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Velodyne Wi-Q 10 Ambiente
Mittelgroß, schwarz, unauffällig: Der Velodyne Wi-Q 10 gefällt vor allem mit der üppigen Ausstattung und dem einmalig niedrigen Preis von nicht einmal 300 Euro (Foto: H. Biermann)

Kauftipp der Woche: Wireless-Subwoofer Velodyne Wi-Q 10

Als der Velodyne Wi-Q 10 herauskam, mochte ich ihn nicht testen. Er wirkte mit seinem Mittelklasse-Gehäuse und all seinen Möglichkeiten (automatische Einmessung, kabellose Ansteuerung, Fernbedienung), als wolle man ihn auf Teufel-komm-raus auf den Preispunkt unter 1.000 Euro bringen. Dann kam er etwas in die Jahre und sein Preis rutschte auf 700 Euro. Da fand ich ihn dann schon sehr viel attraktiver. Doch nun, zu seinem Produktionsende, macht Velodyne Tabularasa und haut diesen Alleskönner-Subwoofer für unfassbare 299 Euro raus – der Inbegriff eines LowBeats Kauftipps.

Velodyne Wi-Q 10 Aufstellung
Der würfelförmige Wi-Q 10 dort, wo er in der Regel steht: in irgendeiner geeigneten Ecke (Foto: H. Biermann)

Was der Velodyne Wi-Q 10 alles kann

Eine Menge. Im Inneren des Aktiv-Woofers werkelt eine 200-Watt-Endstufe, die den 10-Zöller ordentlich auf Trab bringen kann. Ein eingebauter Prozessor ermöglicht nicht nur eine automatische Linearisierung der Übertragungskurve für den Ort, wo der Subwoofer steht, sondern bietet auch vier unterschiedliche Presets (Movie, Rock, Jazz, Games), die allesamt entsprechend unterschiedlich klingen.

Damit die Aufstellung besonders einfach ist, muss der Wi-Q 10 nicht unbedingt mit dem Verstärker oder AV-Receiver verkabelt werden. Velodyne hat diesem Subwoofer einen 2,4-GHz-Funkempfänger eingebaut. Das Senden übernimmt ein kleines Kästchen, das man zum Verstärker oder AV-Receiver gesellt und welches die Bass-Signale für Links, Rechts und LFE funkt.

Velodyne Wi-Q 10 Transmitter
Der kleine Funk-Transmitter mit seinem Netzteil. Um Störern entgegenzuwirken, bietet der Transmitter vier schaltbar Funkkanäle (Foto: H. Biermann)

Wie schon angedeutet, bietet der Velodyne Wi-Q 10 eine automatische Einmessung der Wiedergabekurve. Dazu liegt ein Mikro bei, das man idealerweise dort positioniert, wo man beim Hören den Kopf haben wird. Auf diesen Punkt hin wird die Übertragungskurve optimiert.

Velodyne Wi-Q 10 Mikro
Das Mikro liegt bei. Das Kabel wird vorn in die Buchse gesteckt und dann geht der Einmess-Vorgang los (Foto: H. Biermann)

Werfen wir noch einen Blick auf die Rückseite. Hier ergeben sich verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel das Ansteuern des Wi-Q 10 über die Hochpegel- (Lautsprecher-) Klemmen. Vor allem, wenn man Brummprobleme hat, kann dies die richtige Lösung sein. Der Bandbreiten- (Übergangsfrequenz-) Regler vermittelt, wie bei fast alle Subwoofern dieser Klasse, eher eine vage Idee, welche Übergangsfrequenz gerade anliegt. Das muss man ausprobieren

Velodyne Wi-Q 10 Anschluss
Klassisches Anschlussfeld: Man kann kabellos, muss aber nicht… (Foto: H. Biermann)

Besonders erfreulich ist die Beigabe einer kleinen Fernbedienung – das Schenken sich viele andere Hersteller. Aber gerade der Subwoofer muss in kleinen Heimkino-Situationen im Pegel so oft nachgeregelt werden, da ist die Einstellung per Funkgeber vom Sofa einfach praktisch. Über die Fernbedienung startet man auch die automatische Einmessung.

Velodyne Wi-Q 10 FB
Für die Größe ist die Fernbedienung erfreulich vielseitig (Foto: H. Biermann)

Das Gehäuse ist vergleichsweise schlicht: Die Folierung ist ordentlich, wirkt aber eher günstig. Die Gehäusewände sind mit 15 Millimetern Wandstärke nicht sonderlich fest geraten. In den Specs werden immer 18 Kilo angegeben, aber die sind meines Erachtens deutlich zu hoch gegriffen. Aber Subwoofer werden durch mehr Gewicht auch nicht immer zwangsläufig besser. Zumal bei unserem Testmuster selbst bei sehr hohen Pegeln nichts rappelte und am Downfire-Port kaum Strömungs-Geräusche zu hören waren. Und damit sind wir bei der…

…Praxis

Die kabellose Ansteuerung per Funk-Transmitter steht in wenigen Sekunden und ermöglicht die Aufstellung in einer Entfernung bis zu 12 Metern vom Sender. Das ist ein großer Vorteil. Und wenn sich einfache, kabelgebundene Subwoofer über eine lange Cinch-Leitung gern mal ein fieses Brumm einfangen, ist das per Funk natürlich ausgeschlossen.

