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Mit dem DAC Z10 (1.980 Euro) und der Streaming Bridge T8 (1.380 Euro) schlägt eversolo sein bisheriges Spitzenmodell DMP-A10 für weniger Geld in der Klangwertung – und dies für einen geringeren Einstandspreis (Foto und Montage: F. Borowski)

Doppeltest eversolo DAC Z10 und Streaming Bridge T8 – ein Weltklassegespann

eversolo hat wieder zugeschlagen. Und erneut gelingt dem chinesischen Hersteller ein echter Coup d’état im Bereich Digital Audio. Diesmal mit zwei getrennten Komponenten, die zwar optisch nur bedingt zusammenpassen, technisch aber umso mehr. Mit dem DAC Z10 und der Streaming Bridge T8 schlägt eversolo im LowBeats-Test sogar sein bisheriges Spitzenmodell, den integrierten Streaming-DAC-Vorverstärker DMP-A10. Und das zu einem niedrigeren Preis. Wie das gelingen konnte, erfahren Sie hier.

Hinweis: Dem DAC Z10 wird in diesem Artikel etwas mehr Platz eingeräumt, als dem T8. Der Streamer entspricht in seinen Funktionen weitgehend der DMP-Serie, während der Z10 eine deutlichen Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger Z8 darstellt.

DAC Z10 vorgestellt

Eigentlich passen die beiden Komponenten von eversolo gar nicht so richtig zusammen. Ihre Gehäuse sind vom Aufbau her zwar ähnlich – beides ordentlich solide Alu-Cases im modern-eckigen, nicht allzu exklusivem Design – aber der T8 ist ein gutes Stück schmaler als der DAC Z10. Die beiden zu stapeln sieht nicht sonderlich gut aus. Nebeneinander platziert passt es aber ganz gut. 

Auch die Modellbezeichnung könnte darauf hindeuten, dass diese Komponenten eigentlich gar nicht für das direkte Zusammenspiel gemacht sind. Der DAC Z10 scheint demnach eher in die Klasse des DMP-A10 zu passen. Der T8 hingegen vielleicht eher in die des DMP-A8. Aber bei genauer Betrachtung des technischen Aufwands passt das auch wieder nicht so richtig. Beide Komponenten arbeiten auf einem sehr hohen Niveau.

eversolo DAC Z10 + T8
Unterschiedliche Breite. Zum Stapeln sind T8 und Z10 optisch nicht gut passend. Nebeneinander geht’s (Foto: F. Borowski)

Der DAC Z10 verwendet wie der DMP-A8 das Chip-Duo AK4191EQ und AK4499EX für die D/A-Wandlung. Und zwar je ein Set pro Kanal. Die anderen DMP-Modelle des Herstellers (DMP-A6, A10) setzen auf ESS-Chips. Auch sonst ist die Technik des DAC Z10 ziemlich kompromisslos angelegt, wie auch die temperaturgeregelte OCXO-Clock belegt. Wahlweise kann auch mit einer externen Clock getaktet werden (50 und 75 Ohm).

Je näher man hinschaut, desto stärker keimt ein gewisser Verdacht auf. Besonders aufmerksamen LowBeats-Lesern wird die große Ähnlichkeit im Schaltungsaufbau zum Rose DAC RD160 auffallen, der mit 5.300 erheblich teurer als der eversolo mit rund 2.000 Euro ist. Vergleichen Sie mal die Bilder des Innenlebens der beiden Geräte.

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eversolo DAC Z10 + T8
Der Aufbau des DAC Z10 ähnelt stark dem des Rose RD160 – siehe nächstes Bild (Montage: F. Borowski)
Rose RD160
Hier die Aufteilung der Sektionen des Rose RD160 (Grafik-Overlay: F. Borowski)
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Bitte nicht falsch verstehen: es ist keine dreiste Kopie. Die Ähnlichkeiten beschränken sich auf den strategischen Aufbau des Signalwegs. Hier wie dort wird nach allen Regeln der heutigen DAC-Kunst gearbeitet und nicht an Bauteilen gespart. Beide setzen auf einen konsequenten Doppel-Mono-Aufbau der analogen Signalpfade mit drei getrennten und gekapselten Ringkerntrafos für Digital und Analog links und rechts. Und oh Wunder: auch Rose verwendet im RD160 das AKM-Chip-Duo.

An der Rückseite setzen sich die Ähnlichkeiten des Z10 mit dem Koreaner fort. Durch den Doppel-Mono-Aufbau liegen auch hier die Analogausgänge (Cinch und XLR natürlich) weit auseinander. Vorteil eversolo: Er verfügt anders als der Rose auch über Analogeingänge und hat sogar einen HDMI ARC-Eingang für TV. Der Rose hält mit einem speziellen SFP-USB-Eingang dagegen. Die in High-End-Kreisen immer beliebter werdende I²S-Schnittstelle zur Verbindung mit einem Streamer haben beide.

eversolo DAC Z10 + T8
Die Rückseite des Z10 (oben) im Vergleich zum Rose RD160 (Foto oben: eversolo, Foto unten: F. Borowski)

An der Front enden die Gemeinsamkeiten der beiden. Obwohl beide über ein großes, breites Display verfügen, sticht der Rose doch mit seiner speziellen, versilberten Oberfläche hervor, die das Display bei Nichtbenutzung unsichtbar macht. Der Z10 setzt auf eine herkömmliche aber moderne LCD-Anzeige, deren Glas unter ungünstigen Lichtverhältnissen leider ziemlich stark spiegelt. Dafür ist der Bildschirm des eversolo vollfarbig statt monochrom und bietet Touch-Funktionen. Auch der Z10 stellt, wie der Rose, verschiedene Info-Displays zur Verfügung, darunter auch eines, das den Signalweg vom Ein- bis zum Ausgang visualisiert. Das hat Rose mit dem RD160 vorgemacht. Im folgenden kurzen Video zeigen wir Ihnen einige der Display-Optionen des DAC Z10 in Aktion.

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Trotz seines erheblich günstigeren Preises kann der eversolo noch ein Verkaufsargument mehr vorweisen, denn er verfügt über einen ordentlichen, integrierten Kopfhörerverstärker. Der hat zwar nur einen Ausgang für 6,3 mm Klinke, aber wie der X9 von der Schwestermarke Luxsin beherrscht auch der Z10 die automatische Einmessung auf die Impedanz des Kopfhörers mit entsprechender GAIN-Anpassung in drei Stufen. Nice!

Übrigens kann der Z10, obwohl er keine Netzwerkkomponente ist, auch über die bekannte eversolo-App gesteuert werden. Die Verbindung erfolgt dabei via Bluetooth. Zum Lieferumfang gehört neben ein paar Kabeln einschließlich Triggerleitung und einem USB-Stick, die vom DMP-A10 bekannte Fernbedienung. Dazu später noch ein paar Infos im Praxisteil.

eversolo DAC Z10 + T8
Links die Steuerung des DAC Z10, rechts die Einstellungen in der eversolo-App auf dem iPhone (Screenshots: F. Borowski)

Alles in allem kann ich im DAC Z10 nichts anderes als eine direkte und sehr ernst zu nehmende Kampfansage an den Rose RD160 sehen. Der Koreaner ist letztlich etwas aufwändiger gefertigt, mit einem noch schöneren Gehäuse, dem einzigartigen Display und cool gestyltem Drehknopf und zumindest aus der Erinnerung heraus hat er mich auch mit seinem Klang emotional etwas mehr berührt … aber der Preisunterschied!

Streaming Bridge T8 vorgestellt

Wie ich an anderer Stelle schon mal schrieb: Streaming Bridges wie der eversolo T8 sind für diejenigen optimal, die bereits über einen hochklassigen DAC oder vielleicht auch einen Verstärker mit Digitaleingängen und DAC verfügen. Somit eignet er sich auch bestens für den Betrieb am DAC Z10. Aus klanglichen Gründen bietet die Separation von Streaming-Elektronik und D/A-Wandlung theoretisch Vorteile, denn für das Streaming ist Netzwerktechnik und relativ aufwändige Prozessortechnik erforderlich, die viel Hochfrequenzmüll erzeugt und möglichst fern und abgeschirmt von dem in dieser Hinsicht empfindlichen D/A-Wandler sein sollte.

