Der neue Vollverstärker NAD C 3030 besinnt sich auf alte Tugenden. Ein klassisch funktional schönes Design, auf Wunsch mit einem Ad-on der Neuzeit – hier mit integriertem Streaming-Modul. Das macht dann aus dem NAD C3030 den NAD C3030 S (und einen Preisunterschied von 300 Euro)

NAD: Über 50 Jahre günstiges & gutes HiFi
2027 Jahr feiert die „New Acoustic Demension“ (NAD) ihren 55. Geburtstag. Stets war das in Großbritanntien entwickelnde und in Asien produzierende Unternehmen ganz vorn dabei, für wenig Geld viel guten Klang zu produzieren. Eines der legendärsten Entwicklungen ist der NAD 3020 von „BEE“ – Bjørn Erik Edvardsen, den NAD-Gründer Marty Borish anno 1976, fünf Jahre nach Gründung, ins damalige Londoner Headquarter holte. Der kleine und nur 280 DM kostende 3020 leistete gerade mal 2x 20 Watt an 8 Ohm und erregte bei HiFi-Testern seinerzeit zunächst allenfalls Mitleid. Bis sie ihn gehört hatten. Das von BEE entwickelte PowerDrive machte die Endstufe nämlich runter bis 2 Ohm außergewöhnlich laststabil. Ich zitiere mich dazu mal aus dem Nachruf von Bjørn Erik Edvardsen selbst, dann brauchen Sie nicht klicken: „Die schon damals eingesetzte „PowerDrive“-Technologie registriert heftige Bassimpulse, um je nach Bedarf höhere Spannungen zu realisieren. Das Resultat ist eine dynamische Basswiedergabe, auch wenn viel Leistung angefordert wird. Das von Edvardsen konstruierte „Soft-Clipping“ sorgte zudem dafür, dass die Leistung erst dann langsam reduziert wird, wenn Beschädigungen an Verstärker und Lautsprechern aufzutreten drohen. Mit dem NAD 3020 war guter Klang mit einem Schlag finanzierbar, Millionen Musikfreunde danken es BEE bis heute.“
So viel also zur Historie. BEE dreht seine Runden mittlerweile im HiFi-Himmel, wir, und das nun seit längerem kanadische Unternehmen NAD (Lenbrook), sind noch da. Was den Vorteil hat, dass wir uns an aktuellen Produkten erfreuen können. Und der neue Vollverstärker NAD C 3030 mit oder ohne S hat es in sich. Womit wir zu den Details kommen. Was kann das Teil, was bringt es mit?
UcD-Technologie
Geblieben ist eine (scheinbar) moderate Leistungsentfaltung, die beim aktuellen Vollverstärker NAD C 3030 mit 50 Watt pro Kanal an 8 Ohm angegeben wird, der Ur-3030 leistete 2x 30 Watt an 8 Ohm. Für die Verstärkung sorgt die HybridDigital-Class-D-Technologie. Lassen wir hierzu NAD sprechen: „Hierbei handelt es sich um einen selbstschwingenden, mit einer aktiven Gegenkopplung arbeitenden Class D-Verstärker. Dieser wandelt das analoge kurvenförmige Eingangssignal zunächst per Pulsweitenmodulation (PWM) in ein Rechtecksignal um. Die Musikinformation steckt nun ausschließlich in der sich verändernden Pulsweite. Da die Leistungstransistoren somit nur zwei Schaltzustände benötigen – ein oder aus –, arbeiten Hybrid Digital™ Class D-Verstärker im Gegensatz zur Class A und B Technik überaus effizient und erreichen eine Leistungsausbeute von mehr als 90 Prozent.“ Das ist natürlich wunderbares Technik-Sprech und könnte so auch aus einem HiFi-Prospekt der 1970er-Jahre entnommen sein. Ganz vereinfacht gesprochen klangen Verstärker aus der damaligen Zeit, die nach geringem Klirrfaktor und hoher Leistungsausbeute konstruiert waren, recht „klinisch“ und sie regierten empfindlich auf die angeschlossene Last der Lautsprecher. Die von NAD entwickelte UcD-Architektur löste dieses Problem, unabhängig von der Lautsprecherlast. Dies rückt die sogenannte dynamische Leistung in ein anderes Licht, denn da liefert der NAD C 3030 2x 100 Watt.
DAC-Modul von INTEL
Wer sich darüber hinaus für die „S“-Klasse entscheidet, bekommt auch noch einen integrierten DAC mitgeliefert, der interessanterweise nicht von ESS, sondern von INTEL stammt. Genauer kommt ein Differential-DAC vom Typ PCM5242 zum Einsatz. Ein hoffentlich baldiger Test wird zeigen, wie gut das Teil klingt.
Bei der Optik gibt es gegenüber dem Original von 1978 allerdings noch einen eklatanten Unterschied: Es gibt ihn nicht in Silber. Den Ur-3030 gab es dafür zunächst nicht in Schwarz. Auf eine gewisse Art und Weise ist das auch konsequent.
Das haben beide Verstärker:
- Phono MM-Eingang
- HDMI eARC
- Blutooth mit aptX HD
- Digitale und analoge Eingänge
- Subwoofer-Anschluss mit zuschaltbarem 80 Hertz Hochpassfilter
Das hat nur der NAD C 3030S:
- Streaming: BluOS Multiroom
Preise und Verfügbarkeit
Der NAD C 3030 kostet 999 Euro, der NAD C 3030S geht für 1.299 Euro über die Ladentheke. Der NAD C 3030 ist ab März 2025 zu haben, das Modell mit Streaming ist voraussichtlich ab Juni 2026 lieferbar. Alle weiteren Details finden Sie wie gewohnt beim Hersteller.
Zum NAD C 3030 geht’s hier: www.nadelectronics.com
Zum NAD C 3030S geht’s hier: www.nadelectronics.com
Technische Daten
| NAD C 3030 | |
|---|---|
| Konzept: | Vollverstärker |
| Leistung: | 2 x 50 W an 8 Ohm (20 Hz-20 kHz) |
| Klirrfaktor: | <0.03 % (250 mW bis 50 W, 8 Ohm und 4 Ohm) |
| Lieferumfang: | Fernbedienung, Bluetooth- und WLAN-Antennen |
| Abmessungen (B x T x H): | 356 x 129 x 329 mm |
| Gewicht: | 5,8 Kilogramm |
| Alle technischen Daten | |
| NAD C 3030 S | |
|---|---|
| Konzept: | Streaming-Verstärker |
| Leistung: | 2 x 50 W an 8 Ohm (20 Hz-20 kHz) |
| Streaming: | Qobuz Connect, Amazon Music, Tidal Connect, Spotify, Deezer, Napster, Internetradio u.a. |
| Lieferumfang: | Fernbedienung, Bluetooth- und WLAN-Antennen |
| Abmessungen (B x T x H): | 356 x 129 x 329 mm |
| Gewicht: | 5,8 Kilogramm |
| Alle technischen Daten | |
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