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Der speziell für Audio entwickelte Netzwerk-Switch DELA S50 (3.750 Euro) überflügelt im LowBeats-Test alle bisher getesteten Lösungen dieser Art (Fotomontage: LowBeats)

Test DELA S50 Switch – Der Weichensteller für bestmöglichen Streaming-Klang

Kabelgebundene Netzwerkverbindungen in digitalen Audiosystemen haben sich gegenüber drahtlosem WLAN in den meisten Fällen als klanglich überlegen erwiesen. Aber das setzt eine gewisse Sorgfalt bei der Vernetzung und damit verbunden oft einen zusätzlichen Hardware-Aufwand voraus. Speziell für HiFi-Streaming entwickelte Netzwerk-Switches sind eine Konsequenz daraus. Mit dem S100 (siehe Test) hatte sich die japanische Marke Melco – die jetzt DELA heißt – auf diesem Gebiet schon Lorbeeren verdient und einen festen LowBeats-Platz gesichert. Aktuell gibt es mit dem S50 unter neuem Firmennamen eine deutlich optimierte Version.

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Unscheinbar: Der DELA S50 macht nicht so viel her, wie seine größeren (und viel teureren ) Brüder, ist aber ein Waschechter High-End-Schatz (Foto: F. Borowski)

Das Netzwerkdilemma für Streaming-Fans

Zugegeben, das Thema audiophile Netzwerk-Switches oder auch LAN-Kabel hat so einige Fallstricke. Genauso falsch wie die Behauptung, dass es da wegen der digitalen Natur der Daten gar keine Unterschiede geben kann, ist die Annahme, durch Netzwerkkabel oder Switches den Klang quasi wie mit einem DSP verbessern zu können. Das geht natürlich nicht. Wie an allen Stellen einer Wiedergabekette kann man nur so gut wie möglich versuchen, den Klang der Musikaufzeichnung vor Degradierung durch die Tücken der Netzwerkübertragung und Signalverarbeitung zu bewahren, und ihn auf dem Niveau der besten CD- oder SACD-Player zu halten, bei denen der Netzwerktransport naturgemäß entfällt. Bei WLAN gibt es so gut wie keine Möglichkeit, die negativen Einflüsse dieser Übertragungsart zu verhindern, aber bei Ethernet-Übertragung im heimischen Netzwerk schon. Ähnlich wie bei der Stromversorgung kann damit auf dem berühmten „letzten Meter“ so einiges gerettet werden.

Meine Empfehlung für jeden anspruchsvollen Musikfan ist daher, bei Streaming unbedingt mal einen guten Switch plus besserer Netzwerkkabel (einschließlich optischer Verbindungsarten) auszuprobieren und WLAN in den Geräten, wenn möglich, abzuschalten. Bluetooth idealerweise gleich mit.

DELA – Neuer Name, mehr Möglichkeiten

Viele HiFi-Hersteller haben sich den Herausforderungen im Netzwerk gestellt. Einige (längst nicht alle) haben auch gute Erfolge vorzuweisen, wobei nur ganz wenige die Sache überhaupt mit dem nötigen technischen Background angehen. Im schlimmsten Fall werden Standard-Switches aus dem IT-Regal leicht modifiziert und für den zehnfachen Preis (oder mehr) in neuer Verkleidung verkauft. Das sind dann die Angebote, die die Branche in Verruf bringen. Die meisten geben sich schon mehr Mühe, setzen aber dennoch weitgehend auf fertige Komponenten aus der IT, weil die komplette Neuentwicklung eines Switches viel zu aufwändig und womöglich außerhalb ihrer Kompetenz liegt.

DELA kann auf entsprechendes Knowhow aus der IT-Netzwerktechnik zurückgreifen. Ihr Mutterkonzern Buffalo Inc. ist auf diesem Gebiet sehr bewandert. Der Zugriff auf Basiswissen und Material ist aber nur die halbe Miete. Man muss auch die besonderen Schwierigkeiten und Herausforderungen in einer Audioumgebung verstehen, die sich in ihren Anforderungen von gewöhnlichen IT-Umgebungen unterscheidet. Nur selten ergibt sich die glückliche Kombination, dass erfahrene IT-Netzwerkspezialisten sich auch mit den Tücken der Audiowelt gut auskennen und zuletzt noch an das nötige Budget kommen, um gezielt eine Lösung zu entwickeln. So geschehen mit den neuen Netzwerkswitches von DELA.