Genau darauf baut auch die Entwicklung von eversolo beim T8 und setzt hier auf möglichst ungestörten, sauberen und rauschfreien Betrieb. Dazu verwenden die Chinesen im T8 für die überschaubaren 1.380 Euro neben allgemein exzellenten Bauteilen sogar einen ziemlich großen Ringkerntrafo ein, der einer kleinen Endstufe gut zu Gesicht stünde und der besonders rauscharm sein soll. Streaming Bridges sind sonst eher Fliegengewichte, wenn sie nicht über ein zentimeter-dickes Gehäuse aus einem massiven Alu-Block verfügen. Der T8 wiegt dank des Netzteils immerhin 4,5 kg. Die Elektronik des Z10 wird außerdem mittels einer Abschirmfolie vor Einstreuungen des eigenen Displays geschützt.

Der Innenaufbau des T8 mit leistungsstarkem Prozessor, 4 GB DDRAM und 64 GB internem Speicher ist pieksauber und so sorgfältig gemacht, wie man es sonst nur aus einigen vielfach teureren Komponenten kennt. Zumindest habe ich in der Preisklasse des T8 noch nichts vergleichbar aufwändiges gesehen.

eversolo T8 08
Piekfeiner Aufbau in höchster Präzision (Foto: eversolo)

Dazu gehören auch Details, wie die Verwendung extrem genauer Femtoclocks, getrennt für die beiden Taktfamilien 44,1 und 48 kHz, der besagte Trafo, die erwähnte extra Abschirmung des 6-Zoll-Displays, bis hin zum i²S-Ausgang und dem SFP-Netzwerkanschluss. Für eine Drahtlosverbindung mit dem Netzwerk ist WiFi 6 an Bord, das aber bei Nichtgebrauch abgeschaltet werden kann. Alles Dinge, die in dieser Preisklasse bislang nur sehr selten zu finden waren. Und niemals so geballt.

An der Unterseite bietet der T8, wie sein Bruder DMP-A10, ein Fach mit zwei M.2-SSD-Ports. Hier können SSDs mit einer Speicherkapazität insgesamt bis 8 TB eingesteckt werden. Ob auch die bereits erhältlichen aber noch sehr teuren 8-TB-Module funktionieren, oder ob hardwareseitig nicht mehr als je 4 TB adressiert werden können, habe ich noch nicht endgültig klären können. Damit wären dann bis zu 16 TB interner Speicher möglich.

Über die Software und die Streamingfeatures des T8 brauchen wir gar nicht lange zu reden. Hier führt eversolo zusammen mit WiiM den Rest des Marktes am Nasenring herum. Und kaum ein Hersteller kümmert sich so rührig um die Wünsche seiner Nutzer. So hatte ich einen DAC Z10 mit sehr früher Software-Version bekommen, bei dem mir einige bestimmte Features dringend fehlten. Wie etwa die Möglichkeit, die nicht benötigten Eingänge abschalten zu können (es sind immerhin acht Eingangsmöglichkeiten), sodass sie nicht immer mit der Quellenumschalttaste der Fernbedienung alle durchgetickert werden müssen. Ich habe das gemeldet, und ungelogen: fünf Tage später kam ein Update (welches ich per USB-Stick eingespielt habe), in dem neben anderen Optimierungen auch mein Wunsch berücksichtigt wurde. Vielleicht stand es sowieso auf der To-Do-Liste und es war eine glückliche Überschneidung, wer weiß. Hauptsache erledigt!

Die Streamingmöglichkeiten des T8 sind jedenfalls über jeden Zweifel erhaben und es werden natürlich alle wichtigen Dienste unterstützt, darunter auch Qobuz Connect und sogar Apple Music. Wenn es hier etwas zu kritisieren gibt, dann höchstens Details, wie der Umstand, dass eversolo auf AirPlay im T8 verzichtet. Aber wer bitte will hier schon mit AirPlay rein streamen? Oder mit Bluetooth? Das fehlt nämlich auch, vermutlich weil es wie AirPlay nicht zum High-End-Anspruch des T8 passt. Hier dreht sich alles um Lossless- und HiRes-Streaming.

Natürlich sind auch DSP-Features an Bord des T8, wie in der DMP-Serie. Einschließlich Raumeinmessung. Genau hier liegt mein größter Kritikpunkt an eversolo. Bislang habe ich keines der DSP-Features in keinem eversolo-Gerät als klanglich vorteilhaft erlebt. Das ist auch anderen aufgefallen, wenngleich zu meiner Verblüffung nur wenigen. 

