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Familientest Como Audio – Smart-HiFi von den Tivoli Erfindern

Die Como Audio Familie – Unterschiede

Das größte Como Audio Modell ist, wie gesagt, der Musica. Dem werden wir noch einen eigenen Test widmen. Eine Bauklasse kleiner wildert Duetto nach Kunden. Die Formsprache zum Musica ist identisch, alles nur eine Spur kompakter. Auf 4,0 Kilo gibt es hier einen schlauen, potenten Klangwandler. Und wieder knackt Como Audio meine Preiserwartung: für 500 Euro gibt es einen grundehrlichen Stereo-Wandler, mit Vielfalt und Spiellaune. Für das Wohnzimmer.

Como Audio Familie Duetto front
Das größte hier getestete Como Audio Modell ist das einzige Stereo-System namens Duetto (Foto: Como Audio)

Die kleinste Lösung ist das Modell Solo. Hier wird die Reduzierung auf die Spitze getrieben. Die knapp zwei Kilo schwere Kiste beinhaltet das komplette Repertoire der großen Klangwandler, reduziert es aber auf eine Monokonstruktion mit Tief/Mitteltöner plus Hochtöner. Auch hier ist das Angebot an Musikquellen überbordend: Von Bluetooth über Streaming bis DAB+ ist alles zu haben. Das Display gefällt mir gut und zeigt großformatig Cover oder Radiostationen an.

Como Audio Familie Solo Front
Komprimiertes Smart-Audio: das Como Solo (Foto: Como Audio)

Wer mehr will, ordert das passive Modell Ambiente hinzu. Como Audio verspricht hier „Spaß hoch zwei“. Was auch stimmt. Ambiente ist einfach der identische Lautsprecher im identischen Formfaktor – nur halt passiv.

Como Audio Familie Ambient front
Einfach ein Gehäuse mit der klassischen Como Audio Bestückung: das Ambiente für 140 Euro (Foto: Como Audio)

Hier könnte man bekritteln, dass 140 Euro für das Ambiente gar nicht so günstig sind – dafür bekommt man aktuell ein Tivoli Model One. Aber das Aufrüsten des Solo lohnt sich: Zum einen wird aus Mono ein deutlich beeindruckenderes Stereo, zum anderen verdoppelt sich die Leistung des Solo von 30 Watt RMS auf 60 Watt RMS. Außerdem kommt ein weiterer Tieftöner hinzu. Das ist hörbar.

Como Audio Familie Solo Kabel zu Ambient
Verbunden werden Solo und Ambiente über ein ca. vier Meter langes Kabel mit Cinch-Stecker. Das ermöglicht dem Musikhörer eine sehr große Basisbreite – wsa wir aber nicht empfehlen können. Ein bis zwei Meter zwischen den beiden sind als Abstand optimal (Foto: H. Biermann)

Für das Bad oder den Garten schafft man sich am besten Amico an – ebenfalls fast zwei Kilogramm leicht, aber im Hochformat und mit wasserabweisender Oberfläche. Wieder treffen wir das bekannte Display mit seinen Preset-Tasten an. Diesmal jedoch frei von einem klassischen Netzzugang.

Como Audio Familie Amico und Amica
Ob auf dem Sideboard oder im Garten: das Amico (links) musiziert am besten mit Amica zusammen (Foto: Como Audio)

Ein Netzteil sorgt im stationären Gebrauch für den nötige Strom. Ist man mit dem Amico unterwegs oder an Plätzen, wo gerade keine Steckdose verfügbar ist, holt es seinen Saft aus dem eingebauten Akku. Auch am Amico gibt es Bluetooth und WLAN-Anbindung. Der direkte Konkurrent zu Tivolis „Pal“ ist um eine Klasse moderner und klanglich – so wie ich das PAL in Erinnerung habe – um einiges überzeugender.

Auch das Amico lässt sich von Mono auf Stereo aufrüsten – mit dem gleichgroßen, passiven Amica (150 Euro). Das System ist gleich wie bei Solo. Angeschlossen über ein etwa vier Meter langes Kabel kann man hier nicht nur die Leistung verdoppeln, sondern auch echtes Stereo erzeugen.

Die wesentlichen Punkte der Como Audio Familie im Überblick:

ModellSoloAmbienteAmicoAmicaDuetto
mono / stereox / –x / –x / –x / –– / x
Leistung1 x 30 Watt RMSpassiv1 x 30 Watt RMSpassiv2 x 30 Watt RMS
FarbenHochglanz Schwarz, Hochglanz Weiß, Hickory, WalnussHochglanz Schwarz, Hochglanz Weiß, Hickory, WalnussTeak, Wasser-abweisendTeak, Wasser-abweisendHochglanz Schwarz, Hochglanz Weiß, Hickory, Walnuss
Abmessungen
(B x H x T)
24,0 x 13,2 x 12,0 cm24,0 x 13,2 x 12,0 cm12,5 x 24,0 x 13,0 cm12,5 x 24,0 x 13,0 cm37,0 x 14,2 x 14,0 cm
Preis400 Euro140 Euro500 Euro150 Euro500 Euro

So klingt die Como Audio Familie

Von der Bedienung und den Möglichkeiten haben die Como Audio Modelle ja ordentlich zugelegt. Aber wie steht es um die aktuellen Klangideale von Meister Tom DeVesto? Sie sind überraschend unaufgeregt. Hier macht nichts Zisch, hier macht nichts Bumm – das Klangbild wirkt erwachsen und frei von jeder Effekthascherei. Das kennen wir von nicht wenigen modernen Tischradios durchaus anders.