Den Anfang machte der S1, der sozusagen als Technologieträger alles implementiert, was technisch machbar erschien, dadurch aber auch horrend teuer geworden ist (14.000 Euro). Davon abgeleitet wurde der S5, der ein ähnliches, nicht ganz so aufwändiges Gehäuse und etwas abgespeckte Technik hat, aber immer noch stolze 9.000 Euro kostet. Der DELA S50, um den es hier geht, ist der Filius der Familie, hat jedoch fast den gleichen Funktionsumfang der teureren Modelle und er basiert auf der gleichen, speziell für Audio entwickelten Plattform, wie der S1 und der S5.

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Die großen Switches S1 (oben) und S5 von DELA sind die Technologiespender für den S50. Der kleine Switch erbt viele ihrer Gene (Foto: DELA)

Bei einem Preis von 3.749 Euro kann man schlecht von einem Einstiegsmodell sprechen. Das ist der S50 aus HiFi-Sicht auch keineswegs. Aber wie sich herausstellte, ist er eine der besten Anschaffungen, die anspruchsvolle Streaming-Nutzer überhaupt in der Anlage machen können.

Das kann der DELA S50

Der S50 ist ein sogenannter Managed Switch. Das ist im Grunde nichts Besonderes und bedeutet nur, dass seine Ports einzeln konfiguriert werden können – was wiederum unter Audio-Switches eine echte Seltenheit ist. Außer den DELA-Switches fällt mir spontan nur der rund 800 Euro teure SilentPower (iFi) OMNI LAN als Managed Switch für Audio ein, den ich in der Preisklasse unter 1.000 Euro für den Besten seiner Art halte.

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Der DELA S50 hat das bekannte Gehäuse aus der Melco-Ära, ist ansonsten aber komplett neu konstruiert (Foto: F. Borowski)

Aber zurück zum Testkandidaten. Für die Verbindung stehen am S50 drei SFP+-Ports und sechs RJ45-Ports zur Verfügung. Deren Einstellungsmöglichkeiten sind eine der großen Stärken des S50, die ihn nicht nur für HiFi-Tester mit ständig wechselndem Equipment überaus nützlich machen. Über drei Tasten an der Front (eine vierte zum Dimmen der LEDs) können die Ports einzeln konfiguriert oder bei Nichtgebrauch abgeschaltet werden, womit sie auch keinen RF-Müll von außen einfangen und weiterleiten können. Die RJ45-Ports lassen sich wahlweise auf 1 Gbps, 100 Mbps oder 10 Mbps einstellen. Die SFP+-Ports ermöglichen darüber hinaus auch eine Verbindung mit bis zu 10 Gbps. Normalerweise braucht man für Stereo-Audio zwar nicht annähernd so hohe Datenübertragungsraten (selbst für HiRes reichen im Prinzip 10 Mbps), aber wer mag, kann darüber beispielsweise ein NAS und einen Mac/PC mit hoher Geschwindigkeit anbinden. Dafür ist dann aber meistens noch ein geeigneter RJ45-Transceiver erforderlich, um von 10 Gbps Ethernet auf SFP+ zu kommen. Der S50 hat damit kein Problem.

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Der Blick auf die Rückseite verrät: hier ist das Netzteil intern verbaut (Foto: F. Borowski)

Die sinnvollste Nutzung eines der SFP-Ports ist, den Switch per Glasfaser mit dem Router zu verbinden. Da gängige Router wie die hierzulande weit verbreitete FritzBox kein SFP für die interne Netzwerkverbindung bieten, ist dafür ein Medienkonverter erforderlich, der das elektrische RJ45 auf optisches SFP wandelt. Der deutsche DELA-Vertrieb 3-h bietet dafür passende Sets und Lichtleiter von ADOT an.