Nach Recherchen von „The Computer Audiophile“ (Audiophile Style) ist das Problem der eversolo DSP-Lösung (in Ultra-Kurzform zusammengefasst), dass die Rechenleistung und die mathematische Genauigkeit der Filter zu gering ist, um überhaupt wie versprochen funktionieren zu können. Ich hatte gehofft, dass sich das mit neuer Hardware wie dem T8 ändert, aber das ist leider nicht der Fall. Die DSPs bleiben daher bei meinen eversolo-Tests immer komplett ausgeschaltet. Andere, wie etwa Lyngdorf aber auch der große Konkurrent WiiM sind in diesem Punkt besser aufgestellt. Roon-Nutzer verwenden bei Bedarf besser die darin integrierte DSP-Lösung namens „Muse“, die mit sehr hoher Genauigkeit arbeitet.

T8 und Z10 in der Praxis

Im Gegensatz zu den DMP-Playern von eversolo haben wir es hier mit getrennten Komponenten für Streaming (T8) und DAC/Vorverstärker (Z10) zu tun. Das bringt Vor- und Nachteile für die Praxis mit sich. Zu den Nachteilen gehört der größere Verkabelungsaufwand samt zweier Stromverbindungen, aber auch die Tatsache, dass hier zwei Komponenten mit je einer eigenen Fernbedienung am Werk sind, die beim derzeitigen Softwarestand nicht wirklich überzeugend zusammenspielen.

Der DAC Z10 wird mit einer IR-Fernbedienung im Stil des Gebers des DMP-A10 geliefert. Aber die DAC-Remote hat auf der Rückseite ganz klein die Bezeichnung „V15“, der A10 nutzt hingegen eine „V16“, so wie auch die Remote des T8 eine „V16“ ist. Letztere beherrscht auch Bluetooth-Verbindung, die V15 nicht – obwohl der Z10 Bluetooth hat, der T8 aber nicht. Seltsame Entscheidung.

Mit der Remote des Z10 lassen sich Dinge wie Lautstärke, Mute, einige Display-Optionen und natürlich die Eingänge umschalten. Aber die Musiksteuerung des T8 (Play/Pause, Skip etc.) ist damit nicht möglich, obwohl die Tasten dafür vorhanden sind. Zur Steuerung des T8 muss dessen eigene und bis auf die Farbe der Power-Taste identisch aussehende Fernbedienung genutzt werden, die umgekehrt keine Funktionen des DAC steuern kann. Das ist ziemlich umständlich. Auch kann die Lautstärkeregelung nicht über Roon erfolgen, wenn der DAC-Z10 dies im Duett mit dem T8 übernimmt. Der Streamer hat zur Not auch eine Lautstärkeregelung, die aber nicht auf dem Niveau des Z10 ist und nur für den Betrieb mit fremden DACs gedacht ist, die keine eigene Pegelregelung besitzen.

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Die Fernbedienung: Hier zu sehen ist die „V16“, zu erkennen am roten Power-Button. Der Z10 wird mit der „V15“ ohne Bluetooth geliefert und die hat einen grünen Power-Button (Foto: eversolo)

Mir ist derzeit nicht klar, ob und wie eversolo die Bedienung der Beiden im Duett verbessern könnte. Der DMP-A10 hat diese Probleme als integrierte Komponente naturgemäß nicht. Dank Trigger-Ports können Z10 und T8 immerhin zusammen mit nur einer Fernbedienung ein- und ausgeschaltet werden. Plus Endstufen oder Aktivlautsprechern mit Trigger-Ports.

Zu den Vorteilen der getrennten Lösung zählt, dass hier gleich zwei große Displays vorhanden sind, die zusammen mehr Informationen zur selben Zeit liefern können und den Betrieb übersichtlicher machen. Und, na klar, bei getrennten Komponenten muss man auch nichts bezahlen, was man vielleicht gar nicht benötigt. Wer etwa schon einen DAC oder Verstärker mit integriertem Wandler besitzt, kann allein auf den T8 zurückgreifen. Aus technischer Sicht bieten getrennte Komponenten mit jeweils eigener Stromversorgung zudem Vorteile wie weniger gegenseitige Einstreuungen empfindlicher Baugruppen und damit potenziell besseren Klang.

