LowBeats präsentiert regelmäßig neben audiophilen und künstlerisch wertvollen Musik-Tipps auf CD oder LP auch spannende, vielfältige Musikthemen, die online auf Musikfreunde warten. Auch Musik im Netz verspricht ein mehrfaches Musikvergnügen – wie etliche Vorgänger-Geschichten zur Musik im Internet zeigten. Denn diese Highlights gibt’s so meistens nicht auf Tonträger, sondern in dieser Form nur im Netz. Es ist fast immer ein Video hinterlegt und das Ganze ist auch noch gratis… Natürlich bewerten wir die Online-Musik mit dem VU-Meter von LowBeats. Bei jedem Tipp vergeben wir folgende Bewertungen: Musik/Bild/Klang/Fit für die Festplatte (im Sinne des Repertoirewerts) sowie eine Gesamtwertung. Also: folgen Sie uns zur Musik im Netz Vol.10
Diesmal richten wir den Blick bewusst auf drei sehr unterschiedliche weibliche MusikerInnen, respektive Bands: Amy Winehouse verstarb leider viel zu früh im Alter von 27 Jahren – mit exakt diesem Alter reihte sich die Engländerin in die traurige Gemeinschaft von KollegInnen wie Jimi Hendrix, Jim Morrison (The Doors) oder Janis Joplin und Curt Cobain ein. Amy Winehouse galt als wunderbare R&B-/Jazz- und Soul-Stilikone. Im Jahr 2007 gab sie unter anderem ein fulminantes Konzert im Londoner Club „Shepherd’s Bush Empire“ sowie auf dem französischen Festival Eurockéennes in Belfort – eine herrlich klingende, mitreißende Erinnerung an die verstorbene englische Sängerin. Top-Album von Amy Winehouse: „Back To Black“
Blenden wir rüber in die Klassikabteilung. Dort zählt Olga Peretyatko zur Crème-de-la-Crème der großen Stimmen. In der herrlichen Architektur der Hamburger Elbphilharmonie gab die Sängerin – wie dort gerne bei prominenten Musik-Besuchen üblich – eine mehrteilige Lied-Session, begleitet am Steinway von Pianist Semjon Skigin. Ein kleiner, feiner Einblick in die Virtuosität der Peretyatko.
Aktuelles Album mit Olga Peretyatko: „Józef Kozlowski: Requiem“ (Singapore Symphony Orchestra / Hans Graf)
Gen Westen nach Kalifornien. Im künstlerischen Dunstkreis von Los Angeles singen, spielen und komponieren drei junge Singer-Songwriterinnen solo erfolgreich: Julien Baker aus Memphis/ Tennessee (Top-Album „Sprained Ankle“), Phoebe Bridgers aus Kalifornien (Top-album „Punisher“) und Lucy Dacus aus Virginia. Als Supergroup Boygenius räumten die Drei als Team bei Music-Awards zuletzt mehrfach ab – zurecht, denn ihre Americana- und Folk-geprägten Songs gehen unter die Haut. Da zögerte selbst die britische BBC nicht und lud die junge Frauen-Band zu einer betörenden Live-Akustik-Session ein.
Aktuelles Album von Boygenius: „The Record“
Musik im Netz Vol.10: Amy Winehouse
Amy Winehouse gab als überwältigend mitreißende R&B-/Jazz-Sängerin viele brodelnde Live-Konzerte, zum Beispiel auf dem Zenit ihrer Karriere 2007 im Londoner „Shepherd’s Bush Empire“ – sowie beim französischen Festival Eurockéennes in Belfort: Eine herrlich klingende, mitreißende Erinnerung an die im Juli 2011 viel zu früh verstorbene englische Sängerin.

27 ist sie geworden, und reiht sich damit in die tragische Zahlenreihe von KollegInnen wie Janis Joplin, Kurt Cobain, Jim Morrison oder Jimi Hendrix ein. Sie alle wurden nur 27.
Doch gemach. Eine australische Forscherin fand laut Deutschlandfunk heraus, dass die meisten MusikerInnen im Schnitt von lediglich 56 Jahren ins Jenseits driften. Gott sei’s gepfiffen und getrommelt: Dennoch, da ist für viele zumindest statistisch gesehen noch Luft drin …
Amy Winehouse galt in ihrem relativ kurzem Wirkungszeitraum als eine der herausragenden britischen Stilikonen im Spannungsgeld von R&B und Jazz sowie Soul, dank ihres selbstbewussten Auftretens, das auch ihre markante, teils herrlich rotzige Stimmgewalt trug. Die Yellowpress stürzte sich immer wieder gerne auf ihr mitunter rowdyhaftes Benehmen, das wohl nicht zuletzt auch dem übermäßigen Alkoholkonsum geschuldet war. Amy ließ es eben krachen.
Amy Winehouse Live in Concert
Als Musikerin und Sängerin verströmte sie einen unnachahmlich spröden, sympathischen Charme und eine einzigartige Stimmartikulation, die Assoziationen zu KollegInnen wie Billie Holiday, Sarah Vaughan oder Lauryn Hill hervorruft.