Der S50 und seine Geschwister haben als weitere Besonderheit interne Netzteile vorzuweisen. Diese sind genau auf die Erfordernisse der Elektronik zugeschnitten und nicht einfach Laptop-Netzteile aus dem Zubehörregal. Mancher mag einwenden, dass damit die Möglichkeit entfällt, den Switch mittels eines hochwertigen externen Netzteils à la SBooster aufzuwerten. Ich persönlich begrüße es aber sehr, beim S50 einfach direkt ein gutes Kaltgerätekabel anschließen zu können und keinen weiteren Teppich-Brikett hinter dem Rack zu haben.

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Sechs RJ-45-Ports und drei Schächte für SFP-Module. Alle sind frei konfigurierbar. Und die Traffic-LEDs lassen sich abschalten (Foto: F. Borowski)

Jetzt wird’s technisch …

Zurück zu SFP. Die drei Buchstaben stehen für Small Form-factor Pluggable. Dieser Schnittstellenstandard wird meistens mit optischen Kabeln in Verbindung gebracht (Wortspiel nicht beabsichtigt), aber eine SFP-Verbindung kann auch elektrisch erfolgen. Dazu später mehr. Zunächst zu Glasfaser.

Der wichtigste Vorteil einer optischen Verbindung zwischen Router und Switch ist die galvanische Trennung. Damit ist gemeint, dass zwischen den genannten Komponenten keine elektrischen Potenziale entstehen können, die letztlich Störungen verursachen, die wiederum Auswirkungen auf den Klang haben. Zudem haben optische Leiter den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass sie im Gegensatz zu elektrischen keinerlei Antenneneigenschaften haben – egal bei welcher Länge.

Aber nichts ist umsonst. Der Nachteil optischer Verbindungen besteht in der Notwendigkeit, die Signale erst mal von elektrisch nach optisch und später wieder zurück konvertieren zu müssen, was zusätzliche Bauteile bedeutet, die ihre eigenen Anfälligkeiten (RF-Anfälligkeit, Rauschen …) haben. Zu diesem Thema komme ich später noch mal in dem Absatz zum DELA C1-Kabel.

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Der Innenaufbau des S50. Laut DELA wurde hier alles speziell an die Erfordernisse einer Audioumgebung angepasst (Foto: F. Borowski)
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Ein internes Netzteil bedeutet, einen Klotz weniger hinter dem Rack zu haben (Foto: F. Borowski)
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Nun erstmal weiter mit der Frage, warum digitale Signalübertragung im Netzwerk überhaupt einen Einfluss auf den Klang haben kann. So knapp wie möglich:

Es dreht sich letztlich alles um Rauschen. Nicht das offensichtlich stark hörbare Rauschen alter Verstärker oder Tonbänder, sondern Rauschen auf kleinster Signalebene. Was bei Analog noch leicht zu verstehen ist, bereitet bei Digital einiges Kopfzerbrechen, denn es heißt ja oft, solange alle Bits korrekt ankommen, kann es auch nicht schlechter klingen. Aber so simpel ist die Welt auch in der digitalen Ebene nicht.

Jeder kennt die Darstellungen digitaler Datenströme als Rechtecksignale. In Grafiken sehen die immer perfekt und knackscharf aus: Eine Erhebung ist eine Eins, ein Tal ist eine Null. Aber in der realen Welt ist es nicht immer so klar. So sind beispielsweise die senkrechten Flanken, die den Wechsel zwischen „0“ und „1“ repräsentieren, niemals absolut senkrecht, weil die Anstiegszeit nicht unendlich kurz ist. Daher ist so eine Flanke in Wahrheit eher eine Rampe und die ist auch nicht exakt gerade, sondern eher geschwungen. An den Übergängen kommt es zu Überschwingern, bis sich die Spannung stabilisiert hat. Und dann kommt auch noch der berühmt-berüchtigte Jitter in mehr oder weniger starkem Umfang hinzu, der die Signalflanken aufgrund von Ungenauigkeiten auf der Zeitachse quasi verschleift und unkenntlich macht. Dadurch kann der DAC das Signal nicht zu dem einen, exakt richtigen Zeitpunkt konvertieren, was letztendlich zu Abweichungen in den analogen Signalen führt. 

