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Schon gefahren: Audi A7 Sportback + B&O Advanced 3D Sound

Schon gefahren: Audi A7 mit Advanced 3D Sound System
Bildschirme in unterschiedlichen Größen spielen beim neuen Bedienkonzept des Audi A7 Sportback eine zentrale Rolle. (Foto: Dr. Ian Kuah)

Die elektrische Servolenkung ist direkt und reaktionsschnell, und dank der Hinterradlenkung können Sie fühlen, wie sich der A7 von der Geradeausfahrt wegbewegt, sobald Sie am Lenkrad drehen. Aber diese Agilität ist keineswegs nervös, denn das Auto zeigte eine felsenfeste Stabilität, wenn es durch langgezogene Kurven in den Gebirgspass gescheucht wurde.

In der Stadt liefert die Luftfederung im Komfort-Modus eine komfortable Performance, aber sobald Sie auf hügeligen Straßen schneller fahren, verliert er etwas an Präzision. Der Auto-Modus bietet eine gute Balance zwischen dem Komfort- und dem Dynamik-Modus, die sich je nach den vorherrschenden Straßenbedingungen mal mehr und mal weniger bewährten. Deshalb habe ich „Komfort“ als Standardeinstellung verwendet.

Audi A7 Sportback mit Advanced 3D Sound System
Die Tür-Bässe des B&O 3D Surround Systems tragen nicht nur schicke Blenden. Auch hinter der Verkleidung wurde Aufwand betrieben: Die Lautsprecher haben im Audi A7 eigene Gehäuse (Foto: Dr. Ian Kuah)

Fahrwerksingenieur Carsten Jablonowski erklärte, dass sich das Luftfederungssystem des Audi A7 Sportback aus Platzgründen von dem im A8 unterscheidet: „Wir verwenden beim A8 eine konzentrische Luftfeder und ein aktives Dämpfersystem, denn wenn alle vertikalen Kräfte in einer Ebene liegen, wird die Reibung des Systems minimiert, was sich positiv auf die Fahrqualität auswirkt.

Dieses Design nimmt jedoch mehr Platz in der Höhe ein und ist daher für einen Kombi oder Fließheck wie den A7, wo der Laderaum knapp ist, ungeeignet“, so Jablonowski. „Daher trennen wir beim A7-System die Luftfeder und den aktiven Dämpfer auf und nehmen die zusätzlichen Reibungs- und Querkräfte, die auf den hinteren Hilfsrahmen wirken, auf, wenn sich die Federung durch ihren Betriebsbereich bewegt.“ Das funktionierte meines Erachtens extrem gut und sollte bei künftigen A7-Besitzern keinen Anlass zur Beschwerde geben.

Der 3.0-Liter-V6-Turbodiesel erwies sich aufgrund seiner satten Drehmomentkurve als meine bevorzugte Wahl. Mit 286 PS von 3.500 bis 4.000 U/min und mit 620 Nm Drehmoment von 2.250 bis 3.000 U/min., fühlt es sich müheloser an als mit dem 3.0 Liter TFSI V6 Benzinmotor mit 340 PS von 5.000 bis 6.400 U/min und mit 500 Nm Drehmoment von 1.370 bis 4.500 U/min.

In diesem Sinne sind die überragenden Ergebnisse des TFSI akademisch. Die Stoppuhr sagt zwar, dass der 3.0 TFSI schneller auf 100 km/h ist – mit 5,3 Sek. gegen 5,7 Sek. Aber er muss auch relativ härter gedreht werden, um ähnliche Beschleunigung zu erreichen und ist so die weniger entspannte Lösung.

Dieser Eindruck ist relativ – beide Modelle sind im täglichen Fahrbetrieb schnell und raffiniert, obwohl es keinen Zweifel gibt, dass der Diesel weniger Kraftstoff schluckt. Wenn Audi Drive Select auf Economy eingestellt ist, verfügt der A7 über einen „Segel“-Modus, in dem das Getriebe den Motor abkoppelt und auf Leerlaufdrehzahl zurücksetzt, um Kraftstoff zu sparen.

Audi A7 Sportback mit Advanced 3D Sound System
Die Rückansicht des neuen Audi A7 Sportback hat sich im Vergleich zum Vorgänger am deutlichsten verändert. Das liegt vor allem am durchgehenden Leuchtband (Foto: Dr. Ian Kuah)

Automatikgetriebe sind auf der ganzen Linie Standard, der Diesel-V6 ist gepaart mit dem Achtgang-Automatikgetriebe Tiptronic von ZF, während das von Audi gefertigte S-Tronic-Doppelkupplungsgetriebe die Leistung des Benziners 55 TFSI auf alle vier Räder überträgt.

Der Grund dafür ist einfach die niedrigere Drehmomentgrenze des S-Tronic-Getriebes. Beide Getriebe sind reaktionsschnell und sanft im Betrieb, lassen sich schnell entweder im dynamischen Modus oder mit den Schaltpaddeln verwenden.

Der Audi A7 Sportback war schon immer ein Objekt der Begierde. Mit seiner modernen Telematik und weiteren unterstützenden Technologien, mit S7- und RS7-Versionen auf dem Weg, dürfte der neueste Audi A7 das Auto sein, auf das viele gewartet haben.