Der französische Liveauftritt versprüht auf dem Höhepunkt ihrer Karriere eine unbändige Energie, die auch ihre MitstreiterInnen auf der Bühne generierten. Es wippt, es federt, es pulsiert und es donnert auch mal. Background-Vocals umrahmen Amys raubeinige Stimme, dazu formen Gitarre, Drums, Keyboards plus Jazz-affine Instrumente wie Trompete, Alt- und Bariton-Saxofone das Ambiente. Der Klang punktet mit schöner Räumlichkeit und guter Auflösung, die Bildqualität hinkt leider etwas hinterher – das Gesamtpaket des knapp einstündigen Konzerts kommt dennoch packend rüber und macht die Session zum Genuss.
Top-Album von Amy Winehouse: „Back To Black“
Musik im Netz Vol.10: Olga Peretyatko
Olga Peretyatko zählt zur Crème-de-la-Crème der großen Stimmen. In der Hamburger Elbphilharmonie gab die Sopranistin eine mehrteilige Lied-Session, begleitet am Steinway-Flügel von ihrem Musikpartner Semjon Skigin.
Deutsch, französisch, italienisch – und natürlich russisch, ihre Muttersprache, setzt die 45-jährige Vokalkünstlerin mit Bravour in unterschiedlichen Einspielungen artikulations- und instinktstark ein. Ihre Stärke liegt aber auch in ihrem Mut, sich auf herausfordernde Regiearbeiten und Rollen einzulassen, als Darstellerin und Sopranistin. Ihre Ausbildung startete sie am Sankt Petersburger Konservatorium, später an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Lorbeeren heimste sie unter anderem an der Metropolitan Opera in New York City oder an der Wiener Staatsoper ein.
In Hamburg startete sie 2005 im Internationalen Opernstudio der Staatsoper an der Elbe durch. Ihre Touren rund um die Welt führte sie auch wieder nach Hamburg – wie für diese mehrteilige Lied-Session in der Elbphilharmonie.
Olga Peretyatko und Semjon Skigin in der „Circle Lounge“ der Hamburger Elbphilharmonie:
Nur ihre Stimme und die souveränen Tastenarbeit von Pianist Semjon Skigin, den die Peretyatko bereits während ihres Studiums an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin kennenlernte, formen den Auftritt.
Ein weltweit gefeiertes Duo, das uns hier vier akustische Delikatessen serviert: Die „Sérénade“ von Charles Gounod, „Berceuse op. 1/5“ von Alexander Gretchaninov, „Nocturne op. 6/2“ von Clara Schumann, das brasilianische Wiegenlied „Estrela“ sowie das „Wiegenlied op. 49/4“ von Johannes Brahms. Kein Zufall, denn Olga Peretyatko nahm ein ganzes Album mit Wiegenliedern auf.
Unterm Strich ein berührend strahlender Liederreigen, den die Ton- und Bildtechniker der Hamburger Elbphilharmonie klanglich sowie optisch elegant in der Elbphilharmonie eingefangen haben. Den Aufführungsort stellte dort die „Circle Lounge“ auf der Nordseite der 13. Etage, die sich über zwei Ebenen erstreckt und sonst Gäste im loungigen Barbereich oder gemütlichen Sitzecken willkommen heißt.
Aktuelles Album mit Olga Peretyatko: „Józef Kozlowski: Requiem“ (Singapore Symphony Orchestra / Hans Graf)
Musik im Netz Vol.10: Boygenius
Die Supergroup Boygenius räumte bereits Ende 2023 bei den Music-Awards mächtig ab. Es hagelte gleich sieben Grammy-Nominierungen für die Drei, die auch längst als Solo-Singer-Songwriterinnen mit Wahlheimat Los Angeles unterwegs sind, als da wären: Julien Baker aus Memphis/ Tennessee (Top-Album „Sprained Ankle“), Phoebe Bridgers aus Kalifornien (Top-album „Punisher“) und Lucy Dacus aus Virginia (Top-Album „Home Video“).

Besonders Phoebe Bridgers steht dabei im Erfolgs-Rampenlicht, die mit ihrer fantastisch samtigen Stimme gerne Teamworks mit anderen MusikerInnen eingeht, beispielsweise mit Andrew Bird. Die künstlerische Qualität von Phoebe lobte auch Singer-Songwriter-Ikone Heather Nova im Interview mit LowBeats.
Herzerfrischende Videos drehte der umtriebige Dreier einige, darunter zum Hit „Not Strong Enough“. Bei den Liveauftritten des Trios sticht neben ihrem „Tinky Desk Concert“ beim Radiosender NPR und dem Event „Live From Brooklyn Steel“ ihre Akustik-Session bei der britischen BBC heraus.
Die Indie-Supergroup Boygenius wurden von der BBC zu einem Akustikkonzert eingeladen:
Die Briten luden die junge Frauen-Supergroup in gediegenes Bühnenambiente ein, sparsam gesetzte, gedimmte Lichter schaffen eine wohlige Atmosphäre. Bild und Tonqualität aus der Hand der Broadcastler liegen erwartungsgemäß weit oben. Und die auf Gitarren und Stimmen reduzierten Arrangements der eher folkig-rockigen Original-Songs funktionieren prima, teilweise wirken sie sogar pointierter, prägnanter als im Original. Unter der Songauswahl tummeln sich Highlights wie das erwähnte „Not Strong Enough“, „Cool About It“ oder „True Blue“. Ein klasse Happening, das Appetit auf die Solo-Alben der Drei macht. Übrigens: Wer als HiFi-Freund genau hinsieht, entdeckt auf den Köpfen Headphones der Heilbronner Manufaktur Beyerdynamic.
Das aktuelles Album von Boygenius ist übrigens „The Record“
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Bewertungen
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