Der Zufall will, dass wir die „Mutter aller Tischradios“, das Tivoli Model One in der Redaktion haben – Como Audio schlägt den Ahnherren um wenige Längen. Hier gibt es mehr Musik und mehr Feinheiten zu erleben. Auch das Model One erfreut immer noch mit einem erstaunlich erwachsenen und natürlichen Klangbild und so sind es auch keine Welten, die zwischen Solo und One liegen. Aber halt doch das gewisse Etwas: Das Solo klingt zwar etwas flach, punktet aber mit der größeren Transparenz und dem schnelleren, dynamischeren Klangbild.

Wir sind natürlich weit entfernt von allem, was High-End ist. Es gibt keine Wunder. Aber eine wunderbare Interpretation. Und eine skalierbare. Denn mit dem Anschluss des gleich großen Ambiente wird das Klangbild nicht nur breiter: Alles bekommt deutlich mehr Bass, mehr Druck und klettert gleich eine Niveau-Stufe höher. Unter rein klanglichen Gesichtspunkten unbedingt zu empfehlen.

Como Audio Familie Solo, Duetto, Amico mit Stereo-Ausbau
Alle fünf Modelle des Tests im kleinen LowBeats Hörraum von links: Ambiente (weiß) Solo, Duetto (Mitte), Amico, Amica (Foto: H. Biermann)

Der nächste Schritt ist der zum Amico. Wie es Como Audio schafft, mit den gleichen Hoch- und Tieftönern und den gleichen Verstärkern einen nachvollziehbar besseren Klang zu erlangen, ist mir schleierhaft. Aber es ist so. Das Amico klingt offener, habhafter. Ein Saxophon hat über die Akku-Box einfach mehr Kraft und Authentizität.

Macht das der Akku? Ich kann es nicht erklären, kann aber beschwören, dass das Amico mit seiner Amica an der Seite noch einmal besser tönt. Der Effekt ist der gleiche wie bei Solo und Ambiente: Der Klang bekommt mehr Fundament, mehr Kraft und Ausdruck. Auch hier gilt: Unter rein klanglichen Gesichtspunkten unbedingt zu empfehlen.

Como Audio Familie Solo Kabel zu Ambient
Solo und Ambiente werden über ein simples Kabel miteinander verbunden (Foto: H. Biermann)

Und abermals mein Erstaunen. Mit dem Duetto kommt noch mehr Feinsinn und Charakter in das Klangbild. Nochmals: Es sind die gleichen Treiber, die gleiche Elektronik und doch hört man mit dem Duetto mehr Details. Stimmen haben mehr Charakter, die Obertöne von Gitarren klingen noch feiner und das Stereo-Modell scheint auch dynamischer zu Werke zu gehen. Klar, das Klangbild ist bei einer Basisbreite von 30 Zentimetern nicht sehr breit. Klanglich ist das Duetto innerhalb dieses Tests das stärkste.

Vor dem Hintergrund der sehr ähnlichen Technik ist das eigentlich kaum zu glauben. Doch wie oben schon beschrieben, haben wir die drei verschiedenen Modelle der Como Audio Familie und die Varianten mit ihren Stereo-Trabanten im „Virtuellen Hörraum“ aufgenommen. Dazu haben wir die drei Modelle im neuen, eigens für kleinere Systeme konzipierten kleinen Hörraum mit einem Kunstkopf-Mikro (Neumann KU 100) aufgenommen. Die Ergebnisse sind hier nachzuhören:

Mit einem ordentlichen Kopfhörer und einem guten DAC/Kopfhörer-Verstärker lassen sich die Unterschiede zwischen den drei Modellen recht gut nachvollziehen. Die Stereo- beziehungsweise Basisbreitenerweiterung kann man über Kopfhörer natürlich nicht sehr gut heraushören; den Zugewinn an Transparenz aber sehr wohl.

Fazit Como Audio Familie

Die Zielgruppe für Como Audio Komponenten ist groß und ein Fehlkauf faktisch nicht möglich. Die Verarbeitung schmeichelt auch dem kritischen Auge. So hätten die Väter des Bauhauses geplant. Hinter Como Audio steckt ein kluger Geist: Tom DeVesto hat auf dem Weltmarkt einen starken Digital-Amp eingekauft, dazu ein gutes Display und allerlei Klangoptionen. Obwohl ich eine große Standbox im Wohnzimmer stehen habe – diese Komponenten braucht man in den anderen Räumen, an anderen Plätzen zum entspannten Klanggenuss.

Zuvor hatte Tivoli Audio die Lufthoheit über die kleinen, feinen Radios. Nun könnte Como Audio die Macht an sich reißen. Hier gelingt alles noch etwas schöner und besser. Wir haben UKW, DAB+, Streaming, Web-Radio, in der Kür sogar die CD-Ausbeute. Alles in kleinen, feinen Komponenten verpackt und per App bedienbar. Klanglich überzeugen mich die Natürlichkeit und die erstaunliche Spielfreude – so müssen Komponenten dieser Gattung klingen. Die Preise sind fair bis herausfordernd. Ein Tivoli Model One kostet aktuell 140 Euro, ein Como Audio Solo kostet knapp das Dreifache. Es sind vor allem die vielseitigen Zuspiel- und Ausbaumöglichkeiten, die den Preis rechtfertigen.

Allerdings kommt das Solo innerhalb des Familientests nur auf Platz drei. Das Amico ist für einen Hunderter Aufschlag nicht nur sehr viel flexibler – es klingt auch noch besser. Unter klanglichen Gesichtspunkten ist das Duetto die Nummer Eins. Es ist ein wirklich gut gemachtes All-in One-Radio. Die Bewertungen der drei Radios in der Slideshow:

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