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Startbild Bluesound NODE NANO
Bluesound hat mit dem NODE NANO (349 Euro) eine exzellente Lösung im Angebot, um vorhandene Anlagen um Streaming zu ergänzen (Foto: Bluesound)

Test Bluesound NODE NANO – Go streaming!

Mit dem Node Icon hat Bluesound kürzlich im LowBeats-Test die Qualitäten seines neuesten Streaming-DAC-Vorverstärkers unter Beweis gestellt, der sich preislich zwischen den Konkurrenten Cambridge Audio CXN100 und eversolo DMP-A6 Master Edition einordnet. Mit seinem eigenständigen, zurückhaltenden Design, der ausgereiften BluOS-Software und gutem Bedienkomfort ist er dort bestens platziert. Nun hatten wir Gelegenheit, auch den kleinsten Vertreter der neuesten Generation auszuprobieren. Der Bluesound NODE NANO, den wir hier vorgestellt hatten, entpuppt sich als exzellente Wahl, um vorhandene Anlagen für kleines Geld fit fürs Musikstreaming zu machen.

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Der Bluesound NODE NANO hat kein Display, aber ein paar Touch-Elemente zur Steuerung an der abgeschrägten Front. Wen die Leuchten stören, der kann sie in der App auch deaktivieren (Foto: F. Borowski)

Das Besondere am Bluesound NODE NANO …

… ist ganz schnell erklärt: Er erbt sämtliche Streamingfähigkeiten seiner größeren Geschwister, hat auch einen DAC, konzentriert sich aber im Wesentlichen darauf, vorhandene Musikanlagen auf möglichst einfache Weise um Streaming zu erweitern. Dafür besitzt der Nano, der etwa so groß wie drei übereinander gestapelte CD-Hüllen ist und nur 569 Gramm wiegt, nur die wichtigsten Anschlüsse.

Eingangsseitig ist das Ethernet per LAN-Kabel und WLAN für die Verbindung mit dem heimischen Netzwerk und dem Internet, dazu Bluetooth (empfangen und senden) und AirPlay für Apple-Devices. An Ausgängen beschränkt sich der Nano auf einen analogen Cinch-Ausgang sowie Toslink und Coax-Digitalausgang. Dank abschaltbarer, digitaler Lautstärkeregelung kann er auch als „Vorverstärker“ dienen und an Aktivlautsprecher oder Endstufen angeschlossen werden.

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Der Bluesound NODE NANO eignet sich ideal zur Aufrüstung vorhandener Anlagen – hier zum Beispiel der Vollverstärker Creek 4040 A (Foto: F. Borowski)

Dank seines ausgereiften BluOS-Betriebssystems und der seit vielen Jahren gepflegten Bluesound-App ist das Streaming-Ökosystem der Kanadier heute auf einem sehr hohen Niveau, das mit den Besten auf diesem Gebiet mitspielen kann. Die Einrichtung des Gerätes ist kinderleicht, die App im Nullkommanix erlernt.

Die Hardware ist entsprechend ihres Einsatzzwecks und des Preises (349 Euro) auf das Wesentlichste beschränkt. So verfügt der NANO nur über einen „Einsteiger“-DAC vom Typ ESS ES9039Q2M SABRE und verzichtet auf Komfort-Features, wie ein großes Touch-Display oder auch eine Fernbedienung – letztere kann bei Bedarf aber optional erworben werden.

Zur Steuerung kommt primär die Bluesound-App zum Einsatz, oder auch andere Apps, wie Tidal oder Spotify, dank Connect-Unterstützung. Mit dem noch recht neuen Qobuz Connect ist Bluesound derzeit leider noch nicht kompatibel. Aber dafür ist der NANO Roon Ready. Darüber hinaus werden zahllose andere Musikstreamingdienste unterstützt. Über ein paar berührungsempfindliche Steuerelemente an der abgeschrägten Front kann auf die wichtigsten Funktionen zur Musiksteuerung zugegriffen werden.

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Hier ein paar iPhone-Screenshots aus der Bluesound-App… (Screenshot: F. Borowski)
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Geräteauswahl. Sind mehrere Bluesounds im Haus, können alle von hier aus zentral gesteuert werden (Screenshot: F. Borowski)
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Der Wiedergabe-Screen (Screenshot: F. Borowski)
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Der Nano vergügt über eine digitale Lautstärkeregelung … (Screenshot: F. Borowski)
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… die sich auch abschalten lässt, wenn der Verstärker das übernehmen soll (Screenshot: F. Borowski)
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Viele Musikdienste werden unterstützt (Screenshot: F. Borowski)
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Die meistbenutzten Quellen können übersichtlich angeordnet werden (Screenshot: F. Borowski)
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In der Praxis

Wie schon angedeutet, ist die Installation und Inbetriebnahme Bluesound-typisch auch mit dem NANO sehr einfach und selbsterklärend. Nach Verbindung mit dem Netzwerk per LAN-Kabel oder WLAN sind es nur noch wenige Schritte bis zum Betrieb. Einmal eingerichtet kann der NANO zur Not auch unsichtbar in einem Schrank verschwinden. Ein extra IR-Port für Infrarotempfänger ist vorhanden, sodass er bei versteckter Installation per IR-Remote bedient werden kann. Aber er ist so klein und unauffällig, dass er in einem Rack voller schicker HiFi-Klassiker kaum auffallen dürfte. 