Manches davon bewegt sich offenbar an absoluten Nachweisgrenzen. Zumindest bei den üblichen kurzen Kabelwegen in einem Heimnetzwerk, wo wir nicht von Datenübertrag um die halbe Welt und durch zig Stationen reden. Und trotzdem: Die Auswirkungen sind klanglich klar nachvollziehbar. Hier bedarf es noch einiger Forschungs- und Aufklärungsarbeit.

Der DELA S50 in der Praxis

Ein Netzwerkswitch verrichtet im Normalfall seinen Dienst komplett unauffällig im Hintergrund. Dank der Konfigurationsmöglichkeiten des S50 gibt es hier aber Potenzial für Klangversuche. Zunächst einmal begrüße ich den Umstand, dass sich an der Rückseite ein Schalter befindet, um die flackernden Traffic-LEDs an den Ports abschalten zu können. Die braucht man nur, um sehen zu können, ob Datenverkehr stattfindet, was normalerweise IMMER der Fall ist, wenn der Switch mit dem Router und Endgeräten verbunden ist. Auch dann, wenn keine Musik gespielt wird. Wenn klar ist, dass eine Verbindung aktiv ist, müssen die LEDs nicht ewig flackern, denn in dunklen Umgebungen kann das enorm störend sein. Außerdem erzeugen flackernde LEDs letztendlich auch Signalrauschen und Störpotenzial. Also abschalten. Wenn schon, denn schon.

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Der S50 ist größer als ein gewöhnlicher IT-Switch für den Heimgebrauch, aber nach HiFi-Maßstäben noch sehr platzsparend (Foto: F. Borowski)

An der Front sieht es ähnlich aus. Dort befinden sich spiegelbildlich zu den rückseitigen Ports angeordnete LEDs, sodass man immer genau weiß, welche Anzeige sich auf welchen Port bezieht. Die Konfiguration der einzelnen Ports mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten wird farbig gekennzeichnet: Blau = 1 Gbps, Grün = 100 Mbps, Orange = 10 Mbps, Rot = aus, sowie bei den SFP+-Ports zusätzlich Weiß für 10 Gbps. Über eine weitere Taste lassen sich die LEDs dimmen oder ganz abschalten. Nur die blaue Betriebs-LED ganz links ist als einzige nicht abschaltbar, aber immerhin auf ein sehr dezentes Level dimmbar.

Wie bei Netzwerkswitches üblich, sind alle Ports hot-pluggable. Das gilt auch für SFP. Die Kabel können also im laufenden Betrieb gesteckt und gezogen werden, ohne dass mit irgendwelchen negativen Folgen wie Knacken oder Brummen gerechnet werden muss. Bei der üblichen DHCP-Netzwerkverbindung erfolgt die Anmeldung der Geräte im Netzwerk automatisch.

Abgesehen von der Frage nach den klanglichen Auswirkungen ist mir mit dem DELA S50 eine Sache besonders positiv aufgefallen. Ich habe hier ein ungewöhnlich zickiges Gerät in Bezug auf LAN. Der MOON 791 (Test), so genial er sonst auch ist, will partout nicht mit anderen Netzwerkkabeln als dem beigelegten billigen CAT-5e-Kabel funktionieren. Egal, ob es sich um ein CAT-7 oder CAT-8 Billigkabel von Amazon handelt, oder um irgendeine High-End-Strippe. Falls er doch mal mit einem anderen Kabel funktionierte, gab es oft Aussetzer bei Tracks mit höherer Samplingrate als 48 oder 96 kHz. Außerdem funktionierte der MOON bisher nur an Ports mit 1 Gbps Verbindungsgeschwindigkeit. 100er-Ports mag er nicht. Das Problem hatte ich bislang mit allen Switches von billig bis ganz teuer. Jetzt kommt der S50 und ganz plötzlich wird der MOON auch mit allen anderen Kabeln und auch an 100- oder 10-Mbps-Ports zuverlässig im Netzwerk erkannt. Und er spielt auch Tracks mit 192 kHz Samplingrate ohne Aussetzer.

