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RTFS/Dreamtheaters: Barco Heimdall Highend-DLP-Projektor feierte Premiere mit bombastischem Riesenbild in Wörrstadt (Foto: R. Vogt)
RTFS/Dreamtheaters: Barco Heimdall Highend-DLP-Projektor feierte Premiere mit bombastischem Riesenbild in Wörrstadt (Foto: R. Vogt)

Highend-Projektor Barco Heimdall+ CS: Deutschland-Premiere bei RTFS/Dreamtheaters

An zwei Wochenenden hatte RTFS zur Premiere des Highend-DLP-Projektors Barco Heimdall+ CS nach Wörrstadt (nahe Mainz) eingeladen – und LowBeats ist dieser Einladung natürlich gefolgt. Gastgeber Farshid Shahlawandian und Chris Makovets, der Chef des hiesigen Barco-Vertriebs (Prime-Theaters), starteten den Event mit einer gut besetzten Demonstration im kleineren Kino, welches den Namen „Klangraum“ trägt.

Demo-Kino mit Trinnov/Ascendo/JVC-Kette scheint zu gefallen: die Gäste haben schon mal gute Laune. Gastgeber Farshid Shahlawandian hinten rechts (Foto: R. Vogt)
Die Demo-Kino mit Trinnov/Ascendo/JVC-Kette scheint zu gefallen: die Gäste haben jedenfalls schon mal gute Laune. Gastgeber Farshid Shahlawandian hinten rechts (Foto: R. Vogt)

In diesem Demokino spielt aktuell zwar aktuell kein Beamer von Barco, aber dafür eine umso beeindruckendere Surround-Anlage in einer weitgehend unsichtbar verbauten, optimierten Akustik. Ein Trinnov Altitude 32 in Vollausstattung, ein Rack voller Netzoptimierung sowie Kilowatt-weise Endstufen treiben ein Setup mit 11.1.6 Kanälen und vier Extra-10-Zoll-Subwoofern, die Shahlawandian „Booster“ nennt. Das Ascendo-Set schiebt von ganz unten mit einem THE32 SUB (80cm-Subwoofer!), darüber spielen zwei 18er, die Frontkanäle bilden drei THE15 BE Active mit (wie der Name bereits andeutet) Beryllium Kalotten-Hochtönern. Surround und Höhe bilden diverse Ascendo THE10 und THE6 ab.

Erst wenn die Leinwand eingefahren ist sieht man die Ascendo-Lautsprecher und Subwoofer bis zum gewaltigen THE32 (80cm!) (Foto: R. Vogt)
Erst wenn die Leinwand eingefahren ist, sieht man die Ascendo-Lautsprecher und Subwoofer bis zum gewaltigen THE32 (80cm!) (Foto: R. Vogt)

Das Kino spielt mit einer Urgewalt an Dynamik, feinster Ortbarkeit in alle Richtungen. Und wenn der Soundtrack es hergibt, mit einem bis ins Mark dringenden, spürbaren Tief- und Tiefstbass, der jeden Schrecken auf der Leinwand körperlich fühlen lässt. Dabei kommt das alles mit einer erstaunlichen Mühelosigkeit und Plastizität, die sich kaum in diesem Text vermitteln lässt.

So etwas geht eben nur, wenn feinste Elektronik, beste Lautsprecher und eine perfekt abgestimmte Akustik nahtlos zu einem Ganzen zusammenwirken. Shahlawandian belegte diese mit klug ausgesuchten Konzertausschnitten, die auch noch eine mitreißende Musikalität belegten. Hinzu kam das kontrastreiche HDR-Bild des hier eingebauten JVC DLA-NZ900 Projektors, der den Betrachter mit schöner Tiefenwirkung tief in die Szene eintauchen ließ.

RTFS/Dreamtheaters: Barco Heimdall Premiere (Foto: R. Vogt)
RTFS/Dreamtheaters: Barco Heimdall Premiere (Foto: R. Vogt)

Einige Meter weiter hinten im Firmenkomplex steht das zweite, noch größere Kino, das als Raum-im-Raum-Konstruktion gebaut ist. Shahlawandian hat hier einen Saal errichtet, der mit den Abmessungen 9,5 x 6,5 Metern (bei 3,7 Meter hoher Decke) wirklich beeindrucken kann. Schwarzer Teppich und schwarze Wände und Decke erlauben hier Projektionen mit maximalem Kontrast.

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Explosion in Pink: Gestandene Männger schauen "Barbie" und sind baff ob der gebotenen Bildqualität (Foto: R. Vogt)
Explosion in Pink: Gestandene Männger schauen „Barbie“ und sind baff ob der gebotenen Bildqualität (Foto: R. Vogt)
Extreme HDR-Bilder mit sattesten Farben und harten Kontrasten: keine Herausforderung für den neuen Barco (Foto: R. Vogt)
Extreme HDR-Bilder mit sattesten Farben und harten Kontrasten: keine Herausforderung für den neuen Barco (Foto: R. Vogt)
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Man sieht es an den Gesichtern: Hier schauen gestandene Männer gerade „Barbie“ und sind begeistert. Tatsächlich ist dieser (Alb-) Traum in Pink nicht nur ein überraschend guter Film, sondern für Videoprojektion eine echte Herausforderung. Technisch betrachtet unglaublich scharf und detailreich, dabei an der Grenze des Machbaren: Farb-satt bei gleichzeitiger Ausreizung aller HDR-Parameter. Das war alles für den neuen Barco Heimdall+ CS selbst auf 3,85 Meter Breite überhaupt kein Problem. Und dass, obwohl die Leinwand mit einem Gain von 0,75 nicht gerade hell ist. In diesem Kino hängt übrigens eine Screen Research X4R3 Reference X-Mask 4-Way Leinwand mit 4-Wege Maskierung mit Ultimate White Tuch.

