswahl ungewöhnlicher Whiskys und machte damit deutlich, um was es wirklich auf diesen Messen geht: Genuss.

Bernd Hömke auf der Norddeutsche HiFi Tage 2017
Input Audio Chef Bernd Hömke schenkte für Gäste der Norddeutschen HiFi Tage 2017 auch feinsten Whisky aus (Foto: H. Biermann)

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