Was sagt uns das? Erstens: Die Netzwerkschnittstelle in meinem MOON 791 hat irgendein Problem (welches das ursprüngliche Testgerät übrigens nicht hatte). Scheinbar ist die Fehlertoleranz in diesem Gerät zu gering. Absolut alle anderen Testgeräte, die ich jemals an den verschiedenen Switches hatte, funktionierten einwandfrei – mit jedem Kabel, an jedem Switch und Port. Zweitens: Der DELA S50 scheint ein besonders sauberes Signal zu liefern, mit dem der extrem wählerische 791 offenbar einverstanden ist. Ohne genaue Kenntnis der Vorgänge ist das natürlich nur Spekulation. Aber es stärkt mein Vertrauen in die Qualität des DELA doch ungemein.

Das DELA C1 SFP+ Direct Attach Netzwerkkabel

Weiter oben habe ich Ihnen von den technischen Vor- und Nachteilen einer optischen Netzwerkverbindung berichtet. Sogenannte SFP Direct Attach-Kabel wie das DELA C1 kommen in der IT immer dann zum Einsatz, wenn die Nachteile von Glasfaser überwiegen, was am Ehesten der Fall bei kurzen Verbindungswegen und hoher Anforderung an die Datenübertragungsrate ist.

Direct Attach basiert auf dem SFP-Protokoll, arbeitet aber mit elektrischen statt optischen Leitern, so wie auch LAN-Kabel. Und wie LAN ist das Kabel (trotz der dicken Steckmodule) rein passiv. Aber es gibt ein paar entscheidende Unterschiede. So benötigt eine Übertragung über RJ45 Ethernet einen ganzen Schwung zusätzlicher Elektronik. Also Bauteile, die zusätzliches Rauschen und andere Probleme verursachen.

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Mit dem elektrischen (nicht optischen) DELA C1 kann eine besonders direkte Anbindung an den Datenbus erfolgen (Foto: F. Borowski)

Der Name „Direct Attach“ kommt ja nicht von ungefähr, denn ähnlich wie bei Inter-Integrated Circuit Sound (I²S) wird auch bei Direct Attach direkt mit dem Datenbus verbunden. In der IT wird diese Verbindungsart meistens dort eingesetzt, wo maximale Geschwindigkeit erforderlich ist. Für Audio sind aber keine hohen Geschwindigkeiten nötig. DELA nutzt die Vorteile dieser Übertragungsart stattdessen wegen ihrer im Vergleich zu RJ45 höheren Signalreinheit.

SFP Direct Attach bedeutet weniger Jitter, weniger verschliffene Kanten im Signal. Der Nachteil ist wiederum, dass Direct Attach keine galvanische Isolation bietet. Darum der Ansatz, den Switch vorab per optischer Leitung von der vorgeschalteten Elektronik zu isolieren und dann das letzte Stück zu den Endgeräten (sofern die einen passenden SFP-Port haben) mit Direct Attach zu bewältigen. Das will ich natürlich ausprobieren, aber die Ergebnisse mit dem C1 muss ich Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle nachliefern, wenn ich einen passenden Streamer hier habe. Das soll mit dem eversolo T8 bald geschehen.

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Das DELA C1 Direct-Attach Kabel wird an einem der SFP-Ports angeschlossen (Foto: F. Borowski)

Das DELA C1 Direct Attach ist im Gegensatz zu handelsüblichen Direct-Attach-Kabeln aufwändiger gefertigt und gezielt für die Erfordernisse in einer Audioumgebung konstruiert. Und darum auch deutlich teurer. Wer dem Braten nicht traut, kann natürlich mit billigen Direct-Attach-Kabeln aus dem IT-Handel seine eigenen Schlüsse ziehen.

Leitermaterial aus silberbeschichtetem solid core OFC-Kupfer macht das Kabel etwas steif. Aufgrund der Beschaffenheit der Konstruktion sind große Entfernungen laut DELA nicht möglich, sodass sie speziell für kurze Entfernungen ausgelegt ist. Das C1 ist darum ausschließlich in 2 Metern Länge erhältlich.

Hörtest: Die Sonne geht auf

Im Vergleich zu einem nach wie vor vorhandenen Standard-Switch aus dem Computer-Zubehör hat bislang jeder bessere, für HiFi optimierte Switch in meinem System Vorteile gebracht. Von gerade so eben nachvollziehbar, bis hin zu sehr deutlich und unverzichtbar, wie beim (nicht mehr erhältlichen) Melco S100 und dem Ansuz Acoustics LAN PowerSwitch X-TC. Der DELA S50 „verdoppelt“ den Einsatz mal eben so im Handumdrehen. Mindestens.

