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Test Aktivmonitore Genelec 1238A + Subwoofer 7380A – Trio Grande

Wie gut LSE funktioniert, zeigte sich in der Praxis. Tatsächlich gingen wir während der gesamten Hörtestphase davon aus, dass es sich beim Genelec 7380A um einen Subwoofer im geschlossenen Gehäuse handelt.

Typische Bassreflex-Artefakte wie Strömungsgeräusche oder zum Dröhnen neigender Kistenklang waren ihm nämlich völlig fremd.

Genelec 7380A Terminal
Der Genelec 7380A verfügt über umfangreiche analoge und digitale Anschlussmöglichkeiten. Er besitzt zudem ein vollständiges Bassmanagement (Foto: R. Vogt)

Ein weiteres Highlight beim Genelec 7380A ist sein äußerst opulentes Bassmanagement. Die Grundausstattung erlaubt analoges Einbinden in 2.1- oder 7.1-Mehrkanalsysteme oder auf digitalem Wege nach AES-3-Standard in 2.1-Kanal-Anlagen. Per Erweiterungsset 9301A kann man den Genelec 7380A jedoch auch digital mit Mehrkanalsystemen verbinden.

Als ordentliches Mitglied der „Smart Active Monitor“ (SAM)-Lautsprecherfamilie lässt sich der Genelec 7380A ebenfalls über die GLM-Software konfigurieren und an die mitspielenden Monitore anpassen. Alternativ ist das komplette Setup aber auch direkt am 7380A über entsprechende DIP-Schalter durchführbar.

Genelec 1238A und 7380A – das Trio im Hörtest

Von einem HiFi-Lautsprecher werden im Wesentlichen drei Eigenschaften erwartet. Zu allererst mal muss er natürlich überzeugend „klingen“ – und das bei jedweder Art von Musik (was immer das für seinen Besitzer auch bedeuten mag).

Außerdem sollte er sich möglichst gut ins heimische Wohnumfeld einfügen – und das auf optische und akustische Weise gleichermaßen.

Bei einem professionellen Abhörmonitor hingegen liegt die Gewichtung anders. Sein optisches Erscheinungsbild steht definitiv nicht im Vordergrund, während man im Tonstudio ohnehin eine halbwegs gute akustische Umgebung voraussetzen kann.

Auch ein möglichst beeindruckendes Hörerlebnis steht nicht im Pflichtenheft. Vielmehr sollte das Gehörte möglichst exakt dem zu bearbeitenden Tonmaterial entsprechen – egal, ob man gerade aufnimmt oder einen Mastermix macht. Das überzeugende Musikerlebnis stellt sich dann ganz von selbst ein.

Genelec Speaker Setup with GLM
Lautsprecher-Setup mit dem Genelec Loudspeaker Manager: LowBeats-Toningenieur Jürgen Schröder beim Einmessen des Genelec-Trios im LowBeats Testkino. Das optimale Klangbild ergab eine Woofer-Trennfrequenz von 50 Hz (Foto: R. Vogt)

Genau das passierte denn auch im Hörtest mit dem finnischen Trio, bestehend aus zwei Genelec 1238A plus Subwoofer Genelec 7380A. Denn bei aller geforderten tonalen Neutralität und akkurater Raumabbildung war es durchaus in der Lage, neue klangliche Welten zu erschließen.

Hier war es zunächst mal die absolute Lässigkeit, mit der das Set auch bei gehobenen Lautstärken authentisch „große“ Klangbilder erzeugen konnte. Und das betraf keineswegs nur deren räumliche Ausdehnung und dreidimensionale Staffelung.

Denn das Trio schöpfte seine akustische Überzeugungskraft ebenso aus exzellenten, dynamischen Eigenschaften nach dem Motto: Nicht nur laut, sondern auch absolut sauber.

Das lässt sich sogar in Zahlen ausdrücken: Bei einem Schalldruckpegel von 100 dBspl fällt der dominante Klirrfaktor (k3) selbst bei sehr tiefen Frequenzen um 30 Hertz nicht größer aus als 2 Prozent. Von solchen Werten können die meisten HiFi-Lautsprecher nur träumen.

Greifbarer an einem Musikbeispiel ausgedrückt, klingt das so: Noch niemals vorher habe ich die vier ultratiefen 27-Hertz-Paukenschläge im Intro von Human Range auf Nils Frahms Album All Melody so tief herabreichend und authentisch ausschwingend vernommen – das muss man wirklich hören, um es zu glauben.

Typisch für Direktschall betonende Lautsprecher, bauten auch die Genelec 1238A die akustische Bühne dem Hörplatz zugewandt vor der Lautsprecherbasis auf.