Demonstration der Lichtkanone: Barco Heimdall+ CS (l.) ist kompakt, bis 6.000lm hell und dabei 29dB leise (Foto: R. Vogt)
Demonstration einer Lichtkanone: Der Barco Heimdall+ CS (li.) ist kompakt, bis 6.000lm hell und dabei 29dB leise (Foto: R. Vogt)

Was den Barco Heimdall+ CS derzeit so einzigartig macht, ist die Tatsache, dass Barco mit ihm erstmals Produkteigenschaften aus professionellen Anforderungen und Heimkinoanwendung absolut konsequent zusammengebracht hat. Es ist bereits auf dem Bild oben deutlich zu erkennen, wie kompakt der Heimdall+ gegenüber seinem Bruder Njord geworden ist. Im Kontrast dazu ist er trotz seiner bis zu 6.000 Lumen Power mit maximal 29dB so leise wie klassische Heimkinoprojektoren. Dank Wechselobjektiven ist er zudem für praktisch jede Installation passend zu konfigurieren.

Was vorne auf der Leinwand ankommt, verdankt seine Schärfe aber vor allem der Tatsache, dass hier eine Single-Chip-DLP-Engine arbeitet. Die werkelt mit einem riesigen professionellen DMD-Chip (mit nati 4K, Pixelshift bis zu 6.144 x 2.592 Pixeln) statt der winzigen DLP-Varianten wie sie in typischen Consumer-Projektoren Anwendung finden. Zusammen mit den Lasern für alle drei Primärfarben ergibt sich ein ungewohnt scharfes Bild mit fast perfekter Farbdeckung (Konvergenz) und gleichzeitig ein gigantischer Farbraum der 98 Prozent von BT.2020 abdeckt – und damit alles, was aktuelle HDR-Standards ausreizt.

Angeregte Diskussion nach der Demonstration mit Chris Makevets (l. Barco, Ascendo) und F. Shahlawandian (2.v.l.) (Foto: R. Vogt)
Angeregte Diskussion nach der Demonstration mit Chris Makovets (l. Barco, Ascendo) und F. Shahlawandian (2.v.l.) (Foto: R. Vogt)

Für die Demonstration hieß das technisch: Der Laser lief auf 100 Prozent, die Blende wurde gerade so weit zur Kontraststeigerung herunter gedreht, dass auf der Leinwand in der Spitze 135 Nit Helligkeit erreicht wurden. Im Signalweg vor dem Barco diente ein madVR Envy Extreme zur Formatanpassung sowie Tonemapping für HDR und Zwischenbildberechnung auf 120 fps. Das Farbmanagement erledigte der Projektor selbst.

In Kombination ergibt sich ein Bild, dass einerseits verblüffend natürlich wirkt, aber – wenn es um extreme Kunstwelten wie bei Barbie oder Tron geht – auch das Extreme ungehemmt darstellt. Beispielsweise, wenn auf Arrakis die Wüstensonne blendet oder die Tiefe des Weltalls in Star Wars funkelnde Sterne im Nichts des Vakuums strahlen lässt. Erschreckend dabei: Wenn man danach, wie die Gäste der Veranstaltung, nochmal einige Filmauszüge im kleinen Kino mit dem JVC-Beamer sieht – wir sprechen vom wahrscheinlich besten Projektor bis 25.000 Euro – dann wirkt das Bild fast ausgewaschen und flau. Da gab es durchaus nochmal Gesprächsbedarf und Diskussion, wie man auf dem Foto sieht. Auf der anderen Seite ist es schön, dass oberhalb der besten typischen Highend-Heimkino-Lösungen, es nicht nur teurer und heller wird, sondern auch in echter Bildqualität noch was zu gewinnen ist. Und wenn wir gerade dabei sind: Je nach Version des Barco Heimdall und des verwendeten Objektivs bewegt sich der Preis zwischen 50.000 und 77.000 Euro.

Wer sich das leisten kann und möchte, sollte sich die Vorführung bei RTFS/Dreamtheaters auf jeden Fall einmal anschauen: Hier wird noch einmal eine neue Tür aufgestoßen…

Im Beitrag erwähnt:

Test: Highend-LED-Cinemascope-Projektor Barco Bragi Cinemascope
Test JVC DLA-NZ900: Projektor-Topmodell mit Wahnsinns-KontrastT
Test: Ascendo THE12 Be PRO und THE18 SUB PRO PASSIVE

Test: madVR Envy Extreme – potenter Videoprozessor für HDR und Formatskalierung
Test Trinnov Altitude 32: der ultimative Surround-Prozessor

Mehr über Veranstaltungen bei RTFS:

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Stylish: der Weg bei RTFS/Dreamtheaters zu den Kinos (Foto: R. Vogt)
Stylish: der Weg bei RTFS/Dreamtheaters zu den Kinos (Foto: R. Vogt)

Autor: Raphael Vogt

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Technischer Direktor bei LowBeats und einer der bekanntesten Heimkino-Experten der Republik. Sein besonderes Steckenpferd ist die perfekte Kalibrierung von Beamern.