Während der letzten High End 2025 in München stellten die Dänen einen wirklich spannenden Hochleistungs-Subwoofer vor: den Dali SUB V-16 F. Für die Messe hatten die Dänen eigens eine Spezialversion mit Acrylgehäuse aufgebaut, die schon erahnen ließ, dass man Großes vorhat. Und zur ISE im Februar 2026 verkündete Dali, dass der Subwoofer nun sogar nach THX Dominus zertifiziert sei – die anspruchsvollste Norm für große Räume. Kurzum: Wir waren sehr neugierig darauf, was er alles kann…

Für Dali-Verhältnisse ist das Design des neuen Subwoofer-Topmodells recht extravagant und mutig. Ich sage mal so: In der Filmdekoration eines Science-Fiction-Raumschiffs würde er nicht auffallen. Aber verstecken lässt er sich sowieso nicht: 52 × 57,1 × 56 cm (B x H x T) und 55 Kilo Gesamtgewicht ergeben einen stattlichen Brocken. Wie der vor kurzem getestete Ascendo THE16 verwendet er Treiber mit 16 Zoll (40 cm) Durchmesser. Und das frisch erteilte THX-Dominus-Zertifikat dokumentiert noch einmal, wie breitbandig, pegelstark und dabei verzerrungsarm dieser Subwoofer ist. Schauen wir uns das einmal im Detail an.
Bass und mechanische Konstruktion
Am auffälligsten ist sicherlich die Sicke um die Membran, die seltsam „zerknittert“ wirkt. Mittels dieses Kunstgriffs soll das Problem gelöst werden, dass klassische, halbrunde Subwoofer-Sicken („Fleischwurst-Look“) einen variablen Widerstand darstellen. Dieser ist abhängig von der Auslenkung und begrenzt spürbar den linearen Hub, also wie weit und gleichförmig die Membran ein- und ausschwingen kann.

Die komplexe Form der Sicke bietet über einen viel weiteren Bereich stets die gleiche Federkonstante. Das erlaubt einen zentimeterweiten Bereich, bei dem sich die Membranbewegung proportional zur elektrischen Leistung (also dem Musiksignal) verhält. Folglich kann der Bass lauter spielen und ändert seinen Charakter nicht abhängig vom Pegel. Dass die CSS-Sicke nach innen und außen gleichermaßen geprägt ist, soll auch den Mitteldurchgang (Hysterese) symmetrieren und damit vor allem auch bei kleinen Lautstärken den Klang verbessern. In Zahlen: Diese Technik soll einen Hub von stolzen ±35 Millimeter (also = 7 cm!) erlauben.
Eine doppelte Zentrierung soll sicherstellen, dass sich die Membran stets exakt auf Achse bewegt und nicht taumeln kann. Zur Verteilung von Bewegungsmomenten und der mechanischen Last ist das ganze Chassis im Gehäuse mit massiven Metallklammern an der inneren Verstrebung fixiert. Das gleiche gilt sogar für die vier Reflexrohre, die in einer weiteren Gehäuseverstrebung auch an der Rückseite fixiert sind. Im Schnittbild erkennt man auch gut die strömungsoptimierte Form der Rohre. In der Tat konnte ich im Test selbst mit fiesen Testsignalen keine Strömungsgeräusche provozieren.

Clever, und offenbar bei modernen Soundbars abgeschaut, haben die Dänen die Anschlüsse versenkt quer eingebaut. Dadurch lässt sich der so gar nicht kompakte Subwoofer praktisch bis an die Wand schieben und man muss nur etwas Platz für die Kabel lassen: Die Stecker tragen in diesem Fall kaum auf. Von oben gibt es einen Trigger-Ein- und einen durchgeschleiften -Ausgang zur Ferneinschaltung. Die USB-Buchse dient Firmware-Updates. Dann kommen je ein Paar Cinch- und XLR-Eingänge. Die unterste Audiobuchse ist ein symmetrischer Ausgang zu einem – falls vorhanden – weiteren Subwoofer. Hinter der Metallplatte verbirgt sich die Elektronik mit einer Class-D-Endstufe, die 1.500 Watt Dauerleistung bietet und kurzfristig eine Reserve bis 2,5 Kilowatt breithält.

Die Handhabung des Dali SUB V-16 F erfolgt über zwei Tasten, zwei Dreh-Drück-Regler und ein grafisches Matrix-Display. Eine Fernbedienung ist nicht vorgesehen. Die Powertaste wird man im Regelfall gar nicht benötigen, denn man nutzt entweder eine Trigger-Leitung (meine Empfehlung) oder die übliche Automatik, die den Woofer aufweckt, sobald ein Audiosignal geliefert wird.