Was mir im gemeinsamen Betrieb auffiel: Das Display des Z10 ist zwar schön hochauflösend, hat aber keinen ganz so guten Schwarzwert wie das des T8. Nicht schlimm, aber bei stark seitlichem Einblick bietet die Anzeige des T8 einfach einen besseren Kontrast. Beide Displays spiegeln recht stark.

eversolo DAC Z10 + T8
Aus diesem Winkel ist gut zu sehen, dass die Blickwinkelstabilität und der Schwarzwert des Z10-Displays (unten) nicht so gut wie das des T8 ist (Foto: F. Borowski)

Die Bedienung via Display ist bei beiden Geräten schnell erlernt. Manche Funktionen könnten gerade im Z10 vielleicht etwas logischer in die Untermenüs eingeordnet sein. So finde ich die Einstellung für die Einschaltlautstärke im DAC-Menü ebenso unpassend, wie die Auto-Standby-Funktion für das Gerät im Display-Menü. Das erschwert die gezielte Suche nach der jeweiligen Funktion. Vielleicht finden die Macher da ja noch eine bessere Sortierung.

Zum Schluss noch ein wichtiger Praxishinweis für Nutzer, die den DAC Z10 via USB mit Roon betreiben wollen. Ich war anfangs vom Klang des Z10 am USB-Port meines Mac mini M4, den ich als Roon Server verwende, gar nicht überzeugt, und ich wusste nicht warum. Beim Nachforschen fiel mir auf, dass der Z10 in Roon nur als unbekannte Komponente angezeigt wird und nicht im „Exklusiv Modus“ arbeitet. Dadurch erhält er immer nur ein auf 48 kHz resampeltes Signal, welches durch den Audio Core des macOS geht. Rufen Sie in Roon die Geräteeinstellungen für den Z10 auf und schalten dort unbedingt den „Exklusiven Modus“ ein. Damit übernimmt Roon die komplette Signalverarbeitung für den DAC unter Umgehung des macOS Audio Core.

eversolo DAC Z10 + T8
Im USB-Betrieb mit Roon sollte der „Exklusive Modus“ aktiviert werden. Nur dann erfolgt die Wiedergabe bitperfekt und auch in HiRes (Foto: F. Borowski)

Eventuell ist danach ein Neustart des Rechners erforderlich, bevor der DAC wieder in Roon erkannt wird. Danach wird der Z10 von Roon bitperfekt mit Musik beschickt. Unabhängig von der tatsächlichen Samplingrate klang es damit plötzlich in jeder Hinsicht viel besser. Schlimm, was das Resampling des macOS alles kaputt macht. Vielleicht muss der Z10 erst „Roon Tested“ sein, damit er automatisch im „Exklusiven Modus“ in Roon aktiviert wird.

Der Hörtest: Solo oder im Duett?

Doppeltests wie diese sind immer besonders aufwändig, wenn sie im Umfang nicht bewusst limitiert und vielleicht wichtige Informationen weggelassen werden. Sozusagen zwei Tests zum Preis von einem. Der Hörtest ist in diesem Fall gleich viermal so umfangreich, weil ich nicht nur beide Komponenten für sich gehört habe, sondern auch beide im Gespann – und dann noch den DAC Z10 zusätzlich in einer zweiten Kette am Desktop. Und der Kopfhörerverstärker des Z10 musste natürlich auch noch berücksichtigt werden.

Trotzdem war es mir in diesem Fall wichtig, beide Geräte gemeinsam testen zu können, weil sie nun mal im Portfolio von eversolo ein hochspannendes Duo darstellen. Zumindest aus klanglicher Sicht. Nun aber zum Hörtest …

eversolo DAC Z10 + T8
Der DAC Z10 auf der T+A Endstufe A200, hier mit den sehr schönen virtuellen VU-Metern (Foto: F. Borowski)
Runde 1: DAC Z10 an zwei Anlagen

Der Z10 dockte zuerst allein via Siltech Classic Legend 880i XLR-Kabel an meiner Referenzendstufe Moon 761 mit Wilson Audio Sabrina V an und musste sich dort im Wechsel gegen die Streaming-DAC-Vorstufe Moon 791 behaupten. Mit Musik wurde der DAC via USB-Kabel vom Mac mini versorgt, der in meinem Netzwerk auch als Roon Server dient. Am Z10 war außerdem mein TV per Toslink angeschlossen. HDMI ARC fiel aus, weil mein Samsung TV hiermit oft Zicken macht, die dann möglicherweise fälschlich dem Audiogerät angelastet werden.

