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Test Beyerdynamic Aventho wireless: mobiler BT HiFi-Kopfhörer

Und damit der Mobil-Macher draußen nicht friert und sich schützend einkuscheln kann, liegt ein adrettes graues Stofftäschchen mit Innenfach für Kabel & Co bei: ein 3,5-Millimeter-Klinkenkabel sowie ein Ladekabel (USB-A auf USB-C) sind an Bord.

Saft holt sich der Aventho wireless nämlich über diese Strippe direkt vom Computer oder von einem mobilen Akku. Laut Beyerdynamic soll der vollgeladene Saft-Speicher im Kopfhörer bis zu 30 Stunden Musikgenuss garantieren.

Beyerdynamic Aventho wireless Treiber
Die 40 Millimeter großen Breitbandtreiber sind von einem Ohr-freundlichen Flies verdeckt Foto: C. Dick)

Neben der Software zählt natürlich auch die Hardware. Die kleinen Muscheln des geschlossenen On Ear Hörers und das Kopfband sind mit superweichem Kunstleder ausstaffiert, was entsprechend sanften Druck nach sich zieht, der den Avantho wireless stabil, aber mit nicht störendem Sitz auf dem Kopf währen lässt.

Dennoch könnte für längere Sessions etwas weniger Seitendruck nicht schaden. Bügel und Verankerungen sind aus dezent schimmerndem Metall, die Muscheln aus Kunststoff, alles wirkt haptisch fein, sauber und wertig verarbeitet.

Beyerdynamic Aventho wireless Arretierung
Hier merkt man den Profi: die Kopf-Einstellung ist solide ausgeführt; der Hörer drückt nirgends, könnte aber etwas mehr Druck haben (Foto: C. Dick)

Das Design wählten die Beyerdynamicer klassisch – das Leichtgewicht von nicht mal einem halben Pfund sieht aus, wie ein Kopfhörer schon vor Jahren aussah. Das wirkt sympathisch, so beamt man Retro-Design in die Zukunft, zumal die Farbvarianten schwarz und braun das Outfit stylisch abrunden.

Die niedrigen 32 Ohm Impedanz prädestinieren den dynamischen Hörer fürs mobile Vergnügen an Abspielgeräten wie Smartphones, die per se meist schwach auf der Verstärker-Brust sind.

Was der Beyerdynamic Aventho wireless in der Praxis mit seiner großen Bandbreite  (der Frequenzgang läuft bis über 30.000 Hz) und seinem hauseigenen „Tesla“-Antrieb klanglich macht, zeigt der Hörtest.

Beyerdynamic Aventho wireless: Klang und das Fazit

Cover Art Anna Ternheim All The Way To Rio
Anna Ternheim All The Way To Rio (Cover: Amazon)

Zunächst wurde der Aventho wireless ohne vorherige Einmessung mit dem beiliegenden 3-5-Millimeter-Klinkenkabel ans Smartphone ganz einfach mit einem Klick verstöpselt.

Den Auftakt machte das – passend zum Aventho-Outfit – Retro-Indie-Duo „Courtney Barnett & Kurt Vile. Ihr Song „Over Everything“ vom prima Album Lotta Sea Lice, ganz in der adaptierten Tradition von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood, tönte ausgewogen, basstüchtig, feindynamisch und mit ausdrucksstarken Stimmen.

Durchaus beeindruckend für so einen smarten Kopfhörer. Wenn gewünscht, spielt er übrigens auch ganz schön zackig laut, ohne zu zerren oder zu nerven.

Fantastisch, wie dann die Schwedin Anna Ternheim (siehe auch CD der KW 48) und ihre Musikerfreundinnen Ane Brun, First Aid Kit & Co den Akustik-Folk-Song „Summer Rain“ intonierten – mit tollem Raumgefühl, nuancenreich und schön aufgefächerten, farbechten Stimmen.

Bei „Man On The Moon“ von den Alternative-Rockern R.E.M. inszenierte der Aventho wireless Michael Stipes Stimme ausdrucksstark, mit feinem Raum und druckvollem Bass.

Ob das leinenlos via Bluetooth auch so formidabel abging? Es ging. Ob R.E.M., Anna Ternheim, Tom Petty oder das Freiburger Barockorchester mit dem 1. Brandenburgischem Konzert in F-Dur (BWV 1046) aus dem Spiegelsaal von Schloss Köthen: Der Aventho wireless verlieh dem Musikgeschehen einen strahlenden Klangkörper, Wärme und Seidigkeit nebst druckvollem Bass und feiner Auflösung.

Seine drahtlosen Fähigkeiten standen somit dem Kabelbetrieb, wenn überhaupt, nur in Nuancen nach. Damit macht er prima klingenden Drahtlos-Kollegen wie dem Beoplay H8 oder dem AKG N90Q mächtig Konkurrenz – und zwar mindestens auf Augenhöhe.

Ob sich diese Performance noch steigern ließ mit dem individuellen Einmessprogramm? Auch diese Frage ging mit einem Ja aus dem Hörtest.

Die Software „bügelte“ hier und da minimal auftretende Höhen-Spitzen wie minimalst scharfe S-Laute (Man On The Moon“) wunderbar sanft weg; das Klangbild gewann insgesamt an noch größerer Stimmigkeit und Souveränität und setzte dem „Normal“-Betrieb ein kleines Glanzlicht auf.

Damit spielt der Beyerdynamic Aventho wireless ganz klar in der ersten Liga mobiler Bluetooth-HiFi-Kopfhörer.

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Im Beitrag erwähnt:
Interview mit Jan Plogsties vom Fraunhofer IIS Erlangen

Beyerdynamic Aventho wireless
2017/12
Test-Ergebnis: 4,5
Überragend
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Dynamisches, plastisches Klangbild
Hoher Tragekomfort
Robuste Mechanik und herausragende Verarbeitung
Prädestinert für die MIY-App

Vertrieb:
beyerdynamic GmbH & Co. KG
Theresienstr. 8
74072 Heilbronn
www.beyerdynamic.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Beyerdynamic Aventho wireless: 449 Euro