Als der Harman Konzern 2023 sein JBL L42ms („ms“ für Music System) vorstellte, war ich voll der Vorfreude. Endlich die Technik der genialen Flip-und Xtreme-Speaker in Form der klassischen JBL-Lautsprecher: mit festem Holzgehäuse, der charakteristisch quadratisch geriffelten Abdeckung und der hochbelastbaren JBL-Treibertechnik. Die JBL-Designer gingen sogar noch einen Schritt weiter und verpassten dem smarten Musiksystem das Äußere der Lautsprecher-Ikone Paragon aus den 1950er Jahren. Gut, das Paragon war damals das technisch Machbare – ein Stereo-System in einem noblen Tonmöbel untergebracht. Und sehr teuer.

Die Besonderheiten des JBL L42ms
Da ist das JBL L42ms anders gestickt. Mit seinem Einstiegspreis von 999 Euro gehört es in die Kategorie jener Komponenten, die man sich schon mal leisten kann. Zumal das L42ms jetzt richtig günstig zu haben ist: Der Berliner Traditions-Händler HiFi im Hinterhof hat den Preis in beiden Farb-Varianten (schwarz und Nussbaum) auf 432 Euro gesenkt. Ein wirkliches Schnäppchen. Denn es ist einiges geboten. Als Freund solider Lautsprecher könnte ich allein auf das Gewicht des JBL verweisen, das mit knapp 12 Kilo weit oberhalb der meisten Vergleichs-Systeme liegt. Und auch die Verarbeitung ist sehr ordentlich.
Eingebaut hat das L42ms zwei Hoch- und zwei Tiefmitteltöner aus der bekannten (und geschätzten) L-Serie. Die Tiefmitteltöner haben einen Durchmesser von 10 Zentimetern. Das ist nicht viel, aber vor dem Hintergrund der bekannten Qualität der JBL-Treibertechnologie sollte man dieses System keinesfalls unterbewerten. Ein Blick auf die Specs zeigt, dass die vier eingebauten Endstufen mit gut 200 Watt auch ausreichend kräftig sind. Und natürlich sind auch etliche Prozessoren eingebaut.
Praxis
Die Anschluss-Möglichkeiten sind überschaubar, aber bei Licht betrachtet, ausreichend. Dankbar ist in solchen Fällen ja immer der HDMI-ARC-Eingang, der die innigliche Verbindung mit den TV regelt. Hinzu kommt ein Ethernet-Eingang für eine LAN-Verbindung zum Netz sowie ein analoger Aux-Zugang. Und natürlich Bluetooth und/oder Airplay 2, über das sicherlich einen Großteil der zugespielten Musik erfolgen wird.
Von den Streaming-Diensten werden die wichtigsten unterstützt: Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz und Amazon Music. Wer mehr will, kommt mit dem Chromecast-Zugang weiter. Aber wir sind in der Harman-Welt der Bluetooth-Speaker – also gibt es auch eine App, oder?

