Wir waren wie üblich dicht dran: Über ein Vorserien-Gerät des SIM2 UltraNero4 Highend-DLP-Projektor hatte LowBeats bereits berichtet. Nun ist das neue Topmodell des italienischen Herstellers in Serie verfügbar – und wurde beim Heimkino- und Akustik-Spezialisten RTFS in Wörrstadt (nahe Mainz) beeindruckend demonstriert. Dafür hatte RTFS ein ganztägiges Event organisiert, bei dem sich Interessenten hautnah von den herausragend guten Eigenschaften des neuen SIM überzeugen konnten.

RTFS dürfte LowBeats Lesern längst ein Begriff sein. Firmenchef Farshid Shahlawandian hat mit seiner Firma nicht nur die Hörräume von LowBeats in München und Worms akustisch optimiert, sondern auch Firmen wie Yamaha, Elac oder Audio Trade mit RTFS-optimierten Räumen zu gleichermaßen schönen wie akustisch behaglichen Lösung verholfen. Doch das Steckenpferd von Shahlawandian sind private Heimkinos: Da hat er längst unzählige Projekt umgesetzt – von der schwarzen Höhle bis zur unauffälligen Designer-Lösung in Denkmal-geschützter Wohnumgebung. Bei RTFS gibt es allein 2 Showrooms („Kinos“), bei dem Kino 1 unter anderem ein komplettes Ascendo 11.1.6 Lautsprecherset inkl. Infrasonic Subwoofer beherbergt.
Aktuell baut Shahlawandian ein noch größeres Demokino als Raum-im-Raum bei RTFS in Wörrstadt. Dort hängt bereits die 4,8m breite Leinwand im geschwärzten Quader, die nahezu perfekt ist, um lichtstarke Projektoren zu demonstrieren. Das hat sich auch bis zu Screen-Professional-Chef Ralf Lulay herumgesprochen. Lulay vertreibt in Deutschland die SIM2 Projektoren und ist immer auf der Suche nach idealen Bedingungen. Also verabredete man sich: Der SIM2 UltraNero4 kam nach Wörrstadt.
SIM2 UltraNero4: Satt schwarze Bilder
Zur Erinnerung: Der SIM2 UltraNero4 liefert brutto bis 7.000 Lumen Lichtleistung und bietet ein fantastisch scharfes Objektiv mit riesigem Zoom und Shiftbereich. Ergebnis auf der riesigen Leinwand: runde 100Nit Helligkeit. Das ist strahlend hell und damit auch perfekt für HDR-Wiedergabe. Aufmerksame Leser werden den Lumagen Radiance Pro (über dem Projektor) auf dem Foto oben bemerkt haben. Der kam für die Demonstration aber nur mit seinem HDR-Tonemapping zum Einsatz. Die Kombination mit SDR und HDR Filmen jedenfalls war fantastisch. Auch die integrierte adaptive HDR-Signalverarbeitung des SIM2 arbeitet wirklich gut.

Für alle DLP-Projektoren ist die Darstellung dunkler Bildinhalte und Schwarz stets schwierig. Doch mit den Filmsequenzen, die ich während des Events sehen durfte, sah alles richtig gut aus. Es lief unter anderem die UHD-Blu-ray von Luc Bessons „Lucy“, mit der der SIM2 beeindruckend satt-schwarze Bilder darstellen konnte. Der Trick liegt hier in einem sehr weiträumig und dabei unauffällig regelndem „Dynamic Black“, das durch adaptives Dimmen und Anpassung des Gamma jeweils nur so viel mit seinen Lasern Licht erzeugt, wie real gerade für die Szene gebraucht wird. Dadurch wird das Schwarz so tief wie möglich. Das Konzept funktioniert bestens. Der In-Bild-Kontrast liegt mit Werten über 700:1 ohnehin außerhalb jeder Kritik und letztendlich ist er ja für die subjektive Bildschärfe relevant. Prinzipbedingt wirken 1-Chip-DLP wie der im UltraNero4 verwendete immer etwas schärfer als 3-Chip-Projektoren. Doch nur, wenn die Lightengine Streulicht vermeidet und vor allem das Objektiv den gegebenen Detailkontrast auch bis auf die Leinwand bringt, ist das sichtbare Ergebnis derart knackig scharf wie in diesem Falle des SIM2 UltraNero4.
DLP kann auch 3D
Noch etwas können DLP-Projektoren prinzipbedingt besser als ihre LCD-Mitbewerber: nämlich 3D. Vorausgesetzt natürlich, dass der Hersteller diese Funktion überhaupt integriert. Doch bei SIM2 legt man immer noch besonders großen Wert auf beste 3D-Darstellung. So lassen sich beispielsweise DLP Link-Brillen genauso verwenden wie die gängigeren Modelle mit Funk-Steuerung. Und damit nichts flimmert – gemeinhin ein fast unvermeidbares Problem bei 3D-Projektion – wirft der UltraNero4 gleich 120 Bilder pro Sekunde auf die Leinwand. Die hohe Frequenz gepaart mit der Helligkeit ergab eine selten erlebte Plastizität und Ruhe in der 3D-Darstellung, die mich (und alle anderen Zuschauer ebenfalls) verblüfft haben.
Natürlich fanden auch Demonstrationen im „kleinen“ Kino 1 statt. Das ist voll ausgebaut und ringsum mit Ascendo Coax-Lautsprechern und Subwoofern bis 32-Zoll (82cm!) Membrandurchmesser ausgestattet. In Kombination mit Trinnov Altitude Prozessor arbeitet das Kino akustisch sauber und dynamisch ungebremst bis weit unter die 20 Hertz Marke im Infraschall. Als Bildquelle dient hier der DLP-Projektor Barco Bragi, den wir, als er brandneu war, auch bei LowBeats im Test hatten.

Ein Besuch bei RTFS lohnt sich immer. Farshid Shahlawandian macht das Thema Heimkino und Highend-Audio eben aus Leidenschaft. Und dank eigener Schreinerei und Lackiererei kann RTFS auch Projekte und Lösungen umsetzen, die die wenigsten Mitbewerber realisieren können. Ambitionierte Heimkinofans sollten in jedem Fall einen Termin vereinbaren. Von künftigen Veranstaltungen erfährt man am ehesten bei Facebook unter Dreamtheaters.
Weitere Infos zum SIM2 UltraNero4 gibt’s bei Screen Professional GmbH.