Nach anfänglicher Enttäuschung stellte sich mit aktiviertem Exklusive Modus in Roon (siehe oben) Erleichterung ein. Ich fürchtete schon, der Z10 wäre ein Reinfall, aber er ist das genaue Gegenteil. Nach mehreren Wechseln mit der Moon-Vorstufe, die nicht weniger als neunmal (!) so viel wie der Z10 kostet, kann ich vor dem Z10 nur den Hut ziehen. Nein, er kann dem Moon nicht das Wasser abgraben und somit zur größten Preissensation werden. In Sachen Feinzeichnung, musikalischem Fluss und auch Dynamik bleibt der Moon souveräner Sieger. Ich führe das hauptsächlich auf den analogen Vorstufenteil des Kanadiers zurück, denn im Digitalbereich (hier ist auch die unterschiedliche Streaming-Zuspielung zu berücksichtigen) sind die Unterschiede normalerweise in anderen Bereichen zu verorten.

Der wesentliche Punkt hierbei ist, dass ich nicht im Geringsten den Wunsch verspürte, beim Hören des Z10 lieber schnell wieder zum Moon wechseln zu müssen. Die chinesische DAC-Vorstufe spielt an der ungleich teureren Endstufe und den grandiosen Wilsons so frei und beschwingt auf, dass niemand hier eine preislich unpassende Komponente in der Kette vermuten würde.

Dasselbe Bild zeigte sich in meiner kleineren Kette am Desktop. Am dortigen Mac Studio per USB angeschlossen, musste der Z10 in Roon erneut aktiviert und manuell der Exklusive Modus eingeschaltet werden. Roon erkennt das Gerät nach einem Wechsel nicht von allein wieder. Per Wireworld Eclipse 8 XLR an der T+A Endstufe A200 und den Wilson Audio TuneTot Lautsprechern angeschlossen überzeugte der Z10 erneut mit einer fehlerfreien und auch emotional überzeugenden Darbietung. Es gibt am Klang dieses DAC einfach nichts zu mäkeln. Weder ist da irgendeine Verfärbung oder tonale Unstimmigkeit zu vernehmen, noch fehlt es ihm an Auflösung, Dynamik oder Feingefühl. Etwaige Härten, wie es früher oft bei Wandlern dieser Preisklasse noch vorkam, sind hier nicht auszumachen. Das erklärt, warum sich der Z10 auch nicht im Schatten des vielfach teureren und wirklich überragend guten Moon 791 zu verstecken braucht und selbstbewusst in nahezu jeder Kette einsetzbar ist. So wie der schon mehrfach erwähnte Rose RD160, nur für noch weniger Geld. Beeindruckend!

Runde 2: Kopfhörer

Ähnlich gut sieht es für den integrierten Kopfhörerverstärker des Z10 aus. Hier musste er sich mit dem kürzlich getesteten und mit rund 2.600 Euro abermals viel teureren Violectric HPA V324 im Ring prügeln. Hier gelang dem haushohen Favoriten und Schwergewicht von Violectric kein KO, sondern nur ein Sieg nach Punkten. 

Der Z10 lässt sich auch mit Kopfhörern nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen. Am Ende steckte ich hier vor allem Kopfhörer der Spitzenklasse wie den Yamaha YH-4000 aber doch häufiger am Violectric ein, der mit seinem zarten Schmelz und zugleich größeren Durchsetzungsvermögen einen Respektabstand wahren konnte. 

Nach Tests mit Kopfhörern unterschiedlichster Preisklassen würde ich den KHV des DAC Z10 etwa auf Augenhöhe mit Gegnern wie dem Mytek Liberty DAC II einordnen, den er in seiner Hauptfunktion als Vorverstärker jedoch deutlich überflügelt. Von seiner besseren Ausstattung und solchen praktischen Features wie der automatischen GAIN-Anpassung ganz zu schweigen. Heißt unterm Strich: Der Kopfhörerverstärker des DAC Z10 ist mehr als nur als lieblose Dreingabe.

