In der HiFi-Geschichte gelten die Herren Jonas Miller & Ken Kreisel als Erfinder des Subwoofers: Der Legende nach herrschte in den Village Studios (Los Angeles), wo Steely Dan ihr Pretzel-Logic-Album abmischten, ein akuter Bassmangel. Spezielle Bass-Lautsprecher von M&K brachten Abhilfe und schufen so ein neues Genre.

Seit diesem Geniestreich sind M&K-Modelle immer vom Hauch des Besonderen umweht; das gilt auch für die Zeit nach 2007, als der Däne Per Becher die Subwoofer-Schmiede (jetzt M&K Sound) kaufte und nach Dänemark verlagerte. Damals wie heute – das ist auch für die aktuellen Modellen wichtig – war immer Musik im Fokus. Das unterscheidet M&K-Woofer von all jenen Firmen, die vor allem Tiefton-Spezialisten für Heimkino-Freunde entwickeln.
2019 hatten wir die V-Serie von M&K Sound im Test. Drei Modelle unterschiedlicher Größe, von denen mir das kleinste namens V8 (mit 8-Inch Tieftöner) am meisten zusagte. Aus so geringen Abmessungen macht der, was ich mir von einem „audiophilen“ Subwoofer immer erhoffe und nur selten bekomme: tiefen, knackig-sauberen Tiefbass.
Das Besondere am Subwoofer M&K Sound V8
Mit seinen Maßen von 31 x 26 x 29 Zentimetern (und einem Gewicht von 11 kg) ist der M&K Sound V8 klein und entsprechend unauffällig – den bekommt man fast überall unter. Ungewöhnlich ist seine Bauform: M&K Sound vertraut auch bei ihm auf ein geschlossenes Gehäuse. Der Verzicht auf Bassreflex kostet Pegel oder Tiefgang, bringt aber genau die Sauberkeit und Präzision, für die M&K-Woofer bekannt sind. Zwei weitere Nachteile der geschlossenen Konstruktion seien hier noch erwähnt: Weil weniger Pegel herauskommt, muss man mehr Leistung hineinstecken. Das übernimmt beim V8 eine kräftige 150-Watt-Endstufe. Und weil der gesamte Druck ja auch ins Gehäuse geht, muss dies ausgesprochen solide und klapperfrei aufgebaut sein.

Durch seine geringen Abmessungen wird der V8 diesen mechanischen Anforderungen spielend gerecht. Ein Blick auf die technischen Daten unterstreicht den ernsthaften Ansatz von M&K: das kleine Kistchen wiegt 11 Kilogramm. Großer Aufwand beim Gehäuse und bei der Endstufe – man ahnt, was daraus zu folgern ist. Und richtig: Zum Zeitpunkt des Tests lag der Preis des V8 bei gut 1.000 Euro. Nach den üblichen Preissteigerungen der vergangenen Jahre lag er dann bei 1.160 Euro. Das war nicht unerhört, doch ließ das die Sympathie für das kleine Ding etwas abkühlen. Warum diese Sätze in der Vergangenheit stehen? Weil der bisherige Vertrieb Audio Reference selbst Hersteller von Subwoofern (Velodyne) ist und deshalb ein nur geringes Interesse daran hat, gut gemachte Subwoofer als Konkurrenz im eigenen Vertriebs-Programm hochzuziehen. Also gab man den M&K-Vertrieb ab und leert nun das Lager – zu ganz erfreulichen Sonder-Konditionen: nämlich 499 Euro.
Prxaxis + Hörerfahrung
Was den V8 neben der hohen Präzision und dem nun erfreulich günstigen Kurs zusätzlich so sympathisch macht, ist sein unerwartet tiefreichender Frequenzgang.

Zudem bietet er die üblichen Anschlüsse und Regelmöglichkeiten, die das Einbinden in bestehende Systeme vergleichsweise einfach machen. Wir sprechen hier von kleineren Surroundanlagen und erst recht in Stereo-Anlagen mit Regallautsprechern, die er auf das Angenehmste locker um eine Oktave nach unten ergänzt.

