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Ratgeber: Linn Space Optimisation

Häufig kommt es jedoch vor, dass sich akustisch ideale Lautsprecher-Positionen nicht mit optischen oder alltäglichen Gegebenheiten in Einklang bringen lassen, weil so beispielsweise ein Durchgang unmöglich wird. In diesem Falle bewegen Sie Ihre Lautsprecher, ausgehend von der idealen Position, an eine Stelle, wo diese gerade eben nicht mehr im Weg stehen oder aber sich optisch deutlich besser einfügen. Auch diese Positionen sollten Sie notieren, denn sie bilden die Ausgangsdaten für die Option „Practical Speaker Positioning“ in Space Optimisation.

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Bild 5: Im Room Setup geben Sie Ihre möglichst genau ermittelten Raumabmessungen ein. Auch die Flächen für vorhandene Türen oder Fenster sowie die Baumaterialien werden hier abgefragt. (Bild: LowBeats)
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Bild 6: Space Optimisation unterscheidet zwischen idealer und praxisgerechter Lautsprecherposition. Dabei lässt sich wählen, welche von beiden als Grundlage zur Dimensionierung der Filter dient. (Bild: LowBeats)
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Sorgt für Präzision: die Lautsprecher-Datenbank

Während ein frequenzmäßiges Bestimmen von Raumeigenmoden mathematisch relativ einfach ist, erfordert das Berechnen ihrer an den unterschiedlichsten Stellen im Raum jeweils herrschenden Schalldruckpegel deutlich mehr Rechenaufwand – schließlich gehen hier nicht nur die Positionen, sondern auch die technische Daten der Lautsprecher in das Ergebnis ein.

Für eine möglichst präzise Berechnung der Kerbfilter greift LSO daher auf eine umfangreiche Lautsprecher-Datenbank zurück, die derzeit etwa 1.000 gemessene Modelle der unterschiedlichsten internationalen Hersteller umfasst. Gemessen bedeutet, dass Linn ihre Abmessungen, ihre Chassisanordnungen sowie deren Positionen auf der Schallwand ebenso erfasst hat wie ihren Impedanzverlauf, aus dem sich die Tieftonwiedergabe-bestimmenden Thiele-Small-Parameter ableiten lassen.

Zusätzlich zu Raumabmessungen und Lautsprecher- und Hörplatz-Standorten müssen Sie daher bei Space Optimisation auch Ihr Lautsprechermodell aus der Bibliothek auswählen, wobei gemessene Schallwandler durch ein Lineal-Symbol gekennzeichnet sind.
Bei dem weltweit beinahe unüberschaubaren Lautsprecher-Angebot ist es natürlich möglich, dass Ihr Lautsprecher derzeit messtechnisch noch nicht erfasst ist: In diesem Falle erfolgt eine vereinfachte Filter-Berechnung über das Modell einer Punktschallquelle.

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Bild 7: In der Lautsprecher-Bibliothek finden sich bislang etwa 1.000 Modelle aller wichtigen Lautsprecherhersteller. Das Lineal-Piktogramm zeigt an, dass dieses Modell messtechnisch für Space Optimisation komplett erfasst ist – nicht gekennzeichnete Modelle werden etwas weniger genau als Punktschallquelle gerechnet. (Bild: LowBeats)

Eins draufgesetzt: Linn Space Optimisation+

Alle Linn Geräte mit der hauseigenen Exakt-Schnittstelle erlauben einen verlustfreien, digitalen Signaltransfer bis unmittelbar zu den Lautsprecherendstufen, was kompromisslose, aktive Mehrwege-Systeme mit digitalen Frequenzweichen ermöglicht. Hier kann Space Optimisation noch eine zusätzliche Einflussgröße berücksichtigen, nämlich die unterschiedlichen Laufzeiten der von den einzelnen Chassis wiedergegebenen Frequenzbereiche – und genau das macht Space Optimisation+.

Prinzip-bedingt ist eine solche Laufzeit-Korrektur bei Passiv-Boxen mit ihren unterschiedlichsten Frequenzweichen-Konfigurationen auf externem rechnerischen Weg kaum realisierbar, sodass Space Optimisation+ ausschließlich in Verbindung mit Exakt-tauglichen Frequenzweichen, Mehrwege-Endstufen oder Aktiv-Lautsprechern funktioniert.

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Bild 8: Space Optimisation+ ermöglicht zusätzlich die Laufzeitkorrektur der einzelnen Chassis bei Mehrwege-Systemen. Voraussetzung hierfür ist dabei die digitale Exakt-Schnittstelle zur digitalen Frequenzweiche in der Mehrwege-Endstufe oder Aktivbox. (Grafik: Linn)

Fazit: Was Linn Space Optimisation kann – und was nicht

Tieffrequente Raumresonanzen gehören ohne Frage zu den größten raumakustischen Übeltätern. Auf diese hat es Linn Space Optimisation denn auch besonders abgesehen – und das sogar ausgesprochen konsequent.

Wie wir mit einem professionellen Raummodenrechner überprüft haben, bestimmt es die tieffrequente Modenlandschaft im Raum sehr präzise und trifft zudem bei der Berechnung und Dimensionierung der Filter die richtigen Entscheidungen. Da Linn Space Optimisation auch Abmessungen und elektroakustische Parameter der Lautsprecher in das Rechenergebnis mit einbezieht, kann die Pegelkorrektur sozusagen minimal invasiv und damit besonders klangschonend ausfallen.

Um den Rechenaufwand nicht ausufern zu lassen, geht Linn Space Optimisation wie bei solchen Systemen üblich von quaderförmigen Räumen als akustischem Grundmodell aus: Wer sich intensiver mit LSO befasst, kann mit den vorgeschlagenen Annäherungsverfahren jedoch reckteckige Räume oder solche mit Dachschrägen auch nicht hinsichtlich Raummoden optimieren. Darüber hinaus ist individuelles, manuelles Feintuning aller durch Konfig errechneten Filtereinstellungen jederzeit möglich.

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Bild 9: Nach Betätigen der Optimise-Funktion errechnet Konfig die zur Raummoden-Unterdrückung benötigten Filterkoeffizienten und liest sie automatisch in die Linn-Komponente ein. Die einzelnen Filter lassen sich dabei individuell aufrufen und über das Eingabefeld feinfühlig auf manuellem Wege editieren. (Grafik: LowBeats)

Ob manuell, automatisch oder Mikrofon-gestützt – wie für sämtliche Verfahren, die mit steilflankigen Kerbfiltern Raumresonanzen zu Leibe rücken, gilt auch für Linn Space Optimisation: Die Raummoden-Optimierung erfolgt prinzipbedingt ausschließlich für einen bestimmten Hörplatz bei einer festgelegten Lautsprecher-Aufstellung – einen halben Meter entfernt kann das Ergebnis bereits wieder ganz anders ausfallen. Auch ermittelt LSO weder die optimalen Standorte für Ihre Lautsprecher und den Hörplatz, noch wirkt es beeinflussend auf die Nachhallzeit bei mittleren und hohen Frequenzen.

Linn Space Optimisation kann und will also den erfahrenen Raumakustiker keineswegs überflüssig machen. Allerdings ist es ein sehr effizientes, zudem kostenloses Mittel, um auch unter ungünstigen akustischen Bedingungen Musik an einem definierten Platz sehr wohl „anhörbar“ zu machen – was sonst nur mit aufwändigen und teuren „Bassfallen“ möglich wäre. Der besondere Reiz von LSO liegt zudem nicht nur in dem, was es kann, sondern auch, wie smart Linn es in seinen Komponenten verwirklicht hat.

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