Runde 3: T8 an der Referenzkette 

Wieder zurück an der Hauptkette, aber diesmal mit der Streaming Bridge T8 am Moon 791, verbunden via Wire World Platinum Eclipse Serie 8 S/PDIF-Kabel. In dieser Kombination übernimmt der Moon die Rolle des DAC, der T8 kümmert sich um das Streaming. Der eversolo wurde mittels Direct Attach SFP-Kabel am DELA S50 Netzwerkswitch angeschlossen.

eversolo DAC Z10 + T8
Verkabelung des T8 (oben) mit dem Z10. Hier mit HDMI-Kabel über I²S. Als Netzwerkverbindung kommt hier ein DELA SFP Direct Attach zum Einsatz (Foto: F. Borowski)

Lange rede, kurzer Sinn: Dieser Test sollte zeigen, ob die Streamingfähigkeiten des T8 denen des im Moon integrierten Streamingmoduls das Wasser reichen können. Und das können sie. Vollumfänglich. Ja der T8 macht seine Sache sogar noch einen Tick besser. Mit ihm als digitalem Zuspieler statt mit dem integrierten Modul des 791 kehrt noch ein wenig mehr Ruhe ein und die ganze Klangbühne wirkt aufgeräumter, als hätte vorher jemand einen leichten Staubschleier weggewischt.

Ehrlich gesagt wundert mich dieses Ergebnis gar nicht mal so sehr. Hätte der DAC Z10 die DAC- und Vorstufe des Moon ausgestochen, wäre das eine mittlere Sensation gewesen, aber im Falle der Streaming Bridge spricht auch technisch einfach vieles für den T8. Das interne Streaming-Board des Moon hat vielleicht den Vorteil einer besseren (direkteren) Anbindung, aber der T8 macht das mit Separation, besserer Abschirmung und vielleicht auch genauerer Taktung mehr als nur wett.

Die Unterschiede sind nicht riesig. Das sind sie bei reinen Streamern selten. Aber der T8 wertet das Niveau der Kette doch noch mal um ein kleines, aber willkommenes Bisschen mehr an musikalischer Überzeugung auf. Damit ist auch klar, dass diese vergleichsweise sehr günstige Streaming Bridge auch für teure High-End-Ketten ein echter Gewinn sein kann. 

Runde 4: T8 und Z10 an der Referenzkette

Blieb am Schluss noch die Frage, ob der T8 und der Z10 gemeinsam die viel teurere Moon-Vorstufe nicht vielleicht doch noch mit vereinten Kräften düpieren könnten. Können sie nicht. Die Moon-Vorstufe am Endverstärker aus gleichem Hause bleibt weiterhin meine Referenz. Doch es muss hier einfach noch mal betont werden, wie unverschämt frech und fröhlich sich die beiden eversolo Emporkömmlinge in höheren Klangregionen tummeln. Wie ein Pärchen Neureiche, die sich in die exklusivste Wohngegend wagen, werden sie vermutlich erstmal nur naserümpfend empfangen, können sich hier aber in der exklusiven Gemeinschaft schnell mit ihren feinen Gespür für Klang und Emotion integrieren. Ein Vergleich voller Klischees, ich weiß. Aber eine passende Metapher.

Bonusrunde: T8 und Z10 im Vergleich zum DMP-A10

In meiner kleinen Kette habe ich noch den Vergleich mit der hausinternen Konkurrenz gewagt. Der Streaming-DAC-Vorverstärker DMP-A10 ist nicht umsonst meine Klassenreferenz in dieser Kategorie.

Test eversolo DMP-A10
Der DMP-A10 ist nach wie vor das Spitzenmodell bei eversolo, aber klanglich kann ihn das Gespann aus T8 und Z10 hauchdünn übertrumpfen (Foto: F. Borowski)

Wer sich im eversolo-Angebot zwischen dem A10 und der Kombi aus T8 und Z10 entscheiden soll, hat es nicht leicht. In meinen Hörvergleichen konnte sich das Doppelgespann gegen den Chef des Hauses klanglich mit etwas mehr innerer Kontrolle und schlüssigerem Gesamtbild durchsetzen. Mit dem T8 und Z10 ist da einfach noch ein wenig mehr Souveränität im Spiel. Also ja, T8 und Z10 sind hier meine Klangfavoriten. 

Fazit: Willkommen im High-End-Zirkel 

eversolos Streamer T8 und die DAC-Vorstufe Z10 überflügeln rein funktional die allermeisten Konkurrenten, unabhängig von der Preisklasse. Zwar sind auch diese Software-bepackten Digitalkomponenten nicht frei von Verbesserungsmöglichkeiten und auch nicht ganz fehlerlos, aber sie gehören in dieser Hinsicht beide ganz klar in die Topliga. Der DAC Z10 macht rotzfrech solch überzeugenden DACs wie dem Rose RD160 Konkurrenz, während der T8 als reiner Streamer problemlos auch allerfeinste High-End-Systeme um Streaming auf höchstem Niveau ergänzen kann.