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Der S50 (hier neben dem Mac mini M4 als Roon Server) kümmert sich um die Verteilung der Netzwerksignale (Foto: F. Borowski)

Die Auswirkungen auf den Klang durch Optimierungen im Netzwerk sind eigentlich immer der gleichen Natur und ähneln denen von guten Strom- und Erdungssystemen. Es kehrt mehr Ruhe und Kontrolle ein, feinste Details und klangliche Texturen bekommen schärfere Umrisse, werden sozusagen besser fokussiert und klarer im Raum positioniert, und es verschwindet ein Stück „Härte“. Mal mehr, mal weniger. Auch der S50 bringt meine Kette in diese Richtung auf Vordermann. Allerdings in einem bislang nicht für möglich gehaltenen Maß. Die Auswirkungen sind größer als mit beinahe jeder Streaming-Bridge, die ich je hier hatte. Und auch so manche DAC-Vorstufe hatte weniger Einfluss auf die Kette.

Ich könnte jetzt lange Absätze mit konkreten Musikbeispielen beschreiben und davon schwärmen, wie plötzlich Gitarren feiner schwingen, Stimmen natürlicher tönen oder der Raum besser ausgeleuchtet wird. Ich erspare Ihnen das, weil es am Kern der Sache vorbei geht. ALLES verbessert sich. Und zwar in einem Umfang, der verblüfft. 

Fazit: So sollte ein Audio-Switch sein

Die Erkenntnis an sich ist grundsätzlich nicht mehr neu: Als anspruchsvoller Nutzer des Musikstreamings kommt man um eine optimierte Netzwerkumgebung kaum herum. Am besten unter Verzicht auf WLAN und mit Hilfe eines für Audio optimierten Netzwerk-Switches. Wie viel man dafür ausgibt, ist das typische HiFi-Dilemma. Relativ günstige Lösungen, wie LAN-Adapter mit galvanischer Trennung, oder ein Switch wie der NuPrime Omnia SW-8 helfen. Aufwändigere Lösungen wie der SilentPower Omni LAN bieten merkliche Steigerungen. Aber der DELA S50 ist eine ganz andere Liga.

Der DELA ist zudem als Managed Switch weitaus praktischer als die meisten anderen für Audio angebotenen Switches. Und er ist einer der ganz wenigen, die nicht einfach auf modifizierte Massenware aus der IT-Welt setzen, sondern von Grund auf für diesen Zweck entworfen wurden. Und das zahlt sich aus. Ich wage kaum auszuprobieren, was mit den weitaus teureren Modellen DELA S5 und S1 noch geht. Der DELA S50 ist jetzt meine neue Referenz.

Nicht wundern: Die Gesamtwertung fällt mit 4,7 nur etwas höher als beim Melco S100 aus, was aufgrund der schon deutlich besseren Klangperformance Stirnrunzeln verursachen könnte. Grund ist der gestiegene Preis, womit die stets preisbezogene Klangwertung unverändert bleibt. Die Praxiswertung ist dafür dank der durchdachten Features und Anschlussmöglichkeiten etwas höher. Das Gehäuse ist unverändert, also ändert sich da auch nichts an der Wertung.

DELA S50
2025/12
Test-Ergebnis: 4,7
REFERENZ
Bewertungen
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
deutlicher Klanggewinn
durchdachte Anschlussmöglichkeiten
vorbildliche Konfigurationsmöglichkeiten
integriertes Netzteil, abschaltbare LEDs

Vertrieb:
Drei-H Vertrieb GmbH
Stormsweg 8
22085 Hamburg
3-h.de

Preis (Hersteller-Empfehlung):
DELA S50: 3.749 Euro
DELA C1 D20 Direct Attach: 899 Euro

Im Text erwähnt:

Test Melco S100: der audiophile Netzwerk-Switch
Melco N10: Musik-Streaming in Reinkultur

Ansuz X-TC: überlegenes PowerSwitch
Silent Angel Rhein Z1

Autor: Frank Borowski

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LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.