Sie haben es schon wieder getan! Nach den bahnbrechenden Streaming-DAC-Vorverstärkern der DMP-Serie (siehe Test des A6, A8 und A10) und dem gerade erst getesteten und für genial befundenen Streaming-Vollverstärker PLAY (Testbericht) ließ eversolo sich nicht viel Zeit, um eine weitere Streaming-Variante auf den Markt zu bringen. Diesmal handelt es sich um eine Bridge. Also einen rein auf Streaming ausgelegten “Transporter” (daher auch das „T“ in der Modellbezeichnung), der ohne DAC auskommt und dementsprechend nur Digitalausgänge hat.

Für wen ist die neue eversolo T8?
Streaming Bridges wie der neue eversolo T8 sind für diejenigen optimal, die bereits über einen hochklassigen DAC oder vielleicht auch einen Verstärker mit Digitaleingängen und DAC verfügen. So braucht man die Wandler-Elektronik nicht doppelt zu kaufen. Aber auch aus klanglichen Gründen bietet die Separation von Streaming-Elektronik und D/A-Wandlung theoretisch Vorteile, denn für das Streaming ist Netzwerktechnik und relativ aufwendige Prozessortechnik erforderlich, die viel Hochfrequenzmüll erzeugen und möglichst fern und abgeschirmt von dem in dieser Hinsicht empfindlichen D/A-Wandler sein sollte.
Der T8 ist eversolos erste Streaming Bridge, aber nicht ihr erster reiner DAC. Mit dem DAC-Z6 und -Z8 hat der Hersteller bereits zwei eigenständige Wandlervorstufen im Angebot, wobei der DAC-Z8 zumindest nach der Nomenklatur zu urteilen der beste Spielpartner für den T8 wäre. Doch es soll in diesem Jahr auch noch ein DAC-Z10 auf den Markt kommen, der zusammen mit dem T8 auf der High End im Mai angekündigt wurde. Der passt vielleicht noch besser. Wobei jener Z10 nach derzeitigem Kenntnisstand nicht exakt die selben Maße wie der T8 hat.

Momentan müssen wir noch ein wenig rätseln, welche Kombinationen eversolo für die Geräte untereinander plant, oder ob sie gar in dieser Hinsicht eher „freestyle“ agieren.
Der Transport T8 im Detail
Betrachtet man die Hardware des T8 auf der technischen Seite, kommt ein unguter Verdacht auf, was seinen Preis angeht. Das Ding hat so ziemlich alles, womit sonst nur absolute High-End-Streamer aufwarten: Ein aufwendig gefrästes und schweres Alu-Gehäuse mit extra Abschirmungen etwa für das große Display, höchst präzise Femto-Clocks für die beiden Frequenzfamilien 44,1 und 48 kHz, ein sehr aufwendiges, extrem leises Linearnetzteil, edelste Anschlussbuchsen für die digitalen Ausgänge, darunter das besagte IIS und AES/EBU, Ethernet mit RJ45 und optischer SFP-Schnittstelle, zwei SSD-Slots für bis zu 16 TB Musikspeicher und noch viel mehr.
Nur ein paar der Funktionen sind:
- Unterstützung für WOL (Wake-on-LAN), sodass das Gerät jederzeit reagieren kann.
- Globale Schnellsuche, mit der Lieblingssongs mit einem Klick abgerufen werden können.
- Mehrdimensionale Musikverwaltung, die Metadaten automatisch extrahiert und organisiert, um die Bibliothek übersichtlich zu halten, mit Unterstützung für verschiedene Sortier- und Suchoptionen.
- „Listen at will”-Modus, der lokale und Online-Streaming-Inhalte mischt und so für eine unterhaltsame, überraschungsreiche Musikreise sorgt.
- Plattformübergreifende Wiedergabelisten, die Ihre Lieblingssongs aus verschiedenen Musikdiensten in einer Liste zusammenfassen.
- Einfacher Zugriff auf lokale Computer und NAS-Geräte über das LAN.
- Kompatibilität mit beliebten Cloud-Diensten wie Dropbox und WebDAV.
- Gapless-Wiedergabefunktion
Ähnlichkeiten mit dem bisherigen Spitzenmodell, der Streaming-Vorstufe DMP-A10, sind sicher nicht zufällig. Der T8 scheint die meisten der im Flaggschiff eingesetzten Streaming-Features zu übernehmen. Natürlich einschließlich aller DSP- und Software-Features. Und der Aufbau der Schaltung ist so dermaßen clean, wie man es sonst nur aus wenigen extrem teuren Streamern kennt.
Und dann das: 1.380 Euro werden vom deutschen eversolo-Vertrieb audioNEXT (audiodomain.de) für den T8 aufgerufen. Nein, da habe ich keine Eins oder Null vergessen. Nicht 11.380 oder 13.800 Euro – eintausenddreihundertachtzig. Immer noch viel Geld, und definitiv nicht die günstigste Streaming-Bridge am Markt, aber für den technischen Aufwand und die gebotene Hardware erscheint das sensationell günstig.

Selbstverständlich bietet der wie T8, der wie alle seine Geschwister auf dem eversolo-eigenen Android-Derivat basiert und die eversolo Original Sampling-Rate Audio Engine (EOS) für bitperfekte Wiedergabe nutzt, auch sämtliche liebgewonnenen Komfort-Features. Darunter die gelungene Touch-Bedienung über das große Farbdisplay, die schnell erlernte und übersichtliche App, sowie unzählige tolle Funktionen wie PEQ und Raumeinmessung, mehrdimensionale Musikverwaltung, „Listen at will”-Modus und nach wie vor als einziger Streamer am Markt bitperfekte HiRes-Wiedergabe via Apple Music. Zum Lieferumfang gehört außerdem auch die angenehm handliche Bluetooth/IR-Fernbedienung, die auch dem DMP-A10 beiliegt.
Zusammengefasst:
Die eversolo T8 Streaming Bridge sieht nach einem weiteren Gewinner im Portfolio der Chinesen aus. Erhältlich ist das Gerät voraussichtlich ab Mitte/Ende September über audiodomain.de und im Fachhandel. Und gerne wiederhole ich auch noch mal den Preis: 1.380 Euro. Die audioNEXT GmbH ist der exklusive Eversolo-Vertriebspartner für Deutschland und Österreich.
Mehr von eversolo:
Test eversolo PLAY: Der will wirklich nur spielen!
Test eversolo DMP-A10: Der ultimative Allround-Streamer mit High-End-Anspruch zum Jubelpreis
Test EverSolo DMP-A8: Fair kalkulierter Streaming-DAP/DAC in High-End-Qualität
Test Eversolo DMP-A6 Master Edition: der Preisbrecher unter den Streaming-Vorstufen