Der Gain-Regler dient der Lautstärkeeinstellung. Drückt man ihn, schaltet man sich durch die drei fix vor-eingestellten Soundmodi „Music“, „Cinema“ und „Boost“. Dabei ist Music sehr linear, Cinema gibt bei 40–50 Hertz 3 dB für den Extra-Schub bei Soundtracks hinzu und Boost packt oberhalb von 40 Hertz pauschal rund 6 dB drauf, wenn es mal fetzen soll.

Auf der rechten Seite bedienen der Regler und die Return-Taste das Menü im Display. Erster Punkt: Konfiguration der Eingangsbelegung – ob Cinch oder XLR und ob Mono-, Stereo- oder LFE-Modus. LFE entspricht dem Mono-Modus, jedoch ohne Tiefpassfilterung. Dann folgen diverse Filter und Funktionen. Hervorzuheben sind beispielsweise die mehrstufig einstellbare Phase (Allpass-Filter) und zusätzlich ein Delay, um eine wirklich nahtlose Anpassung an die Hauptlautsprecher realisieren zu können.
Wer ein wenig mehr Präzision möchte, kann mittels der vier mitgelieferten Schaumstoff-Korken die Reflexöffnungen abdichten und eine entsprechende Kompensation aktivieren. Es gehen dadurch einige wenige Dezibel an Tiefbassreserve verloren, das ist aber eher ein Luxusproblem. Denn an Schub bleibt selbst bei großen Räumen – plus hoher Lautstärken – gewiss mehr als genug Pegel übrig – Stichwort THX-Dominus-Zertifikat.
Clever gelöst ist die integrierte Kompensation von Raummoden. Genauer gesagt: einer Raummode. Wählt man hier die Frequenzskala an, ertönt ein Sinus gleicher Frequenz. Nun lässt es sich in 2-Hertz-Schrittweite durch die Tonhöhen navigieren. Dabei werden alle dominant stehenden Wellen erwischt. Für die, die am meisten dröhnt, lässt sich mit dieser Einstellung eine Absenkung einstellen. Einerseits ist das ein einfaches Prozedere, das ohne Messmikrofon aber dennoch gut funktioniert. Andererseits liegt die untere Frequenz dieser Funktion mit 40 Hertz doch recht hoch – die Längsmode im „nur“ 30m² großen LowBeats Hörraum liegt bei 24 Hz! Immerhin ist die Absenkung erfreulich breitbandig und die Korrektur ist direkt im Subwoofer möglich. Wer es genauer und flexibler braucht, wird ohnehin mit einem externen System wie Audyssey, Dirac Live oder Trinnov Optimizer das gesamte Setup kalibrieren wollen.

