Von 2018 bis 2023 – also lange fünf Jahre – hat Epson seinen Heimkino-Bestseller EH-TW9400 hergestellt. Es war das letzte Modell mit klassischer Lampe. Diese dürfen wegen ihres (wenn auch kleinen) Quecksilber-Anteils nicht mehr hergestellt werden und sind nur noch als Ersatzteil verfügbar. Dann brachte Epson mit dem LS12000 einen wirklich guten Laserprojektor auf den Markt, der aber wesentlich teurer war. Nun bekommt der EH-TW9400 endlich einen echten Nachfolger, natürlich mit Laser als Lichtquelle: den Epson EH-LS9000B (Schwarz) und den Epson EH-LS9000W als weiße Version.

Entgegen früherer Modelle unterscheiden sich die zwei Versionen lediglich in der Farbe. „B“ und „W“ stehen also wirklich für Black und White, nicht mehr „W“ für Wireless HDMI. Der EH-LS9000 sitzt in vertrautem Chassis, das bereits seit Jahren die Behausung des Epson EH-LS12000 ist, den wir bereits 2022 getestet haben und der immer noch aktuell ist.

Modellpolitisch löst der EH-LS9000 zwar den bisherigen EH-LS11000 ab, doch technisch nähert sich das neue Modell laut Beschreibung eher dem EH-QB1000 an, der modernisierten Version des EH-LS12000. Der hat wie das neue, kleine Modell ein modernes Signal-Processing für HDR-Wiedergabe und beherrscht automatisches Tone Mapping, also die permanente Anpassung des HDR-Bildinhalts an die Fähigkeiten des Projektors. Logischer wäre es gewesen, das neue Modell EH-QB500 oder ähnlich zu benennen. Naja, nun heißt er halt EH-LS9000.
Anschlüsse, Signalarten und Objektiv sind bei allen Modellen mit diesem Chassis alle gleich. Es gibt je zwei HDMI-Eingänge mit UHD-Auflösung bis 120fps, eine Zwischenbildberechnung, und das je mit SDR, HDR10, HDR10+ oder HLG. 3D allerdings bietet der neue Epson nicht mehr an.

Doch selbst das kleine Modell hat den motorischen Objektiv-Schutz und ein Projektionsverhältnis mit sehr großem Zoombereich (von 1,35-2,84:1) und zwar mit einem ebenso verblüffend großen Lensshift von vertikal +/-96,3 Prozent und +/-24%. Damit nicht genug, bietet auch das neue Einsteigermodell alle Objektivfunktionen motorisch und ein Lensmemory mit zehn Speicherplätzen.

Fehlt etwas? Irgendwo muss der niedrigere Preis gegenüber LS12000 und QB1000 ja herkommen. Ja: Man erkennt die Sparmaßnahmen im geringeren Kontrast und in der etwas schwächeren Laser-Lichtquelle, die „nur“ noch 2.200 Lumen hergibt, was immer noch auch für große Leinwände bis 3m reicht. Ohne weitere technische Erklärung lässt sich in den technischen Daten ein nativer Kontrast von 1.800 finden. Das ist erheblich weniger als die 5.000:1 eines EH-LS12000 oder gleich beim EH-QB1000. Das Bild wird vielleicht nicht ganz so knackig und plastisch wirken wie das der größeren Geschwistermodelle, sondern eher mit dem Epson EH-LS11000 vergleichbar sein, der den gleichen Kontrastumfang in seinen Daten hatte. Man darf gespannt sein, wie sich das in der Praxis manifestiert.

Die Fernbedienung des EH-LS9000 ist die gleiche wie die der größeren Modelle. Man darf annehmen, dass sich auch das Menü nicht unterscheiden wird.

Der Epson EH-LS9000 wird ab September 2025 erhältlich sein. Für einen Aufsteiger-tauglichen Preis von 3.299 Euro bietet dieser ein überraschend gutes Funktionsangebot mit Super-Objektiv (mit Lensmemory), eine sehr gute HDR-Signalverarbeitung und 120fps für Gamer. Die üblichen Features wie dynamische Lasersteuerung zur Kontrasteigerung und Zwischenbildberechnung sind ebenfalls mit an Bord. Laut Datenblatt ist er mit maximal 30dB auch leiser als seine stärkeren Geschwister. 5 Jahre Garantie (oder max. 12000h) sind großzügig. Die Version in Weiß bietet sich für Wohnzimmer-Einsätze an.
Weitere Informationen auf der Homepage von Epson, separat für Epson EH-LS9000B und Epson EH-LS9000W.
LowBeats-Test des bauähnlichen Epson EH-LS12000 hier.



