Viele kennen den Briten als virtuosen Saiten-Springer im Trio mit Al Di Meola und Paco De Lucia auf den Alben „Friday Night in San Francisco“, respektive dem Nachklapp-Album „Saturday Night in San Francisco“ von 2022. Jazz-Fans schätzen den Engländer sowieso seit Dekaden als treibende Kraft des Jazz-Fusion-Kosmos. Der „Rolling Stone“ listet den Gitarristen damit zu Recht als einer der 100 besten Gitarristen aller Zeiten.
Der heute 83-Jährige spielte auf zig Bühnen weltweit, darunter zählen viele prominente wie das renommierte Montreux Jazz Festival. Vor drei Jahren stand er nochmal da, agil, hoch konzentriert, gut gelaunt mit 80 Lenzen und schrieb ein weiteres Kapitel seiner Saiten-Kunst im Team mit seiner langjährigen Begleitgruppe „4th Dimension“: Die Pianistin und Sängerin Jany McPherson, Multi-Instrumentalist, Gary Husband, vorwiegend an Drums und Keyboards im Einsatz, Schlagzeuger Nicolas Viccaro und Elektro-Bassist Etienne Mbappé.
Das Quintett brilliert auf der Schweizer Live-Bühne mit energetisch durchdrungenem Rock- und Fusion-Jazz, im Prinzip die DNA von John McLaughlin, die er im Laufe seiner Karriere durch fruchtbare Ausflüge mit dem Mahavishnu Orchestra, Shakti oder der Five Peace Band (mit Chick Corea) auf World-/Jazz-Umlaufbahn brachte.
Im Opener „Kiki“ hüpfen E-Gitare und Bass gleich freudig um die Wette, getrieben von einem trocken-knackigem Drum-Lauf. „Lock Down The Blues“ beeindruckt als eine der Blues-Nummern mit packendem Drive und schönen Vocals, die mit „The Creator Has A Master Plan“ jazzig-samtig von Jany McPherson zu Hochform auflaufen, passend dazu sanft federnde Piano-/Keys-Phrasierungen im Latin-Stil – cool. „Gaza City“ wechselt die Atmosphäre ins Melancholische, verkörpert durch getragenem Bass und bluesig-erdigen Synthie-Teppichen. „El Hombre Que Sabia“ glänzt wiederum mit reiner Spielfreude, sagenhaftem Fingerpicking und Soli – eine freundschaftliche Reminiszenz an Paco De Lucia.

John McLaughlin: „Das Montreux Jazz Festival ist das beste Festival der Welt. Da ich seit 1971 dort spiele, kann ich das gut beurteilen. Die Nacht des 11. Juni 2022 war eine besondere, und wir Musiker haben unser Bestes gegeben, um sie unvergesslich zu machen. Von all meinen Auftritten hat dieser besonders herausgestochen. Es war ein Abend voller Spaß, Kunst und Freude.“ Das spürt man.
Die Tontechnik fing das Live-Event bravourös ein: Der Bass brilliert mit Dynamik und Körper die Drums schiessen wuchtig und trocken aus den Lautsprechern, Raum und Atmosphäre nebst Publikum-Platzierung atmen plastisch, Auflösung und Stimmartikulation von Jany McPherson beeindrucken. Maßgeblich am Klanggeschehen beteiligt war Mixing- und Mastering-Könner George Murphy in den West-Londoner „Eastcote Studios“.
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Videoclip zum Stück „Abbaji“ Live At Montreux Festival 2022:






