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Abba „Abba“
Abba „Abba“ auf feinstem, 180 Gramm schwerem Vinyl: eines der drei Re-Issues aus dem Juli 2025 (Cover: Universal)

LowBeats Vinyl! das Re-Issue von Abba „Abba“

Ein absoluter Pop-Klassiker aus Schweden dreht sich nun remastert auf dem Plattenteller: Das selbstbetitelte Album (also: Abba „Abba“) brachte das Quartett ein Jahr nach ihrem Abräumer-Auftritt beim 19. European Song Contest 1974 in Brighton heraus. Das Label Universal veröffentlicht dieses dritte Album der Skandinavier in einer limitierten Halfspeed-Version auf zwei LPs, geschnitten im Halfspeed-Verfahren. Als Adresse fürs Remastering stehen die renommierten Abbey Road Studios in London – wie mittlerweile so oft bei Wiederveröffentlichungen. Und auch wenn das teils inflationär wirkt: Die Leute dort haben einfach mächtig Ahnung. Das passt also schon.

Als Wiederveröffentlichung macht die Doppel-LP schonmal optisch und haptisch was her. Zugegeben: Das Cover wirkt arg bourgeois – Champagner im Rolly Royce … War damals eher selbstironisch-provokant gemeint in Zeiten, als zumindest in Schweden Gerechtigkeit noch einen größeren Stellenwert hatte. Und Anlass zum Feiern gab’s ja tatsächlich.

Nix echt ohne Zertifikat. Auch das liegt natürlich bei…

Was auch für das Reissue des Albums gilt: Geschnitten im Halfspeed-Verfahren, die elf Songs verteilt auf vier Plattenseiten, spielbar mit 45 Umdrehungen in der Minute. Da taucht wie bei Steve Harley (siehe LP-Besprechung von Steve Harley) erneut Miles Showell auf. Das freut, denn er gilt bei den Abbey Road Studios als Spezialist für die Halfspeed-Technik. Die LPs wuchten jeweils 180 Gramm schwarzes Vinyl auf den Plattenteller. Das Outfit klotzt mit „Obi“-Strip (Papier-Schärpe, bekannt von Japan-Pressungen) und Echtheitszertifikat.

Abba „Abba“ Cover
Abba „Abba“ erscheint bei Polar Music / Universal Music

Der Klang der LPs beeindruckt durchaus. Bereits die damaligen Aufnahmen besaßen Klarheit und gutes Raumambiente, schön zu hören mit dem Happy-Going-Song „Tropical Loveland“, der schon den Esprit des hitträchtigen „Bacardi“-Song von Kate Yanai 1988 vorwegzunehmen schien. Auflösung, Raumgefühl und Prägnanz von Stimmen und Instrumenten machen an. Das gilt ebenso für den Abräumer „Mamma Mia“ und die anderen Highlights wie „SOS“. Im Vergleich zum Box-Set „The Albums“ vom Januar 2009 tönt die Abbey-Road-Version sonorer, druckvoller, feiner aufgelöst.
Die Tonabnehmer-Nadel läuft mit 45 Umdrehungen in der Minute sanft durch die Rille, lediglich in der Einlaufrille knistert es leicht, verliert sich dann aber. Gut so.

Vinyl: remastert (Abbey Road Studios, mit Zertifikat), Halfspeed, 2 LPs mit 45rpm (Foto: Universal)

Für Jäger und Sammler: Parallel gibt’s die vier Singles des Albums „Mamma Mia“, „SOS“, „I Do, I Do, I Do, I Do“ und „So Long“ jeweils auf Picture-Vinyl-Scheibe oder in der Box „Abba – The Singles“ auf farbigem Vinyl. Das sieht sehr nett aus. Reifere Semester erinnern sich vielleicht noch: „Mamma Mia“ und „SOS“ kletterten damals auf Platz eins der deutschen Charts. Und übrigens: Wer sich wieder einmal in die Abba-Mania eintauchen möchte, kann sich im Store von Universal eine neue Kollektion von Vintage-Klamotten besorgen … Mamma Mia :-)

Abba „Abba”
2025/07
Test-Ergebnis: 4,4
SEHR GUT
Bewertungen
Musik
Klang
Remastering
Pressqualität
Repertoirewert

Gesamt

Videoclip von „Mamma Mia“ live bei Top Of The Pops der BBC am 15. Januar 1976:

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Weitere Re-Issue-Empfehlungen aus dem Juli 2025:

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Autor: Claus Dick

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Musikfachmann seit Jahrzehnten, aber immer auch HiFi-Fan. Er findet zielsicher die best-klingenden Aufnahmen, die besten Remasterings und macht immer gern die Reportagen vor Ort.