Und hier sollten alle mit Lautsprechern im LS3/5a-Format hellhörig werden. Denn mit dieser Boxen-Ikone habe ich den V8 mehrfach „ergänzt“, Da kommt auf einmal so viel mehr… Denn die zusätzliche Oktave nach unten bringt ja nicht nur mehr Bass – im Idealfall hört man den gar nicht. Sondern nur das Mehr an Raumtiefe, und an selbstverständlicher Mittenauflösung. Selbst der Hochton wirkt bei der perfekten Einbindung eines wirklich guten Subwoofers noch ein bisschen müheloser.
Der V8 ist so ein wirklich guter Subwoofer, aber halt kein Pegelwunder – was in Verbindung zu Kompaktboxen wie der LS3/5a oder einer B&W 607 aber wahrscheinlich nie auffällt. Sollte die Differenz in Sachen Bassdynamik zu den Haupt-Lautsprechern eklatant werden, kann man – der günstige Preis macht es möglich – ein weiteres Modell erwerben. Ein Schritt, zu dem ich sowieso raten würde, weil die Bass-Anregung im Raum durch zwei Subwoofer in der Regel sehr viel harmonischer und dröhnfreier verläuft als nur mit einem. Aber schon ein V8 verbessert den Klang maßgeblich.
Der V8 hat viele Vorteile, aber einen nicht zu übersehenden Nachteil: Er braucht nämlich einen (Cinch-) Vorstufen-Ausgang am Verstärker, sonst kann man ihn leider nicht ansteuern. Der im Test verwendete Simply Italy Black Edition hat einen beziehungsweise sogar zwei. Und dankenswerter Weise bieten immer mehr moderne Verstärker sogar dezidierte Subwoofer-Ausgänge. Aber wo keiner ist, lässt sich der V8 auch nicht anschließen…
Fazit M&K Sound V8
Der V8 ist nichts für Menschen, die den „Boah-Ey“-Bass-Effekt brauchen. Es ist ein auf höchste Präzision und Unauffälligkeit getrimmter Subwoofer, der die Wiedergabe kleiner, aber sehr feiner Stereo-Systeme für vergleichsweise wenig Geld erheblich verbessern kann. Selbst an seinen Pegel-Limits bleibt sein Spiel sauber und frei von Störungen. Vor allem vor dem Hintergrund des drastisch reduzierten Preises geben wir hier einen ganz dicken Kauftipp.
Auf meine Frage, wie viele V8 denn noch auf Lager sind, kam die Antwort aus Hamburg: “Wir haben noch 24 Stück in schwarz”. Es könnte also klug sein, hier schnell zu handeln. Denn für die beschriebenen kleinen Stereo-Systeme gibt es derzeit kein besseres/günstigeres Subwoofer-Angebot als dieses von heimkino-HH.
Bewertung
Klang-PotenzialWert-BeständigkeitPreis/LeistungGesamt |
| Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse. |
| | Sehr sauberer, trockener und „audiophiler“ Tiefton-Klang |
| | Extrem kompakt und leistungsstark |
| | Keine mechanischen oder Strömungs-Geräusche |
| | Sehr gute Preis-/Leistungs-Relation |
Angebot:
Audio Reference
Alsterkrugchaussee 435
22335 Hamburg
www.heimkino-hh.de
Aktionspreis (zeitlich begrenzt):
M6K Sound V8: 499 Euro (plus 18 Euro Versand)
Technische Daten
| M&K Sound V8 | |
|---|---|
| Technisches Konzept: | Aktiv-Subwoofer, geschlossen |
| Bestückung: | 1 x 20 cm Hochleistungs-Bass |
| Regelbare Übergangsfrequenz: | 40 – 150 Hertz |
| Maximalpegel: | 102 Dezibel |
| Ein-/ Ausgänge: | 1 x Cinch / 1 x Cinch |
| Leistung (Sinus / Musik): | 150 / 250 Watt |
| Empfohlen bis Raumgröße: | < 20 Quadratmeter |
| Abmessungen (H x B x T): | 34,0 x 26,0 x 29,2 cm |
| Alle technischen Daten | |
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