Das tat ihrer dreidimensionalen Darstellung jedoch keinen Abbruch – mit dem Unterschied, dass sich die Raumtiefe eben nicht wie bei vielen HiFi-Lautsprechern vorzugsweise hinter der Basis entwickelte.

Natürlich prägt eine solche Abstimmung auch den Klangcharakter, weil die Diffusschallanteile aus dem Raum weniger hörbar sind. So tendieren die Genelec 1238A klanglich denn auch eher in Richtung trocken, direkt und konturenscharf als weiträumig-luftig und weichzeichnend.

Für den HiFi-Fan dürfte das eine reine Geschmacksfrage sein. Tonschaffende, die an Studiomonitore mit breitwinklig abstrahlenden Kalottenhochtönern (beispielsweise den ME Geithain RL 901K) gewohnt sind, werden mit den Genelec 1238A beim Aufnehmen möglicherweise einen größeren Mikrofonabstand als bisher wählen, um eine ähnliche Direkt-Diffusschallbalance zu erzielen.

Einen Subwoofer an ohnehin Tiefton-starke Monitore wie die Genelec 1238A anzukoppeln, ermöglicht einen weiten Spielraum zur Wahl der Übernahmefrequenz. Nach einigen Versuchen entschieden wir uns beim Genelec-Trio auf 50 Hertz. Das nachfolgende YouTube-Video dokumentiert den klanglichen Einfluss anhand zweier unterschiedlicher Grenzfrequenzen 85 und 50 Hz. (Binaurale Tonaufnahme – bitte mit Kopfhörern hören.)

Genelec 1238A und 7380A – Fazit

Die 2.1-Kombination Genelec 1238A plus Subwoofer Genelec 7380A ist eine durch und durch professionelle Lösung für alle im Tonstudio anfallenden Aufgabenbereiche.

In klanglicher Hinsicht ist sie zweifellos auch für ambitionierte HiFi-Anwender oder Home-Cineasten interessant. Jedoch dürfte das Trio in übliche Wohnräume schon allein wegen seiner stattlichen Abmessungen nicht ganz einfach zu integrieren sein.

Mit seiner Einbindung in die „Smart Active Monitor“(S.A.M)-Familie stellt der Genelec 1283A die konsequente Weiterentwicklung des bewährten Studio-Standards 1038A und B dar.

Umständliches Einstellen von Ortsanpassungsfiltern kann dadurch entfallen. Denn dies lässt sich mit dem optional erhältlichen Genelec-GLM-Kit nunmehr automatisch und zudem genauer erledigen.

Der gewaltige Subwoofer Genelec 7830A überzeugt zunächst mal klanglich mit ultratiefer und zudem extrem sauberer Basswiedergabe. Ebenfalls zur S.A.M-Familie gehörend, lässt auch er sich via GLM-Kit in ein vorhandenes Monitor-Setup integrieren und klanglich optimal anpassen.

Darüber hinaus verfügt der Genelec 7380A über reichhaltige analoge wie digitale Anschlussmöglichkeiten. Da er bereits ein umfangreiches Bassmanagement mitbringt, ist somit auch ein autarker Betrieb in Kombination mit Monitoren anderer Hersteller möglich.

Auch wenn die Monitore Genelec 1238A bereits nativ eine sehr gute Tieftonwiedergabe ermöglichen, ist die Ergänzung mit dem Subwoofer Genelec 7380 keineswegs übertrieben.

So reicht die Kombination im Bassbereich eine ganze Oktave tiefer, was bei kritischem Musikprogramm oder zum Entlarven tieffrequenter Störgeräusche beim Aufnehmen sehr nützlich ist. Darüber hinaus schafft das Mehr an Membranfläche und Verstärkerleistung zusätzliche Dynamikreserven im Bassbereich.

Mehr von Genelec:
Test Aktivlautsprecher Genelec 8331 A mit GLM-Software

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Genelec 1238A
2018/09
Test-Ergebnis: 4,6
Überragend
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Sehr ausgeglichener, unaufdringlicher Klangcharakter
Präzise Raumabbildung
Immense Dynamik
Horizontaler Betrieb möglich
Genelec 7380A
2018/09
Test-Ergebnis: 4,6
Überragend
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Tief herabreichende, sehr saubere Basswiedergabe
Sehr pegelfest
Vielfältige Anschlussmöglichkeiten
Umfangreiches Bassmanagement

Vertrieb:
Audio Export Georg Neumann & Co. GmbH
Pfaffenstraße 25
74078 Heilbronn / Deutschland
Telefon: 07131 26360
E-Mail: info@audioexport.de
www.audioexport.de

Preise (Hersteller-Empfehlung)
Genelec 1238A: ca. 5.990 Euro (Stückpreis)
Genelec 7380A: ca. 5.425 Euro
Genelec Loudspeaker Manager (GLM) Kit: ca. 500 Euro