Praktischer Test und Höreindruck
Jeder Subwoofer zeigt seinen eigenen Charakter. Das letzte Mal, dass ich einen Subwoofer von Dali in den Fingern hatte, ist viele Jahre her, aber ich habe ihn in guter Erinnerung. Der kleine 12-Zoll-Würfel überraschte mich mit einer guten Mischung aus sattem, dennoch straffem Sound bei gutem Tiefgang und verblüffenden Pegelreserven. Doch der Dali SUB V-16 F ist natürlich ein ganz anderes Kaliber. Damit er richtig etwas zu schaffen hat, habe ich ihn im Bassmanagement des Marantz AV20 (Test folgt in Kürze) bis 100 Hertz hochlaufen lassen und dann zunächst ohne Raumeinmessung nur auf Pegel und sauberen Phasenübergang eingemessen, um eben den Woofer und nicht die Audyssey-Korrektur zu hören. Das ist im akustisch von RTFS optimierten Hörraum ohne ausgeprägte Moden kein Problem.
Wie erhofft spielte der Däne voluminös und präzise, und er konnte tief unten noch den Staub aus dem Teppich treiben, während er am oberen Ende straffe, kernige Bassdrums lieferte. Wenig Klirr, ein bis in den Kilohertz-Bereich laufender Frequenzgang sowie ein sauberer Phasengang mit entsprechend geringem Group-Delay – der klingt gut, das war schon nach den Messungen klar.
Wie auch der Ascendo THE16 SUB Active Sealed, den wir kürzlich an gleicher Stelle getestet haben, spielte der DALI mit seiner sehr großflächigen, steifen Membran auch bei hohen und sogar sehr hohen Lautstärken mit einer Leichtigkeit und Souveränität, die mit kleinen Subwoofern – selbst mehreren – kaum zu erreichen ist.
Und noch etwas sticht immer wieder heraus, wenn man mit derart sauber und dynamisch spielenden Subwoofern hört: Zum einen entdeckt man im Bass Details und eine Differenziertheit, die fast ungewohnt ist, und das wiederum mindert im Gehör Maskierungen, die es ermöglichen, mehr im Mittel- und Hochton wahrzunehmen. Das gesamte Klangbild gewinnt an Durchzeichnung und Räumlichkeit. Letzteres gilt vor allem für natürliche Aufnahmen in realen Räumen, wie etwa bei Klassikkonzerten. Dazu braucht es allerdings eine pieksaubere Wiedergabe bis deutlich unter die 30-Hertz-Marke. Kein Problem mit dem Dali.
Und was für Musik gilt, ist bei Movie-Soundtracks genauso wichtig, nur dass hier durch den LFE nochmal mehr Pegelreserven gefordert sind. Realistische 122 Dezibel maximalen Schalldrucks geben die Ingenieure an, und es ist immer wieder ein Spaß, wenn man Filme, die in den untersten Registern richtig Gas geben, dynamisch ungebremst genießen kann (tolerante Nachbarn vorausgesetzt).
Für solche Tests schaue ich gerne die Docking-Sequenz aus „Interstellar“ oder das Lightcycle-Race aus „Tron Legacy“ an, bei denen man – nur wenn die Anlage wirklich differenziert und gleichzeitig dynamisch ungebremst spielt – nicht nur die langen, dominanten Basspassagen hört, sondern auch noch die fein differenzierten akustischen Details in der Handlung wahrnimmt und vor allem die Dialoge noch klar versteht. Die schon erklärten psychoakustischen Maskierungen bei wenig differenzierter Basswiedergabe sind in aller Regel das Problem, wenn die Dialoge in der Action untergehen, und nicht, weil sie zu leise sind.
Fazit: Dali SUB V-16 F – ein echter Highend-Subwoofer
Mit 60 Litern Volumen ist der Dali SUB V-16 F kein kleiner Subwoofer mehr, aber für seine Leistung immer noch sehr kompakt. Dank der versenkten Anschlüsse lässt sich der Würfel zudem quasi direkt an die Wand schieben. Trotzdem: Dezent ist er rein optisch nicht, und da er ohne Abdeckung kommt, demonstriert der Däne klar seine dezent futuristische Präsenz. Das innovative Chassis hält klanglich und in Sachen Dynamik, was es schon visuell verspricht: Es spielt ebenso leise wie sehr laut, kommt extrem tief und kann auch brutal laut. Kurzfristige Spitzenwerte bis 2.500 Watt und das vielfach versteifte Gehäuse bieten mechanisch und elektrisch die entsprechende Grundlage.
Die Bedienung und Anschlussvielfalt, gepaart mit dem klaren Bedienkonzept mit nur zwei Tasten, zwei Reglern und einem kontrastreichen Display, erlauben eine sehr feine und weitreichende Anpassung des Dali SUB V-16F an Raum und Lautsprecher. Der Subwoofer liefert auch in größeren Räumen mächtig Druck mit differenziertem Bass bis unter 20 Hertz. Die THX Dominus Zertifizierung bestätigt dies ebenfalls. Das hier ist die perfekte Erweiterung highendiger Lautsprecher um die alleruntersten Oktaven sowie ein solides Fundament für Heimkinos mit gehobener Performance. Mit 5.000 Euro ist der DALI-Subwoofer sicherlich nicht billig. Aber gemessen an dem, was er kann, ist er auch alles andere als teuer.
Dali SUB V-16 F | 2026/03 |
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ÜBERRAGEND | |
Bewertungen
KlangPraxisVerarbeitungGesamt |
| Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse. |
| | Differenzierter, dynamischer Klang |
| | Erstaunlich pegelfest |
| | Flexibel und genau konfigurierbar |
| | THX Dominus zertifiziert |
Vertrieb:
DALI GmbH
Berliner Ring 89
64625 Bensheim
www.dali.gmbh
Preis (Hersteller-Empfehlung):
Dali SUB V-16 F: 5.000 Euro
Die technischen Daten
Dali SUB V-16 F | |
|---|---|
| Technisches Konzept: | Subwoofer, Bassreflex |
| Bestückung: | 16 Zoll (41cm) Tieftöner mit CSS-Sicke |
| Tiefpass-Frequenzen: | 40-200 Hertz |
| Audio-Eingänge: | 2x Cinch, 2x symm. XLR (Konfigurierbar Mono/Stereo, LFE) |
| Audio-Eingänge: | 1x XLR (Follower Out) |
| Maximalleistung (Dauer / kurzfristig): | 1.500/2.500 Watt |
| Ausführungen: | Eschefurnier, schwarz |
| Abmessungen (B x H x T): | 52 x 57,1 x 56 cm |
| Gewicht: | 55 Kilogramm |
| Alle technischen Daten | |
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