Mehr Raum für Klang im Audi A7 Sportback dank B&O 3D Advanced Sound System

Das Einsteiger-Audiosystem für den A7 Sportback ist auch von Bang & Olufsen und heißt Premium Sound System, aber da Audi alle Aspekte seiner State-of-the-Art-Technologie zeigen wollte, wurden unsere Testwagen mit dem Top-of-the-Top ausgestattet, also mit dem B&O Advanced 3D Sound System.

Mit 19 Lautsprechern und 1.820 Watt aus einem Class-D-Endverstärker sollen die gemeinsam mit Fraunhofer entwickelten Symphoria-Algorithmen des 3D Advanced Sound Systems auch den Fondpassagieren ein wunderbar realistisches Klangerlebnis bieten. Laut einem Audi-Ingenieur, mit dem ich gesprochen habe, hat B&O mehr als 400 Stunden damit verbracht, das System zu optimieren.

Auf alle Audiofunktionen kann man über den Infotainment-Hauptbildschirm zugreifen. Außerdem verfügt das System über einen Movie-Modus – eine Surround-Sound-Einstellung, mit der die Passagiere beim Abspielen einer DVD oder Blu-ray über die Videobildschirme auch den Mehrkanal-Soundtrack genießen können.

Wenn das System aktiviert wird, erheben sich die markanten Acoustic-Lens-Hochtöner aus den Ecken des Armaturenbretts. Ein konventioneller Kalotten-Hochtöner und ein kleiner Mitteltöner sitzen Seite an Seite auf dem Armaturenbrett und bilden den Center-Kanal.

Die Positionen der anderen Lautsprecher, einschließlich der sechs kleinen Overhead-Lautsprecher, welche Signale zur Generierung der 3D-Bildgebung liefern, sind in der Schnittzeichnung deutlich zu sehen.

Die türmontierten Mid-Range-Treiber, die Tieftöner und der Kofferraum-Subwoofer haben alle ihre eigenen Gehäuse, deren Größe und Position exakt berechnet wurde, um die beste Treiberleistung zu erzielen. Diese Gehäuse bieten Schutz vor Staub und Wasser, helfen aber vor allem, die Lautsprecher von den Vibrationen der Karosse zu entkoppeln.

Audi A7 Sportback mit Advanced 3D Sound System
Das B&O Advanced 3D Sound System im neuen Audi A7 Sportback hat 19 Lautsprecher, angetrieben von 1.820 Watt aus einem Class-D-Endverstärker (Foto: Audi)

Für diejenigen, die sich der Unternehmensstruktur nicht bewusst sind: Bang & Olufsen Automotive wurde im Mai 2015 von Harman International Industries übernommen. B&O konzentriert sich nun auf ihr Kerngeschäft mit audiovisuellen Lifestyle-Geräten für den Wohnbereich. Im November 2016 wurde Harman eine Tochtergesellschaft von Samsung Electronics.

B&O profitiert von der großen Erfahrung und Tiefe dieser viel größeren Organisation, ganz zu schweigen von Vorteilen beim Einkauf der benötigten Komponenten und damit von höherer Rentabilität.

Als Tester höre ich die massive Verbesserung der neuesten B&O-High-End-Systeme gegenüber denen von vor vier oder fünf Jahren, die ich für zu vordergründiges HiFi gehalten habe und denen es an zurückhaltender Musikalität mangelt.

Fahrstuhlmusik im Erd-Geschoss

Eines der Probleme, die ich mit den Musik-Auto-Herstellern habe, ist die Tatsache, dass sie die Festplatten ihrer Testautos oft mit Mainstream-Kaugummi-Musik laden, die nicht besonders gut aufgenommen wurde. Eine solche Auswahl ist gänzlich ungeeignet, die Stärken eines transparenten und dynamischen Audio-Systems zur Geltung zu bringen.

Glücklicherweise hat der neue A7 noch einen CD/DVD-Player im Handschuhfach. Also holte ich meine bewährte Test-CD heraus und prüfte das B&O-System auf Herz und Nieren. Leider hatte ich keine Blu-ray-Filme dabei, die durch das System hätten laufen können, sodass ein Test des Movie-Modus auf einen anderen Tag warten muss.

Die ersten klanglichen Eindrücke zeugten von einem offenen und dynamischen System mit einer Musikalität, die in die Füße geht. Dieses B&O 3D Advanced Sound System hat eine Menge Punch, wenn man es hochdreht und klingt vom Fahrersitz gut. Auf der Rückbank klingt es auch nicht übel, aber Sie können den Subwoofer direkt hinter Ihnen spüren.

So gut wie dieses System insgesamt herüberkommt, fand ich trotzdem wieder einmal, dass die B&O Acoustic Lens Hochtöner ein etwas härteres, aggressiveres Klangbild produzieren, als ich wirklich in einem Auto mag; über längere Fahr- und Hördistanzen ermüdet mich das. In dieser Hinsicht sind die von Burmester im Porsche Panamera und Porsche Cayman eingesetzten, luftiger und müheloser spielenden AMT- (Air Motion Transformer-) Hochtöner für mich immer noch der Maßstab der Branche.

Schon gefahren: Audi A7 Sportback mit Advanced 3D Sound System
Audi gelang es beim neuen A7, Vertrautes neu zu interpretieren (Foto: Dr. Ian Kuah)

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