Genau: Die „JBL Premium Audio“ App bringt den User schneller in WLAN und bietet noch das ein oder andere Extra – zum Beispiel den Zugriff auf lokale UPnP-Server, wo man große Menge von HiRes-Musik gespeichert liegen haben kann. Aber insgesamt fand ich die App etwas störrisch (heißt: langsam) und auch nicht sonderlich pfiffig ausgestattet. Ich habe die JBL L42ms daher überwiegend ohne ausprobiert.
Bedient wird das L42ms praktischerweise mit der beigelegten Fernbedienung. Auf ihr kann ich auch den sogenannten Klangfeld-Expander namens SFX aktivieren. Kann man aber auch bleiben lassen: Der Effekt (breiteres Klangbild) ist zwar sofort hörbar, aber das Klangbild verliert auch hörbar an Griffigkeit. Gefreut hat mich die Möglichkeit, einen Subwoofer anzuschließen. Sobald ein Cinchkabel für den Subwoofer eingesteckt ist, sorgt ein 80-Hertz-Filter dafür, dass die tiefen Bässe nur noch vom Sub übernommen werden. Vorteil: Mehr Bass und das L42ms kann mit Subwoofer nochmals lauter spielen.
Höreindruck
Gemacht ist das L42ms für die Aufstellung auf dem Sideboard. Und hier gibt es eine kleine Schwäche des Systems: Es sollte tatsächlich nicht zu niedrig oder zu hoch im Regal untergebracht werden – idealerweise auf einer Höhe von etwa 60 – 70 Zentimetern. Denn außerhalb der Hörachse wird das Klangbild schnell etwas matt. Doch richtig aufgestellt klingt das L42ms angenehm offen und lebendig-ausgewogen. Herausragend gut ist die Detailfreudigkeit, mit der das JBL-System jede Art von Musik wiedergibt. Ich hatte viel Freude an dynamischen Aufnahmen wie Live-Konzerten – vor allem sie gibt das L42ms beeindruckend dynamisch wieder.
Allerdings klingt das L42ms im Bass eher schlank-knackig abgestimmt. Für Freunde des satten Beat ist deshalb ein Subwoofer eine sinnvolle Anschaffung. Wir hatten im Büro noch einen günstigen Velodyne Subwoofer (ebenfalls ein Kauftipp der Woche) stehen. Diese Basserweiterung muss nicht sein, tat dem JBL-System aber hörbar gut, weil nicht nur der Tiefgang größer wurde, sondern auch die Mitten an Feinseidigkeit zugewannen. Aber wie gesagt: Das muss nicht sein; das L42ms ist sich auch selbst genug.

Dass mit seiner Basisbreite von nicht einmal 70 Zentimetern ein erstklassiger Stereo-Eindruck entstehen könnte, war nicht zu erwarten und wurde auch nicht erfüllt. Für diesen Punkt gibt es den Klangfeld-Expander SFX, der das Klangbild spürbar aufzieht, aber auch dynamisch belangloser werden lässt – Geschmackssache.
Fazit JBL L42ms
Das kleine Musiksystem stand über zwei Wochen bei LowBeats im Büro und hat hier völlig problemlos und klanglich überzeugend jede Art von Musik gespielt. Der große Büroraum hat mehr als 90 Quadratmeter Fläche und trotzdem war das L42ms auch mit höheren Pegeln nicht überlastet.
Am Ende bleibt ein solides System mit allen sinnvollen Zugängen und nur kleinen Schwächen, das JBL-mäßig gut klingt und dank der robusten JBL-Treibertechnik wahrscheinlich sehr lange leben wird. Und dass HiFi im Hinterhof das L42ms nun derart günstig raushaut, lässt eigentlich nur einen Schluss zu: kaufen!
Bewertung
Klang-PotenzialWert-BeständigkeitPreis/LeistungGesamt |
| Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse. |
| | Lebendiges, detailreiches Klangbild |
| | Sinnvolle Ausstattung, entwickelt für das Sideboard |
| | Recht pegelfest |
| | Klingt nur auf Ohrenhöhe wirklich perfekt |
Angebot:
HiFi im Hinterhof
Großbeerenstraße 65/66
10963 Berlin-Kreuzberg
+49 30 253 753 0
www.hifi-im-hinterhof.de
Aktionspreis (zeitlich begrenzt):
JBL L42ms: 432 Euro
Technische Daten
| JBL L 42ms | |
|---|---|
| Technisches Konzept: | 2-Wege Bluetooth-Speaker |
| Bestückung: | TT: 2 x 100 mm, HT: 2 x 20 mm Hochtöner |
| Kabel-Anschlüsse: | HDMI ARC, Ethernet, Analog-AUX (Cinch) |
| Kabelloser Zugang: | Bluetooth 4.2, Airplay-2 |
| Angebots-Farben (Furnier): | Schwarz, Nussbaum |
| Abmessungen (H x B x T) | 16,2 x 61,7 x 23,4 cm |
| Gewicht: | 11,9 Kilogramm |
| Alle technischen Daten | |




