Mit dem Michi Prestige X430 und dem Michi Prestige Q430 befindet sich Rotel auf dem richtigen Weg. Rotel? Michi von Michael? Ersteres: Ja, Michi ist das von Rotel 2019 wiederbelebte Nobelsegment des HiFi-Herstellers. Und Nein, Michi kommt nicht von Michael und wird auch nicht so ausgesprochen, sondern es wird ein „t“ addiert, so dass „Mitchi“ dabei herauskommt. Japanisch: 道 (der Weg, das Ziel). Mit dem neuen Duo aus Amp und CD-Spieler rundet Rotel seine Michi Reference-Linie ein kleines Stückchen nach unten ab, die sich nun Michi Prestige nennt und viel aus der Reference-Reihe geerbt hat. Kollege Andreas Günther hatte bereits 2020 die Vor-Endkombis Michi P5, S5 und M8 im Test und war schwer beeindruckt. Nicht nur wegen der Leistung, die bei den Monoblöcken M8 bei heftigen 2x 2000 Watt liegt …
Was können Michi Prestige X430 + Q430?
Beginnen wir mit dem Amp Michi Prestige X430 und steigen gleich mal mit der Leistung ein, die deutlich geringer als beim M8, aber beileibe nicht klein ausfällt: 2x 340 Watt an 4 Ohm. Das allein sagt nichts, wissen Sie selbst. Die Zutaten dafür umso mehr. Die Class-AB-Endstufen etwa arbeiten, so Rotel, mit hochstromfähigen Gegentakt-Ausgangstransistoren. Die Stromversorgung ist großzügig gestaltet und stammt von einem selbst konstruierten und produzierten Ringkerntrafo. Der Trafo selbst steckt in einem HF-geschirmten Gehäuse. Apropos Produktion: Die findet weder in Taiwan noch in Japan statt, sondern in einem Werk des Mutterkonzerns „Grand Green Limited“ in Zhuhai (Guangdong), China.
CEO bei Rotel/Michi ist ein Nachfahre des Firmengründers
Derzeitiger CEO ist Peter Kao, ein Enkel von Bob Tachikawa, der das Unternehmen einst vom Firmengründer übernommen hatte, dem Taiwanesen Tomoki Tachikawa. Bei Rotel/Michi wirken und lenken also weiterhin Nachfahren des Rotel Ur-Vaters. Gut so. Zurück zum Michi Prestige X430 Vollverstärker. In dem diskret aufgebauten Amp steckt zudem ein DAC vom Typ ESS Sabre ES9039Q2M. Ein bestens beleumundeter Wandler, der gern auch von renommierten Mitbewerbern wie Moon, Bluesound, oder Cyrus genutzt wird, um nur einige Hersteller zu nennen. Via PC-USB löst der 9039Q2M bis zu 32 Bit/384 kHz (DSD 256/4X mit DoP) auf. Wenn wir schon bei den Anschlüssen sind: Digital gibt es drei koaxiale und drei optische Toslink-Eingänge. Einen HDMI-ARC-Zugang bringt der Michi Prestige X430 Vollverstärker auch mit. Dazu gesellen sich passende zwei Subwoofer-Ausgänge. Ergänzt wird die Eingangsseite von einen Phonoanschluss (MM) und drei Cinchpaaren. Die schlichte Front ist aus Glas, dahinter verbirgt sich ein hochauflösendes Farbdisplay. Bluetooth beherrscht der Amp ebenso und versteht sich mit aptX HD und AAC. Der Michi Prestige X430 Vollverstärker ist zudem Roon testet.
„Schwebend“ gelagertes CD-Laufwerk
Kommen wir zum edlen Abspieler der Silberscheiben aus dem Duo Michi Prestige X430 und Michi Prestige Q430. Die CD-Verkäufe erholen sich langsam wieder, an alte Zahlen werden sie kaum anknüpfen, aber unbestritten schlummern noch Abermillionen CDs in heimischen Schubladen, die wiederentdeckt werden wollen. Der Michi Prestige Q430 CD-Player ist dafür ein angemessener Vertreter auch das letzte Klang-Quäntchen aus dem Scheiben zu kitzeln. Drinnen steckt laut Hersteller ein „schwebend“ gelagertes CD-Laufwerk, das – logisch – von einem hauseigenen Netzteil mit Saft versorgt wird. Als Wandler kommt hier ein 8-Kanal-DAC ESS Sabre ES9028PRO zum Einsatz. Ebenfalls ein gern verwendeter Wandler, etwa von LUMIN oder Primare. Anschlussseitig stehen XLR, Cinch oder Digital out zur Verfügung. Letzteres etwa, wenn man einen anderen Wandler nutzen will. Auch der Michi Prestige Q430 CD-Player kommt mit einer Glasfront, hinter der ein TFT-Display steckt, das nicht nur Titel und Abspielzeit anzeigen kann, sondern auch Albumcover.
Preise und Lieferbarkeit
Der Michi Prestige X430 Vollverstärker ist ab Mitte April 2026 zu haben und soll 4.999 Euro kosten. Der Michi Prestige Q430 CD-Player wird ab Mitte Juni 2026 lieferbar sein und kostet dann 3.999 Euro. Mehr Infos gibt’s beim Vertrieb: www.audiotra.de
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