Als der audiolab Omina auf den Markt kam, war ich begeistert. Die Marke audiolab finde ich sowieso klasse – mehr Klang für so wenig Geld gibt es andernorts nur ganz selten. Und dass die chinesischen Briten nun auch noch ihre Top-Geräte in einer All-in-One-Komponente unterbringen…
Komischerweise kam es nie zu einem LowBeats Test, obwohl mich der Omnia immer begleitete; wann immer ich einen brauchte, lieh ich mir bei der beim befreundeten und benachbarten HiFi-Händler (Zur dritten Dimension) aus. Aber nun gibt es erneut einen Anlass, sich noch einmal intensiv mit dem Omnia auseinanderzusetzen: In einer Art Weihnachts-Aktion bieten ihn drei Händler für nur etwas mehr als die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises an. Und schon den einstigen UVP empfand ich bereits als recht günstig…
Die Besonderheiten des audiolab Omnia
Der Omnia ist alles andere als eine Neu-Entwicklung. Es ist stattdessen die Kombination dreier, bewährter Komponenten: des Vollverstärkers 6000A, des Streamer 6000M und des CD-Laufwerks 6000CDT. Die einzige Hürde, die es zu nehmen galt, war die Integration in ein Gehäuse, das kaum größer war als jede dieser Einzel-Komponenten. Nun, es ist gelungen.

Streaming-Bauteile sind von sich aus klein, da braucht es nicht viel Raum. Am meisten Platz nimmt natürlich der Verstärker – beziehungsweise das Netzteil und die Kühlkörper – ein. Da ist beispielsweise ein kräftiger Ringkerntrafo und die sehr üppige Siebfilterung, die dem Omnia die gleiche Leistung wie dem 6000A verleiht. Die Schaltung des Verstärkerteile ist nach alter Väter Sitte als A/B-Technik ausgeführt. Jeder hätte bei einer solchen Komprimierung platzsparende Class-D-Endstufen verstanden. Aber das ist nicht im audiophilen Sinne der audiolab-Ingenieure. Und so bleibt diese 6000A-Schaltung, die den Omnia mit immerhin satten 2 x 75 Watt (an 4 Ohm) ermächtigt und dank eines massiven Elko-Block von 4 x 15.000 Mikrofarad eine stattliche Reserve mitgibt. Damit kann man arbeiten.

Ebenfalls viel Platz nimmt das CD-Laufwerk ein. Ich persönlich freue mich immer, wenn es für die Silberscheibe noch Abspielmöglichkeiten gibt – ich habe ja noch so viele… Oftmals wird als Argument gegen CD-Spieler die geringe Verfügbarkeit von Ersatz-Laufwerken im Reparaturfall angeführt. Dieses Argument darf man hier wohl getrost beiseiteschieben: audiolab nutzt für alle Serie das gleiche Laufwerk; da sollten für die nächsten Jahrzehnte noch ausreichend viele auf Lager liegen.

Praxis
Wie mittlerweile schon fast Usus, ist die Bedienung eine Kombination aus Fernbedienung plus App. Die App ist bekannt, sie läuft ruckelfrei und ist vor allem für die Bedienung des Streaming zuständig. Das Streaming-Angebot des Omnia ist breit gefächert – siehe technische Daten. Wäre ich kleinkariert, würde ich bemäkeln, dass Airplay und Google Cast nicht unterstützt werden. Bin ich aber nicht und freue mich stattdessen darüber, dass Omnia als kleinen Bonuspunkt „Roon Tested“ mitbringt. Denn damit kann ich wiederum viel anfangen…

Die schlanke Fernbedienung ist das zentrale Steuer-Element der eigentlichen Verstärker/CD-Funktionen. Über sie kann man auch die verschiedene Display-Darstellungen steuern. Als Vertreter der alten Schule stehe ich selbstverständlich auf solche mit der Zeiger-Pegelanzeige:

Also: Streaming und Bluetooth laufen erwartungsgemäß reibungslos. Klasse empfand ich auch die Wiedergabe von LP. Ich hatte gerade einen Thorens TD 126 (mit Tonarm SME 3009) wieder aufgebaut und mit einem Goldring 1042 ausgestattet. Und was soll ich sagen: Es klang richtig gut. Die Bässe hatten Kraft, die Tonalität war – audiolab-typisch – stimmig und der Raum wurde schön nach hinten aufgezogen. Das hätte ich von einer solchen eierlegenden Wollmilchsau nicht erwartet.

Der Omnia wird von den Katalogen ja auch als Kopfhörer-Verstärker gefeiert. Dessen Klang ist erwartbar gut, aber der Omnia ist nicht auf verschiedene Kopfhörer-Impedanzen anpassbar. Da wäre vielleicht noch etwas herauszukitzeln… Schön aber, ist die Möglichkeit, mit dem Vorstufenausgang auch Aktivboxen anzuspielen.
Wir haben die Hörtests mit möglichst unterschiedlichen Lautsprechern durchgeführt: der ungewöhnlich wirkungsgradstarken Q Acoustics 5050, der eher leisen B&W 707 S2 und der Nobel-Kompaktbox Wharfedale Elysian 1. Der Omnia meisterte alle drei Herausforderungen absolut problemlos und zeigte sich gleichermaßen stabil wie rauscharm.

Hörtest
Wir hatten vor kurzem die Komponenten der audiolab 9000er Serie im Test; sie stehen noch im Hörraum. Auch das sind ja allesamt echte Klasse-Komponenten. Erwartungsgemäß ist die klangliche Familien-Ähnlichkeit von Omnia zu 9000er Serie groß. Das Erstaunliche aber: Der Omnia liegt klanglich ziemlich dicht an den 9000ern.
Genauer: Manu Katchés „Glow“ beginnt mit vielschichtig-präzisem Percussionspiel, das von einem mächtigen E-Bass unterlegt ist. Nicht nur, dass der Omnia (in Kombination mit der Wharfedale) den Bass erstaunlich kraftvoll und satt in den Raum schob, nein: Fast noch schöner war die Feinnervigkeit, mit der der Omnia die einzelnen Percussion-Details herausarbeitete, wie lebendig fein er agierte und die Musik lebendig werden ließ. Normalerweise sind solche Kombi-Geräte immer verdächtig, dass beispielsweise die Digital-Sektionen die analogen stören. In diesem Fall nicht. An der Luftigkeit der Wiedergabe gibt es nichts zu bemängeln. Und auch nicht an der plastischen Darstellung, die ebenfalls sehr realistisch ausfällt. Ich kenne aktuell auch nicht annährend eine andere All-in-One-Komponente, die so viel Ausstattung und so viel Klang für so wenig Geld bietet.
Fazit audiolab Omnia
Das Fest der Liebe steht vor der Tür und für Menschen, die ohne viel Aufwand möglichst viel guten Klang wollen, ist der Omnia das wahrscheinlich schönste Geschenk, das man sich unter den Weihnachtsbaum legen kann. Streaming, CD, Phono, Bluetooth: da gibt es kaum etwas, was er nicht bietet – zumal sein Verstärkerteil auch elektrisch anspruchsvolle Boxen treiben kann.
Schon als das smarte All-in-One Gerät für 1.800 Euro in den Handel kam, hielt ich es für günstig – war es auch. Dass drei Händler nun den Preis auf schlanke 949 Euro senken, sollte bei allen klug rechnenden Musikfreunden einen sofortigen Kauf-Impuls auslösen.
Bewertung
Klang-PotenzialWert-BeständigkeitPreis/LeistungGesamt |
| Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse. |
| | Ausgewogen-ausdrucksvoller Klang mit satt-sauberem Bass |
| | Laststabil auch an elektrisch schwierigen Lautsprechern |
| | Gutes Phono-Board, guter D/A-Wandler, ordentlicher Kopfhörer-Amp |
| | Der Extra-Kick: „analoge“ VU-Zeiger auf dem Display |
Angebot:
IAD GmbH
Johann-Georg-Halske-Str. 11
41352 Korschenbroich
www.iad-gmbh.de
Preis (Hersteller-Empfehlung):
audiolab Omnia: 949 Euro (statt 1.799 Euro)
Und hier gibts den Omnia zum Sonderpreis:
audio-Welt.de
Audiomativ.de
Euronics Technik Studio Hartman
Technische Daten
| audiolab Omnia | |
|---|---|
| Technisches Konzept: | All-in-One Vollververstärker/Streamer/CD-Player |
| Leistung (4 / 8 Ohm): | 75 Watt / 50 Watt |
| interner Wandler: | ES9038Pro 32-Bit-DAC |
| Eingänge: | 3 x Analog, 1 x Phono (MM/MC), 1 x Endverstärker, 2 x SPDIF (Coax), 2 x SPDIF (optisch), 1 x USB (B), 1 x USB (A), 1 x Bluetooth (aptX/aptX HD), 1 x 12V Trigger |
| Ausgänge: | 1 x PRE-Verstärker, 1 x Stereo-Lautsprecher, 1 x Kopfhörer |
| Streaming: | Amazon Music, Spotify, TIDAL, KKBox, SiriusXM, Napster, Internet Radio, Deezer, iHeartRadio, PANDORA, Qobuz, Qmusic |
| CD-Wiedergabe: | CD, CD-R, CD-RW-Discs |
| Angebots-Farben: | Schwarz, Silber |
| Abmessungen (B x H x T): | 44,4 x 15,6 x 32,7 cm |
| Gewicht: | 9,1 Kilogramm |
| Alle technischen Daten | |