Ein interessanter Punkt ist die Stromversorgung. Die erfolgt nämlich über USB-C. Ein externes Steckernetzteil einfacher Machart wird mitgeliefert, doch der NANO kann beispielsweise auch per USB von einem Mac oder PC gespeist werden. Oder wie in meinem Test, durch Anschluss an den USB-C-Hub des Apple Studio Display. So kann das Netzteil in der Schachtel bleiben.

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Digitale und analoge Ausgänge, sowie Trigger-Ports zur Ferneinschaltung anderer Geräte (Foto: F. Borowski)

Der NANO ist, solange der ihn speisende USB-Port aktiv ist, always on und daher immer im Netzwerk verfügbar. Einen klassischen Standby-Modus oder On/Off-Schalter hat er nicht. Die LEDs an seiner Vorderseite können bei Bedarf abgeschaltet werden, sodass sie in dunkler Umgebung nicht stören. Bei Berührung aktivieren sie sich aber, damit man weiß, wo genau man hin tippen muss.

Schön ist auch, dass der NANO einen Trigger-Ausgang besitzt. Über diese Schaltschnittstelle kann er kompatible Aktivlautsprecher oder Verstärker ferneinschalten. 

Gehört und für gut befunden

Der Hörtest barg keine Überraschungen. Digital mit einem externen DAC verbunden, bestimmt hauptsächlich die Peripherie den Klang. Der NANO bleibt als digitaler Zuspieler stets auf der neutralen Seite und trägt nur wenig zum aktuellen Klanggeschehen bei.

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Der NANO macht seinem Namen Ehre. Ob auf dem Desktop oder im HiFi-Rack: er bleibt stets unauffällig (Foto: F. Borowski)

Etwas anders sieht das über seinen Analogausgang aus. Hier kommt der interne DAC und die analoge Ausgangsstufe zum Tragen, und die haben einen deutlich größeren Klangeinfluss als der digitale Part. Doch ich kann Entwarnung geben. Der NANO macht seiner Preisklasse hier alle Ehre und enttäuscht nicht mit gravierenden klanglichen Abstrichen. Er bleibt stets auf der neutralen Seite und liefert weitgehend natürliche Klangfarben. Dynamisch und auf dem Gebiet feinster Details kann er naturgemäß mit aufwändigeren Ausgangsstufen nicht ganz mithalten. Erwarten Sie also kein High-End über den Analogausgang.

Fazit Bluesound NODE NANO: Streaming für alle!

Der Bluesound NODE NANO macht eine Empfehlung leicht, denn er leistet sich keine Schwächen. Also keinerlei Kritik? Nun, wer nur auf den Preis schaut, wird einwenden, dass beispielsweise ein WiiM Ultra für nur 50 Euro mehr ein wesentlich größeres Ausstattungspaket mit Touch-Display, Fernbedienung, Kopfhörerausgang und noch mehr Anschlüssen bietet. Doch wer nach einer möglichst unauffälligen Lösung zur Aufrüstung der vorhandenen Anlage um ein modernes Streamingsystem sucht, dem passt der kleine Bluesound womöglich besser ins Konzept. Denn: Featuritis ist nicht alles!

Bluesound NODE NANO
2025/02
Test-Ergebnis: 4,4
SEHR GUT
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Viele Streamingoptionen
einfache Einrichtung und Bedienung, inkl. Roon Ready
extrem kompakt und unauffällig
USB-Speisung

Vertrieb:
DALI GmbH
Berliner Ring 89
64625 Bensheim
www.dali.gmbh

Paarpreis (Hersteller-Empfehlung):
Bluesound NODE NANO: 349 Euro

Technische Daten

BLUESOUND NODE NANO
Konzept:Streaming-DAC
Wandler-Bestückung:ESS Sabre ES9039Q2M
Eingänge digital:USB-Media, LAN, WLAN, Bluetooth
Ausgänge digital:Koax, Toslink
Eingänge analog:2x Stereo Cinch
Ausgänge analog:Stereo-Cinch
App / Fernbedienung:BluOS App/IR Remote (optional)
Besonderheiten:Trigger-Ports, USB-Busspeisung
Farben:
Schwarz
Abmessungen (B x H x T):14,3 x 3,6 x 14,3 cm
Gewicht:568 g
Alle technischen Daten
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Autor: Frank Borowski

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LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.