Und wie sieht der Vergleich mit dem integrierten Streaming-DAC-Vorverstärker DMP-A10 aus gleichem Hause aus? Sind die getrennten Komponenten die bessere Wahl für weniger Geld? Nicht in jeder Hinsicht, aber klanglich schon, wenn auch nicht um Welten. Der A10 behält seine Spitzenposition als integrierte Lösung im eversolo-Sortiment, auch dank noch größerer Anschlussvielfalt für analoge Komponenten und Subwoofer, unkomplizierterer Steuerung mit nur einer Fernbedienung und seinem aufwändigeren und massiveren Gehäuse.

Die Bewertung fiel mir diesmal sehr schwer, insbesondere für den DAC Z10, der so unverblümt mit seinen vielen Fähigkeiten und exzellentem Klang im Revier deutlich teurerer DACs wildert. Da unsere Wertung preisklassenbezogen ist und der Z10 schon hart am Thron des Rose RD160 knabbert, blieb nichts anderes, als dem eversolo eine noch höhere Wertung zu geben. Leichte Abzüge gibt es in der B-Note für das noch nicht ganz überzeugende Menüsystem, das nichtsdestotrotz für einen DAC großartige Möglichkeiten bietet.

Beim T8 war die Einordnung auch nicht leichter. Es bleibt die große funktionale Stärke, die alle streamingfähigen Geräte von eversolo auszeichnet, kombiniert mit dem Eindruck, dass hier feinste Hardware und eine ausgeklügelte Konstruktion zu einem sehr attraktiven Preis zum Einsatz kommt. Und der T8 behauptet sich letztlich auch klanglich. Aber für die eher kontraproduktiven DSP-Features gibt es einen deutlichen Punktabzug in der Praxiswertung, weil eversolo damit eine mögliche Klangoptimierung verspricht, die nicht gegeben ist. Lassen sie alle DSPs im T8 besser ausgeschaltet. Dann ist alles gut.

Davon abgesehen: Hut ab, eversolo!

Extrem umfangreiche und gut durchdachte Streamingoptionen
High-endiger Aufbau zum Kampfpreis
Verbindungsmöglichkeiten inkl. SFP, I²S und Trigger
Gutes Display und Touch-Interface

 

 

Eversolo DAC Z10
2026/03
Test-Ergebnis: 4,8
ÜBERRAGEND
Bewertungen T8
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Highendige Konstruktion und erstklassiger Klang zum Kampfpreis
Großes Display und tolles Interface
Vollwertiger Kopfhörerausgang mit automatischer Gain-Anpassung
Trigger Ports

Vertrieb:
audioNEXT GmbH
Isenbergstr. 20
45130 Essen
www.audiodomain.de

Preis (Hersteller-Empfehlung):
Eversolo DAC Z10: 1.980 Euro
Eversolo T8: 1.380 Euro

Technische Daten T8

EVERSOLO T8
Konzept:Streaming Bridge
Eingänge digital:LAN, SFP, WLAN, Bluetooth, USB-Data
Ausgänge digital:AES/EBU, Coax, Toslink, I²S, USB Audio
Eingänge analog:keine
Ausgänge analog:keine
App / Fernbedienung:Eversolo App, IR-Remote
Besonderheiten:6″ LCD-Farb-Touchscreen, Raumeinmessung, PEQ, SFP-Netzwerkanschluss, I²S-Ausgang, Trigger
Farben:
Schwarz
Abmessungen (B x T x H):31,5 x 23 x 8,8 cm
Gewicht:4,76 kg
Alle technischen Daten

 

Technische Daten Z10

EVERSOLO DAC Z10
Konzept:DAC-Vorstufe mit Kopfhörerverstärker
Eingänge analog:Cinch + XLR
Eingänge digital:2x Coax, 2x Tos, AES/EBU, I²S, HDMI ARC, USB-Audio, Bluetooth
Ausgänge analog:Cinch x XLR
Ausgänge digital:keine
App / Fernbedienung:Eversolo App, IR/BT-Remote
Besonderheiten:8,8″ LCD-Farb-Touchscreen, Kopfhörerverstärker mit autom. Impedanzmessung, I²S-Eingang, Trigger
Farben:
Schwarz
Abmessungen (B x T x H):36,5 x 31 x 8,8 cm
Gewicht:6,62 kg
Alle technischen Daten
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Autor: Frank Borowski

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LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.