Auch das Auto-EQ funktioniert einwandfrei. Die etwa einminütige Messprozedur startet man mit dem Druck auf die Fernbedienung (Button: EQ). Das Ergebnis ist gut. Eine aufwändige Einstellung per Hand brächte sicherlich noch mehr, aber der Auto-EQ bringt schon deutlich mehr als die Einstellung „ohne“. Vor allem, wenn der Woofer (wie wahrscheinlich oft) in einer Ecke steht, was normalerweise zu einer dröhnenden Wiedergabe führt. Dann hört man die optimierte Kurve sofort

Mir gefallen auch die vier unterschiedlichen Abstimmungskurven gut. „Jazz“ klingt am trockensten, „Movie“ am sattesten. Und schön auch, dass man nicht nur die Presets, sondern auch diverse Pegelveränderungen per Fernbedienung vornehmen kann.

Der (10-Zoll) Bass des Wi-Q 10 ist recht tief abgestimmt. Das lässt die Bässe herrlich von unten grummeln, limitiert aber den Maximalpegel. Deshalb wäre meine Empfehlung, ihn in Räumen bis 25 Quadratmeter zu nutzen. Ist der Raum größer, kann man natürlich auch zwei oder drei nehmen – bei dem Preis…

Klang

Der Wi-Q 10 ist vom Charakter her eher ein amerikanisch-abgestimmter Woofer: Der Bass kommt eher satt und tief als knackig-präzise. Der vor wenigen Wochen an gleicher Stelle beschriebene Woofer Miller & Kreisel VX12 spielte viel präziser.

Aber der Velodyne hat einen anderen Anspruch. Natürlich bereichert auch er – vor allem dank seiner Einmessung – kleinere Lautsprecher um eine satte Oktave mehr knackigen Tiefbass und bringt somit sehr viel mehr Wärme und Raumtiefe ins Klangbild. Aber ich sehe ihn in erster Linie als beeindruckende Ergänzung für das kleine Heimkino oder als die spürbare Extraportion Bass beim Gaming, wo der Velodyne ebenfalls den Erbeben, den Explosionen, den Revolverschüssen etc ein herrlich festes und tiefes Fundament gibt, das die Filme oder Games zu einer körperhaften Erfahrung werden lässt.

Fazit Velodyne Wi-Q 10

Der Wi-Q 10 ist vom Konzept her ein Alleskönner-Subwoofer. In kleineren und mittleren Räumen besticht er mit sattem und dynamischen Bass – und das sogar mit vier unterschiedlichen Klang-Charakteren.

Zudem bietet der Velodyne dank Fernbedienung, kabelloser Signalübertragung und automatischer Raum-Einmessung so etwas wie den maximalen Komfort, der den Wi-Q 10 auch für Menschen zugänglich macht, denen das Einbinden von Subwoofern in ein bestehendes Stereo- oder AV- oder Gaming-System vielleicht sonst zu kompliziert ist. Für alle diese Situationen gibt es derzeit kein besseres/günstigeres Subwoofer-Angebot als dieses bei heimkino-HH. Nirgends. Da heißt es: schnell zugreifen.

Kauftipp der Woche: Velodyne Wi-Q 10
2024/07
Test-Ergebnis: 4,8
ÜBERRAGEND
Bewertung
Klang-Potenzial
Wert-Beständigkeit
Preis/Leistung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Satter Tiefbass
Automatische Raum-Einmessung, 4 Sound-Presets
Kabelloser Anschluss möglich
Extrem gute Preis-/Leistungs-Relation

Angebot:
Audio Reference
Alsterkrugchaussee 435
22335 Hamburg
www.heimkino-hh.de

Aktionspreis (zeitlich begrenzt):
Velodyne Wi-Q 10: 299 Euro

Technische Daten

Velodyne Wi-Q 10
Technisches Konzept:Aktiv-Subwoofer, Bassreflex
Bestückung:1 x 25 cm Hochleistungs-Bass
Regelbare Übergangsfrequenz:40 – 150 Hertz
Maximalpegel:102 Dezibel
Ein-/ Ausgänge:
1 x Cinch, 1 x LS-Terminal / 1 x Cinch
Leistung (Sinus / Musik):195 / 390 Watt
Empfohlen bis Raumgröße:< 25 Quadratmeter
Abmessungen (H x B x T):44,0 x 38,7 x 43,2 cm
Alle technischen Daten
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Autor: Holger Biermann

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Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.